Forschung mit Tieren und ihr Nutzen für den Menschen

Das Ziel von Grundlagenforschung ist nicht, direkt Anwendungen zu entwickeln, sondern zunächst Wissen zu schaffen, das dann unter Umständen für Anwendungen genutzt werden kann. Wer aber begreifen will, wie die Natur funktioniert, muss dazu Tiere untersuchen, denn genauso wenig wie ein Astronom für seine Untersuchungen auf Sterne verzichten kann oder ein Meteorologe auf das Klima, kann ein Biologie ohne lebende Organismen forschen. Aus solchen Erkenntnissen entstehen auch immer wieder Ideen beispielsweise für die Medizin, denn was Tiere krank macht, schadet häufig auch dem Menschen.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass Tierversuche zu neuen medizinischen Behandlungsmethoden geführt haben – beispielsweise die Entdeckung des Rhesusfaktors im Blut von Rhesusaffen oder die Entdeckung tumorunterdrückender Gene im Erbgut der Maus. Trotzdem kann niemand vorhersagen, welche Erkenntnisse eines Tages in eine medizinische Therapie münden werden. Manchmal stammen die Ideen für neue Anwendungen aus selbst für Spezialisten völlig unvermuteten Forschungsgebieten, und häufig beträgt die Zeitspanne von der Erkenntnis bis zu ihrer Anwendung Jahre oder gar Jahrzehnte. So schufen zum Beispiel in den 1950er und 1960er Jahren Experimente am Max-Planck-Institut für Virusforschung die Grundlagen zu den heutigen Impfungen gegen Tierkrankheiten, die auch dem Menschen gefährlich werden können.

Experimente mit Hühnern und Mäusen haben die Grundlage für die Grippeimpfung geschaffen
Genetisch veränderte Mäuse wiesen den Weg für Antikörpertherapie

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