Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie

Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie

Engagement mit Zertifikat

Berufliche Herausforderungen konkurrieren nicht selten mit privaten, familiären Interessen. Damit daraus eine sinnvolle Kombination wird, bietet die Max-Planck-Gesellschaft umfangreiche Unterstützung an. Kurz: Wir berücksichtigen in unserer Arbeitskultur die Bedürfnisse unserer Beschäftigten.

Wir betreiben familienbewusste Personalpolitik, weil wir als Arbeitgeber für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im internationalen Umfeld attraktiv sein wollen – und das sogar mit Qualitätssiegel. So ist die Max-Planck-Gesellschaft berechtigt, als Wissenschaftsorganisation mit all ihren Instituten das Zertifikat der gemeinnützigen GmbH berufundfamilie zu führen.

Betriebliche Maßnahmen, die junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genauso wie nichtwissenschaftlich Beschäftigte bei der Kinderbetreuung entlasten und ihre individuelle Karriereplanung erleichtern, können nicht das erforderliche gesellschaftliche Umdenken ersetzen; sie leisten jedoch einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit – damit die Frage „Kinder oder Karriere“ vor allem für Frauen nicht zu einer Entweder-oder-Entscheidung wird.

Kinderbetreuung

Gut aufgehoben bei Mäxle, Hippos und Co

Max-Planck-Institute bieten Plätze für Kinderbetreuung mit Kooperationspartnern auf den Institutsgeländen oder an Einrichtungen externer Kitas. Darüber hinaus verfügen etliche Max-Planck-Institute über Eltern-Kind-Zimmer, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Notfall mit Kind arbeiten können. Wir bemühen uns um Kinderbetreuung bei großen Institutsveranstaltungen und gewähren finanzielle Zuschüsse zur Kinderbetreuung während auswärtiger Tagungen.

Ein Pilotprojekt ist neu seit Juli 2017: Unter dem Motto "Erfolgreich forschen bei Max Planck - auch mit Baby" können Eltern von Kindern zwischen drei und zwölf Monaten können Zuschüsse zu den Kosten für Betreuung beantragen. Zielgruppe sind Promovierende und Postdocs an den MPI.

Familienservice

Wenn Hilfe nötig ist

Sie wollen zu einer Tagung reisen und brauchen jemanden, der sich um Ihr Kind kümmert? Sie wollen es auch in den Ferien gut aufgehoben wissen? Sie benötigen dauerhaft eine Betreuungsperson? Wir haben ein Familienservice-Unternehmen unter Vertrag, dass Personen zur Betreuung von nichtschulpflichtigen und voraussichtlich ab Winter 2016 auch schulpflichtigen Kindern bis 14 Jahren vermittelt - egal ob Babysitter, Au-pair oder auch kurzfristige Notfallbetreuung. Auch zur Altenpflege wird Hilfestellung angeboten.

Christiane-Nüsslein-Volhard-Stiftung

Mit Geld Zeit kaufen

Die Stiftung unterstützt begabte, junge Wissenschaftlerinnen mit Kindern, die sich Freiraum schaffen wollen für ihre Aktivitäten in der Wissenschaft. Christiane Nüsslein-Volhard gründete 2004 die Stiftung mit Mitteln aus dem Nobelpreis; die Max-Planck-Gesellschaft fördert diese mit 30 000 Euro jährlich.

„Geld ist das banalste Mittel, um sich Zeit zu kaufen“, sagt die Max-Planck-Direktorin. „Es ist doch unsinnig, keine Putzfrau zu haben, sich im Haushalt aufzureiben und gleichzeitig ein Labor zu leiten. Man sollte mit Mut mehr Geld ausgeben und sich dadurch Freiräume schaffen.“ Junge Doktorandinnen wissen das und versuchen doch, den alltäglichen Spagat zwischen Beruf und Familie zu bewältigen. Wenn man dann noch die Einladung zur Tagung annimmt und die Messzeiten im Labor mal wieder ungünstig nach Kitaschluss liegen, bricht jedoch das fein austarierte System aus Kinderbetreuung, Wissenschafts- und Hausarbeit schnell zusammen.

Hier soll das monatliche Stipendium von bis zu 400 Euro helfen, das die Stiftung maximal für drei Jahre während der Promotion vergibt. Vorausgesetzt wird, dass der Lebensunterhalt und die ganztätige Betreuung des Kindes bereits gewährleistet sind. Zweimal im Jahr – zum 30. Juni und zum 31. Dezember – sind Bewerbungen möglich.

Dual-Career-Service

Partnerlook

Um die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den eigenen Standort zu gewinnen, müssen über das wissenschaftliche Umfeld hinaus auch die weiteren Rahmenbedingungen stimmen. Daher unterstützt die Max-Planck-Gesellschaft die Willkommenskultur der Institute schon seit langem durch ganz konkrete Maßnahmen. Um Ehe- und Lebenspartnern von Wissenschaftlern eine angemessene Tätigkeit an einem neuen Standort zu vermitteln, arbeitet die Max-Planck-Gesellschaft eng mit Dual Career-Partnern in regionalen Netzwerken zusammen. Damit und durch zusätzliche immaterielle Serviceleistungen will die MPG ihre Attraktivität im Wettbewerb um die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler steigern und damit einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten.

Familienfreundliche Arbeitszeiten

Arbeiten nach Maß

Beschäftigten mit familiärer Verantwortung, auch bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger, bieten die Max-Planck-Institute Möglichkeiten der Teilzeit- und Telearbeit.

Kinderzuschüsse

Inhaber und Inhaberinnen von Stipendien können Kinderzuschüsse erhalten; Wissenschaftlerinnen mit befristeten Arbeitsverträgen nach Wissenschaftszeitvertragsgesetz können bei Schwangerschaft und Geburt eine Vertragsverlängerung in Anspruch nehmen.

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