Forschungsbericht 2011 - Archiv der MPG

Öffentlichkeitsarbeit und Benutzung

Autoren
Beck, Lorenz
Abteilungen
Archiv der MPG
Zusammenfassung
Die Aktivitäten des Archivs waren durch Maßnahmen zum Ausbau des Archivgebäudes eingeschränkt. Erhebliche Aufwendungen erforderte die Unterstützung von Aktivitäten der MPG und anderer Einrichtungen im Jubiläumsjahr und im Berliner Wissenschaftsjahr 2010 und waren in Vorbereitung der eigenen Jubiläumspublikationen notwendig. Trotzdem erholte sich die Benutzung der Archivbestände gegenüber 2009 und waren die übrigen Archivaufgaben fast in gewohntem Maße zu erbringen. Dazu gehören die Ergänzung der Archivbestände und die Aufarbeitung dieser Zugänge ebenso wie bestandserhaltende Maßnahmen.

Zwei Schwerpunkte beherrschten 2010 die Arbeit des Archivs. (1) Im ersten der beiden Jubiläumsjahre des Centenariums der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft waren Bestände und Auskunftskompetenz seiner Mitarbeiter für verschiedene Jubiläumsaktivitäten stark gefragt. Daneben traten die Vorbereitungen für die eigenen Jubiläumspublikationen in ihre entscheidende Phase. (2) Nach längerer Vorplanung und mehrfacher Verzögerung fanden mehrere Kleine Baumaßnahmen zum Ausbau des Obergeschosses des Archivgebäudes (bisher Gästewohnungen der Generalverwaltung) für Archivzwecke und zur Verbesserung der Brandschutz- und Lagerbedingungen im Magazingeschoss statt. Die Baumaßnahmen zwangen zum temporären Umzug in ein Nachbargebäude von Mai bis Dezember, wodurch ein annähernd geordneter Dienstbetrieb aufrechterhalten werden konnte. Die Archivbenutzung war lediglich durch kurze generelle Schließzeiten und zeitliche Verzögerungen bei der Vorlage aus bestimmten Archivbeständen eingeschränkt.

Obwohl die Lesesäle insgesamt 15 Tage weniger als in normalen Jahren geöffnet werden konnten, lag die Zahl der Benutzer (125) an 476 (2009: 444) Besuchstagen jubiläumsbedingt wieder leicht über der des Vorjahres (118) und damit etwas über dem langjährigen Mittel. Enstprechend erfuhr die Benutzung der Archiv- und Bibliotheksbestände gegenüber dem relativen Rückgang im Jahr 2009 wieder Zuwachs. Die Zahl der vorgelegten Archivalien betrug 4.608 (2009: 3.434) und bewegt sich damit wieder im Bereich der Jahre 2005 und 2006. Unverändert hoch ist dabei das Interesse an Bildmaterial (Foto und Film). Auch die auf schriftlichem oder fernmündlichen Weg erteilten Auskünfte stiegen auf 1.451 (2009: 1.174) an. Die Internetseite des Archivs zählte mit 95.486 weniger Zugriffe als 2009 (118.073), als eine Erweiterung der Seiten diese offensichtlich besonders interessant machte.

Die Benutzung für Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit der MPG und ihrer Kooperationspartner im Berliner Wissenschaftsjahr 2010 forderte von den Mitarbeitern des Archivs einen erheblich gesteigerten Beratungsaufwand. So war das Archiv mit zahlreichen Leihgaben in der zentralen Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin“ vom 24. 9. 2010 bis 9. 1. 2011 im Berliner Martin-Gropius-Bau – mit entsprechendem Begleitaufwand für das Archiv – vertreten. Die Jubiläumsausstellung der Humboldt-Universität „Mittendrin. Eine Universität macht Geschichte“ vom 16. April bis zum 15. August 2010 im neuen Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum erhielt ebenso eine Reihe von Leihgaben. In eigenen Räumen präsentierte das Archiv Dokumente und Bilder zur Frühgeschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, die als Nukleus für weitere Verwendung innerhalb der MPG zur Verfügung stehen.

