Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie

Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie

Ziel des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie ist es, die Funktion, Kommunikation und Interaktion von Mikroorganismen mit ihrer Umwelt zu verstehen, mit Hilfe mathematischer Modelle zu beschreiben und durch synthetisch-biologische Ansätze gezielt zu verändern. Welche Mechanismen befähigen Mikroben zu ihren enorm diversen Stoffwechselleistungen in den globalen Stoffkreisläufen? Welche relevanten Naturstoffe bilden sie? Wie sind sie in der Lage, sich den Veränderungen der Umwelt anzupassen? Welche Mechanismen liegen dem Zellzyklus und der Zellpolarität mikrobieller Lebewesen zugrunde? Wie interagieren Mikroben untereinander und mit anderen Organismen wie Pflanzen und Tieren? Wie können ihre metabolischen Eigenschaften gezielt verändert und genutzt werden, um aktuellen Herausforderungen, wie z.B. der globalen Erwärmung oder der Antibiotikakrise, zu begegnen? Diesen und anderen Fragen widmet sich das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie durch umfassende Grundlagenforschung, von der atomaren Ebene bis hin zum Ökosystem.

Kontakt

Karl-von-Frisch-Str. 10
35043 Marburg
Telefon: +49 6421 178-0
Fax: +49 6421 178-999

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):

IMPRS on Principles of Microbial Life

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren bzw. Direktorinnen und in den Forschungsgruppen.

Abteilung Naturstoffe in Organismischen Interaktionen

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Abteilung Biochemie und synthetischer Metabolismus

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Abteilung System- und Synthetische Mikrobiologie

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Schwarzer Rauch aus einem Hydrothermalquellen-Schlot im Meer

Wie aus komplexen Molekülen Leben auf der Erde entstand und was das für den Rest des Universums bedeutet

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Vier Personen halten unterzeichnete Dokumente bei einer Zeremonie vor einer Präsentation.

Neue Kooperationen widmen sich synthetischer Biochemie sowie den Wechselwirkungen von Luftverschmutzung, Extremwetter und Klima

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Zwei Hände in schwarzen Handschuhen halten eine durchsichtige Petrischale, die rote Bakterienkulturen enthält, vor einem hellen Hintergrund.

Helge Bode und Tobias Erb vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie haben neue Wege gefunden, Peptide für die Medizin herzustellen

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Eine sogenannte Mehrfachpipette in einem Hochdurchsatz-Roboter, in den Pipettenspitzen befindet sich eine gelbe Lösung und Tropfen hängen daran.

Rohstoffe aus CO2 

11. Dezember 2025

Ein künstliches Enzym ermöglicht die Umwandlung von CO2 in Ameisensäure 

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Moleküle mit Autos zu vergleichen scheint ein wenig gewagt. Was ihre Herstellung betrifft, gibt es jedoch durchaus Ähnlichkeiten: Manche von ihnen werden in einer Zelle tatsächlich wie am Fließband produziert. Helge Bode und Tobias Erb vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg wollen diese molekularen Fertigungsstraßen so umbauen, dass sie damit neue Antibiotika herstellen können, die für den Kampf gegen resistente Krankheitserreger dringend gebraucht werden.

Wenn eines Tages eine Raumsonde auf dem Saturnmond Enceladus oder einer anderen fernen Welt landet: Würde die Menschheit Leben erkennen, wenn es dort welches gäbe? Die Bausteine des Lebens, Aminosäuren und Nukleobasen, schwirren zumindest reichlich durchs All. Doch welche Zutaten und Umweltbedingungen braucht es genau, damit Leben entsteht? Forschende der Max-Planck-Gesellschaft hoffen, die Antwort bei einem Blick zurück zu finden: Wie wurde einst auf der Erde aus toter Chemie lebendige Biologie?

Wer in Marburg forscht, muss dafür buchstäblich Berge erklimmen. Nicht umsonst heißt der Standort von Universität und diversen Forschungseinrichtungen „Campus Lahnberge“. Man kann also schon außer Puste kommen, wenn man mit dem Fahrrad zum Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie möchte. Nicht aber Katharina Höfer – für sie ist das Routine.

Max-Planck-Forschende kooperieren mit Partnern in mehr als 120 Ländern. Hier schreiben sie über ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke. Elizaveta Bobkova vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg war im Rahmen des deutschfranzösischen Austauschprogramms Salto drei Monate in Bordeaux. Sie meisterte komplizierte Labortechniken, war Jurorin bei einem Wettbewerb der synthetischen Biologie und konnte sich auch ihrem Lieblingssport widmen: dem Eiskunstlauf.

