MaxPlanckForschung Heft 2/2020

Zur Sache

Jürgen Renn: Überleben im Anthropozän
Der Mensch hat sich die Erde untertan gemacht – und das in einem Ausmaß, das die menschlichen Lebensgrundlagen bedroht. Für den Weg ins Anthropozän, ins Erdzeitalter des Menschen, hat nach Ansicht unseres Autors die Entwicklung wissenschaftlich-technischen Wissens eine zentrale Rolle gespielt. Wir brauchen jedoch noch mehr Erkenntnisse über die enge Verflechtung zwischen Erde und Mensch, damit wir die Krisen, die wir mit unserem Handeln verursachen, tatsächlich verstehen und bewältigen können.

Besuch bei

Streiterin für die Menschenrechte
Mariela Morales Antoniazzi hat Korruption in Lateinamerika bekämpft und Bürgerinnen und Bürger in Bewegung gesetzt. Heute erforscht die in Venezuela geborene Juristin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, warum Menschenrechte die Voraussetzung jeder Demokratie sind – und wie man sie verteidigt.

Umwelt & Klima

Zum Artenschutz freigegeben
Jahrhundertelang sah es nicht gut aus für sie: Bären, Wölfe und Steinböcke galten den Menschen in Europa als Bedrohung, Nahrungsquelle oder Trophäe und wurden bis zur Ausrottung gejagt. Wie sich das Verhältnis zu den ikonischen Säugetieren im Lauf der vergangenen Jahrhunderte änderte, zeichnet Wilko Graf von Hardenberg, Forscher am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, nach.

Biologie & Medizin

Viren aus der Wildnis
Roman Wittig weiß, wie es ist, wenn ein Virus seinen Wirt wechselt. Er hat dies im Taï-Nationalpark in der Elfenbeinküste mehrfach erlebt – zuletzt vor vier Jahren, als ein für Menschen harmloses Coronavirus von Menschen auf Schimpansen übersprang. Der Wissenschaftler leitet das Schimpansen-Projekt des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Zusammen mit Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut in Berlin untersucht er die Krankheitserreger der Schimpansen und welche davon auch dem Menschen gefährlich werden könnten.

Kultur & Gesellschaft

Die bitteren Spuren der Sklaverei
Finden Menschen ihre letzte Ruhe in einem Massengrab, wird mit ihren sterblichen Überresten oft auch ihre Lebensgeschichte begraben. Forschenden vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena ist es gelungen, drei Männern aus Afrika, die im 16. Jahrhundert in Mexiko-Stadt lebten, einen Teil ihrer Geschichte wiederzugeben: eine Geschichte von Deportation und Sklaverei, eine Geschichte aber auch von gefährlichen Krankheitserregern, die unbemerkt um die Welt reisten.

Kultur & Gesellschaft

„Schärere Gesetze sind ein Zeichen von Hilfslosigkeit“
Lügde, Bergisch Gladbach, Münster – die Serie von Kindesmissbrauchsfällen scheint nicht abzureißen. Die Forderungen nach härteren Strafen für die Täter werden immer lauter, das Bundesjustizministerium hat Anfang Juli erste Reformvorschläge vorgelegt. Doch welche Wirkung könnten schärfere Gesetze haben? Tatjana Hörnle, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht ist da skeptisch. Die Juristin befasst sich seit Jahren mit dem Thema Missbrauch.

Material & Technik

Legende aus dem 3d-Drucker
Im Altertum war er das Material der Wahl für Schwertklingen. Jetzt hat ein Team des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung in Düsseldorf und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik in Aachen eine Technik entwickelt, mit welcher sich eine Art Damaszener Stahl im 3D-Drucker fertigen lässt. Solche Verbundwerkstoffe könnten für Bauteile in der Luft- und Raumfahrt oder für Werkzeuge interessant sein.
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