Einweihung des neuen Gebäudes für das MPI für Bildungsforschung

1974

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Foto: Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, © MPI Bildungsforschung.

Als das MPI für Bildungsforschung in Berlin 1974 sein neues Gebäude bezog, zeigte auch die Architektur des Architektenteams Fehling und Gogel, dass in der Wissenschaft infolge der 68er Bewegung neue Zeiten angebrochen waren. Der sternförmig angelegte Bau, der auf repräsentativen Pomp ebenso verzichtet wie auf anonyme Strukturen im Inneren, stellt in seiner Art etwas völlig Neues dar. Er setzt ganz auf Kommunikation und entwickelt die äußere Form aus den inneren Bedürfnissen der Forschung. „Allein denken und lesen“, und „mit anderen kommunizieren“ – für diese grundlegenden Bedürfnisses geisteswissenschaftlichen Arbeitens entwarfen Fehling und Gogel einen Rahmen. Es ist aber auch Ausdruck der neuen Tendenzen im Wissenschaftsbetrieb zu mehr Mitbestimmung der Mitarbeiter unterhalb der direktorialen Ebene. Das Institut war schon 1962 gegründet worden und vertrat mit seinem Forschungsthema von Anfang an auch ein gesellschaftliches Anliegen: Es untersucht die Bedingungen von Bildungserwerb. Die ungewohnte Architektur sollte diese Arbeit unterstützen und beschritt damit in jeder Hinsicht neue Wege.

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