Die Öffentlichkeitsarbeit der MPG wurde über die Ausstellung hinaus in Vorbereitung der Festveranstaltung am 11. Januar, bei der Erarbeitung der Jubiläumspublikation „Denkorte“, bei den angeboteten Dahlem-Spaziergängen zum Wissenschaftscampus des „Deutschen Oxford“ (einschließlich Faltblatt), beim Ausbau der Max-Planck-Gallery im Berliner Büro und bei der Erweiterung der Internet-Seiten der MPG mit z.T. außerordentlich umfangreicher Beratung, Texten und Archivmaterial unterstützt. Gemeinsam mit der Historischen Kommission zu Berlin wurde eine Gedenktafel für die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1910/11 für ein Gebäude der Humboldt-Universität vorbereitet. Daneben wurden neue Bände für die Veröffentlichungsreihen des Archivs vorbereitet und die Vortragsreihe „Dahlemer Archivgespräche“ im gewohnten Rahmen fortgesetzt. Im ersten Jubiläumsjahr waren naturgemäß Führungen zu den Dahlemer Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Instituten stark nachgefragt.

Überlieferungsbildung

Trotz der besonderen Belastung des kleinen Mitarbeiterstabes im Jubiläumsjahr und unter laufender Baumaßnahme erfuhr die Sicherung der Überlieferung der Max-Planck-Gesellschaft und ihrer Wissenschaftlichen Mitglieder keine Einschränkung. Die Zugänge an Archivgut lagen in den Größenordnungen der Vorjahre. Dabei sind neben wichtigen Vor- und Nachlässen im Berichtsjahr reguläre Zugänge aus der Altregistratur der Generalverwaltung (insbesondere Akten der Institutsbetreuung), aus dem Präsidialbüro (Präsidialakten Hubert Markl) und dem Büro der Generealsekretärin hervorzuheben.

Neben 10 Besuchen wegen Neuübernahmen standen erneut mehr als Vorgänge 200 Schriftverkehr und etwa 100 Telefongespräche. Das Archiv übernahm schließlich ca. 153 laufende Meter (lfm) Unterlagen (2009: ca. 330 lfm). Von diesen Unterlagen und aus Übernahmen aus dem Vorjahr wurden insgesamt ca. 100 lfm kassiert (2009: 40 lfm). Unter den Nachlaßunterlagen sind drei, z.T. umfangreiche Sonderdrucksammlungen zu nennen.  Neben den Aktenbeständen konnte der Bildbestand um ca. 2.700 Fotos erweitert werden, wobei die Reihe der 2009 aus dem Nachlaß des Fotografen Hugo Erfurth (1874-1948) angekauften hochwertigen Portraitfotografien von Max Planck aus den 1930er Jahren um einzelne Aufnahmen und die zugehörigen Negative ergänzt werden konnte.

Auch 2010 erfolgte die Komplettsicherung der Internetseiten der Institute und der Generalverwaltung.

Erschließung der Bestände

Die Neuzugänge wurden wie gewohnt datenbankgestützt erschlossen (insgesamt ca. 80 lfm), so daß Neuzugänge unverändert kurzfristig zugänglich sind – soweit Zugangsrechte bestehen. In begrenztem Maße (17 lfm) konnten ferner vor allem mit Hilfe befristet Beschäftigter herausragende Nach- und Vorlaßbestände (u.a. Helmut Coing, Gustav Kramer, Alfred Kühn, Richard Kuhn) vertieft verzeichnet werden. Die Verfilmung von Archivgut und die Retrokonvertierung konventioneller Archivfindmittel wurde in reduziertem Umfang fortgesetzt.

Die neue Archivdatenbank wurde nach ihrer Einführung im Vorjahr in Betrieb genommen und die Retrokonversion und Aktualisierung der Daten für die Internetpräsentation der Bestände weitgehend abgeschlossen. Die Umverpackung abschließend bearbeiteter Archivbestände in alterungsbeständige Mappen und Kartonagen wurde für die Bestandabteilung III. Vor- und Nachlässe in Angriff maßgeblich vorangetrieben.

 

Bibliothek

Der aktuelle und komfortabel zu benutzende elektronische Katalog konnte nach – technisch bedingtem – erheblichen Vorlauf wieder via Internet zugänglich gemacht werden. Die Bibliothek erwarb 320 Bände Monographien und 208 Bände Periodika, aus denen 232 Aufsätze erfasst wurden, sowie 80 katalogisierte Aufsätze und Broschüren, so daß sich die Arbeiten hier im Umfang der Vorjahre bewegen. Sie verwaltet derzeit 154 laufende Zeitschriften und Serien.

Zur Redakteursansicht