Heinz A. Staab

1984-1990

Heinz Staab
Original 1510748065

Ein Porträt von Hans-Gerhard Husung

„Wissenschaft ist ein dynamischer Prozess, dem sich die Organisationsformen der Wissenschaft immer wieder neu anzupassen haben. Im Bestehenden zu verharren, ist gerade für eine Wissenschaftsorganisation der Anfang des Weges in die Bedeutungslosigkeit“ – so fasste Heinz A. Staab 1986 seine prägenden Erfahrungen als Wissenschaftler und sein Verständnis von Tradition und Auftrag der Max-Planck-Gesellschaft aus Anlass der 75-jährigen Wiederkehr der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zusammen.

Seine eigenen wissenschaftlichen Interessen reiften während des Studiums in Marburg, Tübingen und Heidelberg heran und führten zu Promotionen sowohl in Chemie als auch in Medizin. Hans Meerwein, Rolf Huisgen, Adolf Butenandt und Georg Wittig gehörten zu seinen akademischen Lehrern. Besondere wissenschaftliche und wissenschaftsorganisatorische Perspektiven sind mit Richard Kuhn und dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg verbunden. 1962 an die Heidelberger Universität berufen, übernahm Staab in besonders bewegter Zeit 1968 hochschulpolitische Verantwortung für Kontinuität und Wandel als Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und 1969 als Prorektor der Universität Heidelberg. Zur gleichen Zeit begann sein über zehnjähriges Engagement in den Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im Dialog zwischen Wissenschaft und Politik im Wissenschaftsrat wirkte er 1976 – 1979 mit, um als Vorsitzender des Forschungsausschusses mitzuhelfen, die Belastungen der Universität zu mildern und die sich abzeichnende finanzielle Stagnation für die Forschung zu überwinden.

Die Max-Planck-Gesellschaft berief ihn 1974 zum Wissenschaftlichen Mitglied und als Direktor der Abteilung Organische Chemie an das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Eine über mehr als zwei Jahrzehnte ununterbrochene Publikationstätigkeit im MPI zeugt von der erfolgreichen Forschungsarbeit.

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