Dass eine Wissenschaftlerin den Laborkittel an den Haken hängt und Journalistin wird, ist nicht ungewöhnlich. Martina Preiner hat es genau andersherum gemacht. Nach einer Karriere als Wissenschaftsjournalistin wechselte sie mit Anfang dreißig noch mal die Seiten und kehrte ins Labor zurück. Der Grund für den Sinneswandel war ihre Faszination für die Entstehung des Lebens.

Jedes Lebewesen muss Stoffe aus der Umgebung aufnehmen und in Substanzen umwandeln, die es zum Leben braucht. Ohne Stoffwechsel gäbe es folglich kein Leben auf der Erde. Tobias Erb, Direktor am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg, möchte Stoffwechselwege so umprogrammieren, dass sich damit Rohstoffe schonender und effizienter produzieren lassen. Sein jüngster Coup: ein Stoffwechselkreislauf, der mit elektrischem Strom angetrieben wird.

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Das Enzym Nitrogenase: Besondere Fähigkeiten für eine nachhaltige Biotechnologie

2024 Rebelein, Johannes

Mikrobiologie Strukturbiologie

Die Nitrogenase katalysiert eine der schwierigsten Reaktionen der Natur, die Umwandlung des atmosphärischen Stickstoffs in Ammoniak – biologischen Dünger. Im letzten Jahr gelang es, die genaue Struktur der Eisen-Nitrogenase aufzuklären. Außerdem stellten wir fest, dass sie noch mehr kann: Sie setzt nicht nur Stickstoff um, sondern kann auch Kohlendioxid (CO2) zu Kohlenwasserstoffen umwandeln. Nitrogenasen ermöglichen damit nicht nur neue Chancen für eine nachhaltige Düngemittelproduktion, sondern auch die Umwandlung von Kohlenstoffabfällen in nützliche Chemikalien und Treibstoffe.

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Kleine Proteine, große Wirkung 

2023 Yuan, Jing

Mikrobiologie Zellbiologie

Die Natur nutzt antimikrobielle Peptide als Breitbandantibiotika: Sie bilden die erste Verteidigungslinie gegen eindringende Krankheitserreger. Bakterien wiederum entwickeln fortlaufend neue Fähigkeiten, dieser Abwehr zu entkommen. Unsere Forschungsgruppe fand heraus, wie ein kleines Protein Bakterien in die Lage versetzt, die antimikrobiellen Peptide immer wieder frühzeitig zu erkennen und sich somit effektiv zu verteidigen. Unsere Arbeit liefert eine molekulare Grundlage für die Entwicklung neuer Peptid-basierter Wirkstoffe.

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Zurück in die Zukunft der Photosynthese

2022 Hochberg, Georg

Evolutionsbiologie Genetik Mikrobiologie

Das zentrale Enzym der Photosynthese, Rubisco, ist der am häufigsten vorkommende Biokatalysator der Erde. Aber wie entwickelte sich Rubisco, und wie passte das Enzym sich den Veränderungen im Laufe der Erdgeschichte an? Durch Rekonstruktion Milliarden Jahre alter Enzyme gelang es, eine der wichtigsten Anpassungen der frühen Photosynthese aufzuklären. Unsere Ergebnisse liefern nicht nur Erkenntnisse über die Evolution der modernen Photosynthese, sondern auch neue Ideen für ihre synthetische Verbesserung.

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Ustilago maydis ist einer von zahlreichen pilzlichen Krankheitserregern, die jährlich weltweit große Mengen an Getreide vernichten. Seine hochspezifische Interaktion mit der Wirtspflanze Mais ist ein wertvolles Modellsystem zur Erforschung molekularer Details der Pilz-Pflanze-Interaktionen. Wir fanden einen pilzlichen Komplex aus sieben Proteinen, der eine essenzielle Rolle bei der Krankheitsentstehung spielt. Unsere Entdeckung ermöglicht potenziell neuartige Ansätze im Pflanzenschutz.

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Lichtgesteuerte Injektion im Mikromaßstab

2020 Diepold, Andreas

Mikrobiologie

Bakterien, beispielsweise Salmonellen oder Yersinien, schießen mit winzigen „Injektionsnadeln“ Proteine in ihre Wirtszellen. Schon seit längerem arbeiten Forscherinnen und Forscher daran, mithilfe eines solchen bakteriellen Injektionsapparates ausgewählte Proteine in Eukaryonten-Zellen einzuschleusen. Der Einbau eines optogenetischen Schalters ermöglicht es jetzt, das Injektionssystem mittels Lichtreizen zu steuern. Dies ermöglicht den zielgenauen Einsatz in biotechnologischen oder medizinischen Anwendungen.

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