Lise Meitner flieht nach Stockholm

1938

Lisa Meitner
Foto: Lise Meitner, Archiv der Max-Planck-Gesellschaft.

Ohne gültigen Reisepass, nur mit leichtem Handgepäck gelang Lise Meitner am 13. Juli 1938 die Flucht aus Deutschland. Die Wienerin stammte aus einer jüdischen Familie und war als Ausländerin in den ersten Jahren des „Dritten Reichs“ zunächst nicht von den antisemitischen Gesetzen betroffen. Das änderte sich im März 1938 mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Meitners Flucht beendete eine fast dreißigjährige, fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit. Zusammen mit dem Radiochemiker Otto Hahn hatte Meitner Pionierarbeit auf dem Gebiet der Strahlungsmessung geleistet und seit 1913 mit Hahn gemeinsam die Abteilung für Radioaktivitätsforschung im KWI für Chemie geleitet. 1918 hatte sie dort eine eigene radiophysikalische Abteilung aufgebaut. Wenige Monate nach Meitners Flucht entdeckten Hahn und Fritz Straßmann die Kernspaltung und berichteten Meitner darüber. Gemeinsam mit ihrem Neffen entwickelte die Physikerin daraufhin die theoretische Begründung. Der Nobelpreis für diese Entdeckung ging später jedoch nur an Otto Hahn.

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