Steter Tropfen höhlt den Stein

Innovation durch Wagnis bestimmten das Berufsleben von Dr. Wolfgang Hanrieder und verhalfen ihm zu internationaler Erfahrung in den Bereichen Technologie und Investment. Wagniskapital investiert er auch jetzt mit der Gründung der Hanrieder Foundation for Excellence unter dem Dach der Max-Planck-Förderstiftung, mit der er junge Talente unterstützen will.

Für Wolfgang Hanrieder gilt "Gutta cavat lapidem", steter Tropfen höhlt den Stein. Er orientiert sich an hohen Zielen, die nur durch Kompetenz, Mut und vor allem Ausdauer zu erreichen sind. Die Zukunft unserer Gesellschaft sieht er darin, nachfolgende Generationen zu qualifizieren. Und er setzt den Hebel genau dort an: bei Nachwuchswissenschaftlern, "die bereits herausragend sind, denen aber zusätzliche Unterstützung etwas ermöglicht, was vielleicht sonst nicht ginge."

Forschung spielte schon immer eine große Rolle im Leben von Wolfgang Hanrieder. Er studierte Physik an der Technischen Universität München, wo die Vorlesungen oft auch von Max-Planck-Direktoren gehalten werden. Unter ihnen war der Elementarteilchen-Physiker Gerd Buschhorn. Er bot dem jungen Mann nach Abschluss des Studiums eine wissenschaftliche Karriere am CERN an, wo mit Hilfe großer Teilchenbeschleuniger der Aufbau der Materie erforscht wird. Hier schlug Hanrieders Herz höher – eine große Verlockung. Aber er folgte schließlich dem Angebot in die Forschungszentrale der Siemens AG, wo er wissenschaftliche Erkenntnis und sein Interesse an der Umsetzung zusammenbringen konnte. Er arbeitete sich in den Aufbau strategischer Geschäftsmodelle ein, ging für Siemens-Nixdorf in die USA, ergriff dann die Chance, als Sloan Fellow einen MBA-Abschluss am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu erwerben.

Die Strategie hat mich überzeugt. Begrenzte Ressourcen optimal zur Wirkung bringen – auch bei der Förderung wissenschaftlicher Themen und Talente.

- Wolfgang Hanrieder

Es folgte der entscheidende Schritt in den Investmentbereich. Er wurde Managing Partner einer internationalen Venture Capital Gesellschaft, konzentrierte sich auf Investments im Silicon Valley und in anderen Wirtschaftszentren der USA – mitten hinein in die Hype-Phase für Venture Capital Ende der 1990er Jahre. Hier war die Tauschbörse für die besten Geschäftsideen, hier gaben sich hochrangige CEO die Klinke in die Hand, für Technologie-Start-ups wurden immense Gelder eingesammelt – und Hanrieder war gerade Ende 30. Dann kam von einem weltweit führenden Private-Equity Haus ein neues Angebot, von London aus das europäische Geschäft aufzubauen. Mit seiner EU- und USA-Erfahrung war er genau der richtige Mann und unterstützte nun als Managing Director sieben Jahre lang vor allem mittelständische Technologieführer bei Wachstum und Übernahmen.

In dieser Zeit arbeitete Hanrieder bereits mit der Wirtschaftskanzlei P+P Pöllath + Partners zusammen, eine Verbindung, die er nach seiner Rückkehr nach Deutschland erneut aufnahm. Das gesellschaftspolitische Engagement von Reinhard Pöllath führte ihn gleichzeitig zurück zu den Wurzeln, wieder zur Max-Planck-Gesellschaft und damit auch zu seinem Interesse an Physik. Durch die Mitgliedschaft in der Max-Planck-Gesellschaft kam er als Förderer mit den Jahresspendenprojekten in Berührung, bei denen schon verhältnismäßig geringe finanzielle Mittel einen großen Unterschied machen – das gefiel ihm! Gleichzeitig fand er auch die Max-Planck-Förderstiftung gut aufgestellt, die in vorzeigbaren Projekten mit ihren privaten Mitteln oft den Hebel ansetzt, um öffentliche Gelder zu gewinnen oder noch besser zu nutzen: "Das Konzept hat mich überzeugt. Eine gute Strategie bedeutet, begrenzte Ressourcen optimal zur Wirkung bringen. Auch bei der Förderung wissenschaftlicher Themen und Talente."

Da war zum einen die hohe Qualität der Forschungsförderung, zum anderen die professionelle Geldanlage. Und Hanrieder traf im Investment-Komitee der Max-Planck-Förderstiftung auch Persönlichkeiten wieder, mit denen er schon früher vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte. "Menschen machen den Unterschied", hatte er oft in seinem Berufsleben festgestellt. Daher ist er zuversichtlich: "Es wäre großartig, wenn das Mäzenatentum wieder den breiten gesellschaftlichen Stellenwert fände, den es in Deutschland bereits vor gut hundert Jahren hatte."

Mit den Erträgen seiner Hanrieder Foundation for Excellence will Wolfgang Hanrieder nun geistige Leistung fördern. Da die Max-Planck-Gesellschaft "Exzellenz per se" biete, sieht er hier eine ausgezeichnete Basis für sein Ziel, besonders herausragenden Nachwuchswissenschaftlern weiterzuhelfen. Seine Stiftung soll etwa Talente aus unterprivilegierter Herkunft, auch aus dem Ausland, unterstützen, mit Zuschüssen kritische Lücken schließen bei Forschungsaufenthalten, Umzügen oder dem Lebensunterhalt. Damit will Wolfgang Hanrieder dazu beitragen, den Rohstoff Wissen für unsere Gesellschaft zutage zu fördern und als Wohlstandsquelle für die nächste Generation zu sichern.

hy/tk

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