Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan H.E. Kaufmann
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23. März 2011
Text: Stefan H. E. Kaufmann
Irgendwann vor zehn bis zwanzigtausend Jahren wachte ein Mensch schweißgebadet unter Hustenanfällen auf, die in den darauf folgenden Tagen immer heftiger wurden. Der Kranke begann Blut zu spucken, nahm immer weniger Nahrung zu sich und verstarb bald darauf an Auszehrung. Zum ersten Mal war ein Mensch an Tbc erkrankt.
Tbc ist eine uralte Infektionskrankheit, die hunderte von Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat und bis heute zu den größten Gesundheitsbedrohungen der Menschheit zählt. Erste Hinweise auf Tbc finden sich in Knochenfunden aus dem Neolithikum ca. 5000 v. Chr. Erste echte Beschreibungen sind in 6000 Jahre alter Literatur Chinas und in 4000 Jahre alten religiösen Schriften Indiens nachzulesen. Auch die Bibel verweist mehrfach auf die Tbc. Mit modernsten gentechnologischen Methoden konnte in 4000 Jahre alten ägyptischen Mumien der Erreger der Tbc nachgewiesen werden.
Die Krankheit tritt in zwei völlig unterschiedlichen Formen auf. Einmal als Phthisis, die als Schwindsucht einen eher vergeistigten Eindruck weckt, der in der Romantik schon fast verherrlicht wurde. Bis heute ist dies die häufigste Form der Tbc. Zum anderen als Skrofulose, bei der die Befallenen unter Geschwüren leiden und daher auf ihre Umgebung abstoßend wirken. Dieses Krankheitsbild ist heute fast vollständig verschwunden.