Otto Hahn

1946-1960

Otto Hahn
Original 1510821971

Otto Hahn wurde am 8. März 1879 in Frankfurt/Main als Sohn des Glasermeisters und Kaufmanns Heinrich Hahn geboren. Nach seiner Schulzeit in Frankfurt studierte er, der jüngste von vier Brüdern, der nach dem Willen seines Vaters eigentlich Architekt werden sollte, Chemie auf den Universitäten Marburg und München. Er wurde 1901 in Marburg bei Theodor Zincke mit einer organisch-chemischen Arbeit (Die Bromderivate des Isoeugenols) promoviert. 1901/02 Militärdienst. Nach zweijähriger Assistentenzeit (1902-1904) in Marburg ging er nach England zu Sir William Ramsay (1904/05). Dort wurde er in das neue Gebiet der Radioaktivität eingeführt und fand eine radioaktive Substanz, das Radiothor. Zur weiteren Ausbildung ging er im Winter 1905/06 nach Montreal in Kanada zu Ernest Rutherford. Hier fand er u. a. eine weitere radioaktive Substanz, das Radioactinium. Auf Grund dieser Arbeiten entschloß sich Otto Hahn auf Vorschlag von Sir William Ramsay, bei der Radiumforschung zu bleiben, und er ging 1906 als Assistent an das Chemische Institut der Universität Berlin zu Professor Emil Fischer (bis 1910) und habilitierte sich dort im Jahre 1907 (ohne Habil.-Schrift). Er hatte inzwischen eine weitere radioaktive Substanz entdeckt, das Mesothorium, das später Bedeutung als Ersatz für das teurere Radium erlangte. 1910 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität Berlin (bis zu seinem Austritt 1934). 1914-1918 Offizier im Ersten Weltkrieg, u.a. in der Gaskampftruppe um Fritz Haber.

Laufbahn in der KWG

Als Wissenschaftliches Mitglied trat er 1912 in das neugegründete Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem als Abteilungsleiter ein. 1924 wurde er 2. Direktor des Instituts, von 1928 bis 1945 war er Direktor und bis 1936 auch Senator der KWG. Von 1949 bis 1960 war Hahn dann Wissenschaftliches Mitglied des MPI für Chemie. In enger wissenschaftlicher Freundschaft arbeitete er von 1907 bis 1938 mit Dr. Lise Meitner (im KWI seit 1913) zusammen, vor allem über ß-Strahlen; 1918 fanden sie gemeinsam das Protactinium, 1922 Uran-Z. 1938 entdeckte Otto Hahn in Zusammenarbeit mit Fritz Straßmann die Spaltung des Urans durch Neutronen. Die physikalische Erklärung und Darstellung der Entdeckung gelang Lise Meitner im schwedischen Exil gemeinsam mit Otto R. Frisch. Für diese Entdeckung wurde Hahn 1945 der Nobelpreis für 1944 zuerkannt.

Otto Hahn ging nach allgemeinem Zeugnis der Zeitgenossen persönlich integer durch die NS-Zeit. Er setzte sich maßgeblich für jüdische Kollegen und Freunde ein und verhalf einigen zur Flucht oder zum Überleben. Nach dem verlorenen Krieg befand er sich mit anderen deutschen Wissenschaftlern in britischer Internierung in Farmhall. Sein Institut in Berlin war 1944 weitgehend zerstört und von Berlin nach Tailfingen in Württemberg verlagert worden.

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