Überschatteter Neuanfang. Ein Neubau für das MPI für Hirnforschung

1961

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Foto: Das Gebäude des MPI Hirnforschung um 1960, Archiv der Max-Planck-Gesesellschaft.

Das Max-Planck-Institut für Hirnforschung bezog 1961 ein neues Gebäude in Frankfurt/Main. Der Einzug beendete die provisorische Unterbringung der Nachkriegsjahre. Das Institut war als KWI für Hirnforschung in Berlin-Buch gegründet und in den letzten Kriegsjahren verlagert worden. Seine fünf Abteilungen hatten in fünf verschiedenen westdeutschen Städten Notunterkünfte gefunden. Diese wurden nun zusammengeführt. In den modernen Bau zogen jedoch auch die ehemaligen Abteilungsleiter Julius Hallervorden und Hugo Spatz ein, die während des „Dritten Reichs“ am Institut Karriere gemacht und vom menschenverachtenden System profitiert hatten. Sie brachten eine große Sammlung von Hirnschnitten in das neue Gebäude, von denen sich später herausstellte, dass sie von Opfern der NS-„Euthanasie“ stammten, in die Spatz und Hallervorden selbst involviert gewesen waren.

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