Drei Türme für die Rechtsgeschichte

Institutsgebäude der Rechtshistoriker in Frankfurt eingeweiht

2. September 2013

Mit dem Umzug kommen die etwa 130 Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte nah an den Campus Westend der Goethe-Universität heran.

Der Institutsneubau bietet beeindruckende Perspektiven. Er ist um einen Innenhof angelegt, es gibt ein verbindendes Erdgeschoss – und drei Türme. Im Bild jener mit den Apartments für die Gastwissenschaftler.

Das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main forscht künftig in neuer Umgebung. Auf dem ehemaligen Panzergelände der amerikanischen Streitkräfte am Campus Westend wurde am Montag der futuristisch anmutende Neubau des Instituts eingeweiht in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik und Wissenschaft, darunter Staatssekretärin Birgit Grundmann des Bundesjustizministeriums und Jörg-Uwe Hahn, Hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa.

 „International wegweisende Forschung braucht Weitblick und Inspiration. Sie muss in der Lage sein, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Und sie braucht eine offene Sicht, um neue Aspekte und Ideen in die Wissenschaft einzubringen.“ Mit diesen Worten übergab Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, den Schlüssel zu dem neuen Gebäudeensemble, bestehend aus drei Türmen, die durch ein Kreuzgang ähnliches Grundelement miteinander verbunden sind.

Kolloquium zu den Feierlichkeiten

Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten mit Blick auf den denkmalgeschützten Grüneburgpark markiert gleichzeitig den Beginn einer Neuakzentuierung von Forschungsprofil und -ausrichtung des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte. „Unsere Aufgabe ist es, rechtshistorisches Spezialwissen zu generieren. Dafür werden wir künftig noch mehr die vielfältigen Erkenntnisse wissenschaftlicher Nachbardisziplinen in den Blick nehmen und unsere Ergebnisse in das internationale Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Staat, Recht und Gesellschaft einbringen“, erklärt Thomas Duve, Geschäftsführender Direktor des Instituts. Der Austausch und die Kooperation mit internationalen wie nationalen Partnern, etwa der Goethe-Universität Frankfurt, ist dafür ein wichtiger Motor. Im Anschluss an die Einweihung des Neubaus trifft sich deshalb die internationale Wissenschaft mit Fachexperten im Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, um im Rahmen eines Kolloquiums über „Europäische Normativität und Globalhistorische Perspektiven“ zu beraten.

Ludwig Kronthaler, Generalsekretär der Max-Planck-Gesellschaft, überreicht dem Geschäftsführenden Institutsdirektor Thomas Duve symbolisch den Schlüssel für den Neubau.

Der vom Büro Staab-Architekten Berlin konzipierte Neubau verfügt über eine Nutzfläche von etwa 4.200 Quadratmetern. Das Erdgeschoss, von dem man in den großzügigen Innenhof gelangt, beherbergt Foyer, Vortragssaal, Seminarraum wie Verwaltung und bildet die zentrale Klammer für das Gebäude, indem es die Zugänge zu den fünfstöckigen Türmen ermöglicht: Einer ist für die Bibliothek samt Lesesaal reserviert, im zweiten Turm befinden sich die Gäste-Apartments; der dritte beherbergt als Forscherturm die Büros für die Wissenschaft. Bund und Land haben das Bauvorhaben maßgeblich unterstützt. So stellte Hessen unter anderem das Gelände zur Verfügung.

Kraftakt für Spezialbibliothek

Zentraler Schatz und wichtige Arbeitsgrundlage sind die mehr als 420.000 Medieneinheiten,  darunter die Sammlung juristischer Dissertationen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, weshalb die Bibliothek zu den wichtigsten rechtshistorischen Spezialbibliotheken weltweit zählt. Das mit modernster Technik ausgestattete Zentralmagazin befindet sich im Untergeschoss des Neubaus. Der Bücherumzug vom aktuellen Standort im Bürogebäude in Frankfurt-Hausen findet im Oktober statt. Im Anschluss beziehen die Institutsmitarbeiter ihre neuen Büros.

AG/JE

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