Partner in der Forschung

Max-Planck und RIKEN feiern Jubiläum der Kooperation

26. Februar 2014

Mit einem Festakt haben die Max-Planck-Gesellschaft und RIKEN in Tokio das 30-jährige Bestehen ihrer Zusammenarbeit gefeiert. Etwa 150 Teilnehmer kamen dabei zusammen – darunter die Präsidenten beider Forschungseinrichtungen, führende Wissenschaftler und hohe Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Der Präsident von RIKEN, Ryoji Noyori, begrüsste MPG-Präsident, Peter Gruss, im Industry Club in Tokio

Der Festakt wurde am Mittwoch im  Industry Club of Japan in Tokio von Ryoji Noyori eröffnet. Der Präsident von RIKEN verwies darauf, dass die von ihm geführte Forschungsorganisation 1917 nach dem Vorbild der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft gegründet wurde und sich auch heute an der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) orientiert. „Im Zuge der jüngsten Reformen des japanischen Forschungssystems wurde RIKEN aufgrund seiner Unabhängigkeit, seiner starken internationalen Ausrichtung und seines Evaluationssystems offiziell als Beispiel und Vorbild für andere japanische Forschungseinrichtungen genannt. MPG-Wissenschaftler wirken als Mitglieder in wissenschaftlichen Beiräten von RIKEN mit. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass RIKEN heute als die japanische Forschungsinstitution betrachtet wird, die der MPG am ähnlichsten ist”, sagte Ryoji Noyori.

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, betonte wie sein Amtskollege Noyori die Bedeutung zielgerichteter internationaler Zusammenarbeit im Bereich der Spitzenforschung: „Die Zukunftsaufgabe besteht darin, Wissenschaftler und Institute noch stärker miteinander zu vernetzen. Denn für den wissenschaftlichen Erfolg ist die Zusammenarbeit von enormer Bedeutung.” Die RIKEN-Institute in Wako, Tsukuba, Yokohama, Kobe und Harima zählten in ihren jeweiligen Forschungsgebieten zu den besten und würden als bedeutender Bestandteil des internationalen Forschungsnetzwerkes wahrgenommen. Mit Blick auf die aktuell laufenden Kooperationsprojekte fügte Gruss hinzu: „Dr. Noyori, es fühlt sich einfach gut an zu wissen, dass wir mit RIKEN einen so verlässlichen und starken Partner haben, auf den wir zählen können.“ Unter den Rednern waren zudem Vertreter der japanischen Regierung wie Ichita Yamamoto, Minister für Wissenschafts- und Technologiepolitik, Yoshitaka Sakurada , Vizeminister des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie,  sowie Tadyuki Tsuchiya, stellvertretender Minister dieses Ministeriums. Auch der Vorsitzende der japanischen Wirtschaftsvereinigung, Hiromasa Yonekura, war zugegen. Die deutsche Regierung wurde vertreten vom Leiter der Wissenschafts- und Wirtschaftsabteilung der deutschen Botschaft, Lutz H. Görgens.

Beim Festakt sprach Hiroyuki Osada, einer der Co-Direktoren des Max Planck-RIKEN Center for Systems Chemical Biology, über den Aufbau und die Fortschritte dieser gemeinsamen Forschungsplattform, die 2011 begründet wurde und neben der Forschungszusammenarbeit auch den Austausch von Wissenschaftlern und Doktoranden einschließt. Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und ebenso Co-Direktor des Max Planck-RIKEN Center, stellte heraus, wie aus Erkenntnissen der Grundlagenforschung im Bereich der chemischen Glykomik neue Diagnostiken und Impfstoffe entwickelt werden. Der Festakt war eingebettet in weitere Veranstaltungen, darunter Workshops mit Wissenschaftlern beider Organisationen und ein Empfang des Deutschen Gesandten und Charge dAffairs, Stefan Herzberg.

Die institutionelle Zusammenarbeit zwischen RIKEN und MPG geht auf eine 1984 zwischen den Präsidenten Tatuoki Miyazima und Reimar Lüst abgeschlossene Rahmenvereinbarung zurück. Entscheidende Grundlage dafür sollte der regelmäßige Austausch zwischen den Wissenschaftlern sein. Diese Vereinbarung war auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor von RIKENs Frontier Research Program, das 1987 mit Hilfe finanzieller Unterstützung der japanischen Regierung mit dem Ziel initiiert wurde, ein Drittel der Forschungsmitarbeiter im Ausland zu rekrutieren. Seither hat sich die Kooperation stetig vertieft, zuletzt durch Gründung des Max Planck-RIKEN Center for Systems Chemical Biology. In den Gründungsteams für dieses Zentrum waren die Max-Planck-Direktoren Herbert Waldmann (MPI für Molekularphysiologie) und Peter Seeberger (MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung) sowie mit Hiroyuki Osada und Naoyuki Taniguchi zwei angesehene RIKEN-Forscher vertreten. In den Folgejahren haben RIKEN und MPG viele Forscher der jeweiligen Partnerinstitute aufgenommen. Diese Forschungskooperationen vertiefen die bestehende Partnerschaft weiter.

JE

 


 

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