Neuer Forschungsschwerpunkt "Intelligente Systeme"

Max-Planck-Gesellschaft etabliert hoch innovativen Forschungsbereich in Baden-Württemberg

15. Februar 2011

Die Max-Planck-Gesellschaft richtet das Max-Planck-Institut für Metallforschung neu aus und baut einen Forschungsschwerpunkt im Bereich der intelligenten Systeme auf. Dazu gehören die Computerwissenschaften und die Biologie sowie jene Bereiche der bereits am Institut etablierten Materialforschung. Neben dem Standort Stuttgart entsteht ein neuer Institutsteil am Standort Tübingen – beide mit jeweils vier Forschungs­abteilungen. Mit der wissenschaftlichen Neuausrichtung wird das Institut auch einen neuen Namen erhalten. Vorbehaltlich der Zustimmung des Senats der Max-Planck-Gesellschaft wird es „Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme“ heißen. Präsident Peter Gruss stellte das neue wissenschaftliche Konzept des Instituts auf der Landespressekonferenz in Stuttgart zusammen mit Minister­präsident Stefan Mappus (CDU) vor.

Intelligente Systeme sind in der Lage ihre Struktur und Eigenschaften so zu optimieren, dass sie in einer komplexen, sich teilweise verändernden Umgebung erfolgreich agieren können. Das innovative wissenschaftliche Konzept verbindet Forschungsexpertisen im Bereich der Computer- und Materialwissenschaften sowie der Biologie und wird sich mit der grundlegenden Erforschung und Entwicklung von intelligenten Systemen beschäftigen.

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Das neue Institut besitzt ein weltweites Alleinstellungsmerkmal, da es erstmals Software- und Hardware-Expertise in drei Teilgebieten der intelligenten Systeme – Wahrnehmen, Lernen und Handeln – unter einem Dach bündelt. Maschinelles Lernen, Bilderkennung, Robotik und biologische Systeme sollen in Tübingen, sogenannte Lernende Materialsysteme, Mikro- und Nano­robotik und Selbstorganisation in Stuttgart untersucht werden. Obgleich der Schwerpunkt auf der Grundlagenforschung liegt, besitzt das Institut ein hohes Potenzial für praktische Anwen­dungen u.a. in der Robotik, in der Medizintechnik sowie bei innovativen Technologien, die auf neuen Materialien basieren.

„Durch die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg haben wir die Möglichkeit, ein zukunftsträchtiges Forschungsfeld im Grenzbereich der Informatik, der Biologie und der Mate­rialwissenschaften zu etablieren, das nicht nur international wissenschaftliche Strahlkraft ent­falten wird, sondern gleichzeitig lokal wie regional die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie stärken wird“, so Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Zu den Gründungsdirektoren zählen Bernhard Schölkopf, der bisher am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen forschte, Joachim P. Spatz vom Max-Planck-Institut für Metallforschung sowie Michael J. Black von der Brown University, USA. Mit Black wurde ein weltweit führender Experte für maschinelles Sehen an das neue Institut berufen. Der Infor­matiker hat zum 1. Januar 2011 seine Arbeit in Tübingen aufgenommen. Weitere Berufungen sollen folgen.

Für die wissenschaftliche Neuorientierung sind das materialwissenschaftliche sowie das inge­nieurtechnische Umfeld des Stuttgarter Standorts essenziell. Zur Universität Stuttgart, den Fraunhofer-Instituten vor Ort sowie zum Max-Planck-Institut für Festkörperforschung bestehen sehr gute wissenschaftliche Beziehungen. Der Tübinger Campus – mit den Max-Planck-Insti­tuten für biologische Kybernetik und Entwicklungsbiologie – bringt sein Know-how auf dem Gebiet der Biowissenschaften mit ein. Zu den Kooperationspartnern zählen weiterhin die Universität Tübingen, das Universitätsklinikum sowie außeruniversitäre Forschungseinrich­tungen der Region. „Durch die räumliche und thematische Vernetzung dieser Einrichtungen wird das Potenzial und die Attraktivität des neu ausgerichteten Instituts signifikant gesteigert und international wettbewerbsfähig aufgestellt“, meint Bernhard Schölkopf.

Während in Stuttgart großteils die vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann, ist in Tübingen ein Institutsneubau geplant. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat hierfür eine Sonderfinanzierung über 41 Millionen Euro in Aussicht gestellt, der das Kabinett am 15. Februar 2011 per Beschluss zugestimmt hat.

CB / BA

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