Ein Zuhause für Wissenschaft und Familie

Auf dem Göttinger Nordcampus entsteht derzeit ein Apartmenthaus mit Kita – bezahlbarer Wohnraum für Max-Planck-Forschende und -Studierende.

Mit einer feierlichen Grundsteinlegung samt Zeitkapsel feierte am 4. Juni die Max-Planck-Förderstiftung offiziell den Baustart ihres neuen Wohnprojekts auf dem Göttinger Nordcampus. Bereits 2026 soll das fünfstöckige Apartmenthaus mit 154 Wohneinheiten bezugsfertig sein. Sie sind vorrangig für Mitarbeitende der drei Göttinger Max-Planck-Institute vorgesehen. Ergänzt wird das Wohnangebot durch eine Kindertagesstätte mit 60 Betreuungsplätzen, darunter Krippen- und Integrationsplätze. „Max-Planck-Spitzenforschung braucht beste Rahmenbedingungen – und dazu gehören bezahlbarer Wohnraum sowie die Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Roman Franz, technischer Leiter des Immobilienbereichs der Max-Planck-Förderstiftung und Geschäftsführer der Projektgesellschaft.

Freiräume schaffen

Wie einige Unternehmen in der freien Wirtschaft setzt auch die Max-Planck-Gesellschaft auf eigene Immobilien, um der angespannten Wohnungssituation zu begegnen, die insbesondere für Familien oder Berufsanfänger*innen eine Herausforderung ist. Thorsten Kleine, Direktor am direkt neben dem Neubau gelegenen Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, betont: „Das Apartmenthaus ist ein großer Gewinn für unseren Campus. Die Wohnungen sowie die dringend benötigten Kita-Plätze werden unsere Mitarbeitenden spürbar entlasten und die Attraktivität Göttingens als Forschungsstandort weiter stärken.“

Die zwischen 23 und 55 m² großen Wohnungen sind voll möbliert und teilweise barrierefrei ausgestattet. Sie bieten Platz für Einzelpersonen, Wohngemeinschaften, Paare oder Familien. Alle Apartments verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse. Außerdem stehen Gemeinschaftsflächen wie Lounges, Wasch- und Trockenräume sowie Außen- und Fahrradstellplätze zur Verfügung. Eine Photovoltaikanlage erzeugt den Strom für Heizwärme und Wärmepumpe.

Die Projektkosten in Höhe von rund 25 Millionen Euro werden vollständig durch die Max-Planck-Förderstiftung getragen. Die Stiftung wurde vor 19 Jahren von dem Unternehmer und Verleger Stefan von Holtzbrinck sowie dem Rechtsanwalt und Manager Reinhard Pöllath gegründet. Mit einem Stiftungskapital von rund 725 Millionen Euro zählt sie heute zu den größten privat finanzierten wissenschaftsfördernden Stiftungen Deutschlands. Zuwendungen und Großspenden engagierter Förderinnen und Förderer ermöglichen es, die 84 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zu unterstützen, wenn öffentliche Mittel nicht ausreichen.

Zusätzlich zum Neubau in Göttingen sind noch weitere Projekte in Planung. In Garching bei München und in Heidelberg sollen ähnliche Wohnungsanlagen für Forschende, Promovierende, Auszubildende und Studierende entstehen. Im Münchener Stadtzentrum existieren bereits 34 Apartments, die von Doktorandinnen und Doktoranden der Max Planck Schools genutzt werden.

Aus einer ehemaligen Disco wird eine Forschungsstätte 

Auch außerhalb von Deutschland ist die Stiftung aktiv. Sie unterstützt derzeit die Erweiterung eines der traditionsreichsten Institute der Max-Planck-Gesellschaft, der Bibliotheca Hertziana in Rom.

Das weltweit führende kunsthistorische Institut widmet sich der Erforschung der bildenden Kunst und Architektur von der Nachantike bis ins 20. Jahrhundert sowie deren Bedeutung für die europäische Kulturgeschichte. Für ihre erfolgreich gesetzten Forschungsstrategien werden zusätzliche Räume in unmittelbarer Nähe zur Spanischen Treppe und der Villa Medici benötigt – eine Gegend, in der Immobilien äußerst rar sind. Daher war es ein Glücksfall, dass die Max-Planck-Förderstiftung ein rund 500 Quadratmeter großes, historisches Saalgebäude in der Nähe aus einer Insolvenz im Rahmen einer Zwangsversteigerung erwerben konnte. Die ehemalige Diskothek mit Brandschaden in der Via Gregoriana soll nun fachgerecht saniert und an die Bibliotheca Hertziana vermietet werden. Derzeit befindet sich die Erweiterungsfläche noch in der Genehmigungsplanung.

Über „NeuHaus“

Das Göttinger Gebäude wird „NeuHaus“ heißen. Damit würdigt die Stiftung ihren größten Förderer, den im Jahr 2007 verstorbenen ostwestfälischen Unternehmer Hermann Neuhaus. Der Hersteller der deutschlandweit bekannten schwarzen Mülltonne der Marke SULO hinterließ einen Großteil seines Vermögens der Hermann-Neuhaus-Stiftung. Diese wird unter dem Dach der Max-Planck-Förderstiftung geführt. Durch sie werden – dem Fördererwunsch entsprechend – insbesondere Projekte mit Anwendungspotenzial gefördert und Innovationen für die Zukunft ermöglicht. Das finanzielle Fundament von Hermann Neuhaus sowie das gemeinnützige Engagement weiterer Privatpersonen ermöglichen der Stiftung diese besondere Investition.

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