Spielraum gewinnen für Familie
Die Max-Planck-Gesellschaft erhält zum zweiten Mal das Zertifikat für familienbewusste Personalpolitik
Die Max-Planck-Gesellschaft setzt auf familienbewusste Personalpolitik. Wie wichtig ihr es ist, betriebliche Ziele und Mitarbeiterinteressen in Einklang zu bringen, zeigt das Zertifikat der gemeinnützigen GmbH berufundfamilie - eine Initiative der Hertie-Stiftung - , deren Audit-Verfahren sie sich bereits zum zweiten Mal gestellt hat. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Staatssekretärin Dagmar Wöhrl aus dem Bundeswirtschaftsministerium über-reichten der Max-Planck-Gesellschaft und zahlreichen weiteren Unternehmen im Rahmen einer Feierstunde am 17. Juni in Berlin die Zertifikatsurkunden. Die Max-Planck-Gesellschaft ist die einzige Wissenschaftsorganisation in Deutschland, die mitsamt ihren 80 Instituten als Ganzes ausgezeichnet ist.
"Das Herzstück unseres wissenschaftlichen Erfolgs sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Männer und Frauen, die engagiert und leistungsfähig nicht nur heute, sondern auch in Zukunft für uns tätig sein werden." Für die Generalsekretärin der Max-Planck-Gesellschaft, Dr. Barbara Bludau, ist dies nur zu verwirklichen, wenn sich die Personalpolitik auch an den Wünschen und Bedürfnissen der Beschäftigten orientiert. Die Forschungsorganisation erkennt die Vielfalt der Lebens- und Arbeitsmodelle an und fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstärkt, um berufliche Chancen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen zu eröffnen. So hat sie sich bereits vor einigen Jahren entschlossen, das Audit von berufundfamilie zu absolvieren. Im Jahr 2006 erhielt die Max-Planck-Gesellschaft zum ersten Mal das Zertifikat von berufundfamilie.
Von 2009 bis 2012 hat nun das zweite Zertifikat Gültigkeit. Im Rahmen eines erneuten Audits, wie die gemeinnützige GmbH berufundfamilie ihr Prüfverfahren nennt, wurde die Max-Planck-Gesellschaft auf ihre bisherigen Erfolge bei der Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen untersucht. Außerdem wurde festgelegt, welche neuen Themenfelder in den kommenden Jahren Priorität haben sollen. Dazu wurden unabhängige Auditoren entsandt, die den Prüfprozess moderierten und die Führungskräfte der Max-Planck-Institute bei der Auswahl begleiteten.
Mit breit gefächerten Angeboten zur individuellen fachlichen und persönlichen Förderung von Beschäftigten und zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie betriebsnahe Kinderbetreuungseinrichtungen oder der Möglichkeit, die Hilfe des pme-Familienservice in Anspruch zu nehmen, aber auch mit flexiblen Arbeitszeitregelungen stellt sie Weichen für die Zukunft und trägt dem demographischen Wandel schon heute Rechnung. Die Max-Planck-Gesellschaft wird auch weiterhin jährlich an berufundfamilie über den Stand der Umsetzung von neuen Zielen und Maßnahmen Bericht erstatten. Die kommenden drei Jahre ist sie berechtigt, das europaweit geschützte Zertifikatslogo auf Veröffentlichungen, Druckschriften und Stellenanzeigen zu verwenden. Das gilt auch für ihre 80 Max-Planck-Institute.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen zeigte sich bei der Verleihungsfeier in Berlin erfreut über das wachsende Interesse von Unternehmen an familienbewusster Personalpolitik. Trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise hätten sich so viele Firmen wie noch nie für die jährliche Vergabe der Urkunden qualifiziert: Insgesamt 322 Arbeitgeber wurden ausgezeichnet. "In der Krise sind kluge Mittelfriststrategien gefragt, die Arbeitgebern Luft verschaffen und zugleich gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen binden. Wenn die Konjunktur erstmal wieder anspringt, sind erfahrene und qualifizierte Beschäftigte Gold wert", sagte Ursula von der Leyen. "Den Unternehmen entstehen durch eine familienbewusste Personalpolitik handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile", fügte Dagmar Wöhrl, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, mit Verweis auf eine im Auftrag von berufundfamilie erstellte Studie hinzu. "In familienfreundlichen Unternehmen sind Produktivität und Motivation der Mitarbeiter um je 17 Prozent höher als in anderen Unternehmen, die Fehlzeiten sind um 13 Prozent niedriger."
Von den 322 Arbeitgebern, die heute das Zertifikat entgegennahmen, sind 144 Unternehmen, 145 Institutionen und 33 Hochschulen. 198 wurden zum ersten Mal ausgezeichnet. 124 haben das Audit wie die Max-Planck-Gesellschaft bereits zum wiederholten Mal durchlaufen - damit haben sich mehr als 95 Prozent der bereits zertifizierten Arbeitgeber dafür entschieden, den Weg zu einer familienbewussten Personalpolitik weiterzuverfolgen und im Auditierungsprozess zu verbleiben. Insgesamt 12 Prozent aller großen Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern tragen zurzeit das Zertifikat zum Audit von berufundfamilie und nutzen es bei der Anwerbung von Personal. Ebenso sind über die Hälfte der großen Universitäten mit mehr als 10.000 Studierenden Träger des Zertifikats zum Audit familiengerechte Hochschule. Bis Ende 2009 werden außerdem alles Bundesministerien auditiert sein.
