Präsident Markl entschuldigt sich bei den Opfern medizinischer Versuche während des Nationalsozialismus

2001

Foto: Hubert Markl mit Eva Mozes Kor beim Symposium von 2011, Norbert Michalke/MPG.

Mit dem Berliner Symposium zum Thema biowissenschaftliche Forschung und Menschenversuche an Kaiser-Wilhelm-Instituten beschritt die Max-Planck-Gesellschaft 2001 spät aber entschieden neue Wege der Vergangenheitsbewältigung. Bei dieser Tagung kamen überlebende Opfer der NS-Zeit und Historiker mit Vertretern der MPG zusammen. Stellvertretend für die MPG eröffnete Präsident Hubert Markl den Dialog mit den Gästen, die die menschenverachtenden biowissenschaftlichen Versuche während des Nationalsozialismus überlebt hatten. Die 1997 eingesetzte Historikerkommission hatte zuvor klar belegt, dass auch Wissenschaftler der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die Verbrechen des „Dritten Reichs“ aktiv oder indem sie dessen Ideologie wissenschaftlich legitimierten, mitverantwortet hatten. In seiner Rede betonte Markl, dass „die ehrlichste Art der Entschuldigung die Offenlegung der Schuld,“ sei. Er wies damit der MPG den Weg, Verantwortung für die Vergangenheit zu übernehmen. Markl beließ es aber nicht bei dieser wissenschaftlichen Sichtweise, sondern fand bewegende Worte, sich auch persönlich bei den Überlebenden der Zwillingsforschung zu entschuldigen: „Um Verzeihung bitten kann eigentlich nur ein Täter. Dennoch bitte ich Sie, die überlebenden Opfern, von Herzen um Verzeihung für die, die dies, gleich aus welchen Gründen, selbst auszusprechen, versäumt haben“.

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