Ansprechpartner

Profile_image

Prof. Dr. Siegfried Bethke

Max-Planck-Institut für Physik, München

Telefon: +49 89 32354-381
Fax: +49 89 32354-305

Dr. Matthias Meyer

Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig

Telefon: +49 341 3550-509

Profile_image

Prof. Dr. Ilme Schlichting

Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, Heidelberg

Telefon: +49 6221 486-500
Fax: +49 6221 486-585

Evolutionsbiologie . Strukturbiologie . Teilchenphysik

Spitzenforschung im Jahr 2012

Max-Planck-Wissenschaftler haben dieses Jahr wieder mehrere wissenschaftliche Durchbrüche erzielt

21. Dezember 2012

Zum Jahresende veröffentlicht das Fachmagazin Science seine Auswahl der bedeutendsten Veröffentlichungen im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr sind Max-Planck-Forscher auf der Liste vertreten. Zum wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2012 kürte das Magazin die Entdeckung des Higgs-Teilchens am Cern in Genf. Weitere ausgezeichnete Projekte ist die Entschlüsselung des Genoms einer ausgestorbenen Menschenform sowie die Strukturanalyse eines medizinisch wichtigen Proteins.
Der ATLAS-Detektor in Genf. Bild vergrößern
Der ATLAS-Detektor in Genf.

Im Juli 2012 haben zwei internationale Forscherteams am Europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik CERN in Genf ihre neuesten Ergebnisse zur Suche nach dem Higgs-Teilchen vorgestellt. In den Teilchenphysik-Experimenten ATLAS und CMS am LHC, dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt, beobachten die Wissenschaftler mit ihren Nachweisgeräten ein bisher nicht bekanntes Teilchen, das eine Masse im Bereich von 125 bis 126 Giga-Elektronenvolt hat.  Es handelt sich dabei mit großer Sicherheit um das seit langem gesuchte Higgs-Teilchen: Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um ein neues Teilchen, sondern um eine statistische Fluktuation handelt, liegt bei weniger als eins zu einer Million. Das Higgs-ist ein zentraler Baustein eines Modells, das erklären kann, wie Elementarteilchen zu ihrer Masse kommen.

Replik des Fingerknochenfragments eines Denisova-Menschen auf einer menschlichen Hand. Bild vergrößern
Replik des Fingerknochenfragments eines Denisova-Menschen auf einer menschlichen Hand.

Am 30. August 2012 veröffentlichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig eine überarbeitete Erbgutanalyse des Denisova-Menschen. Von dieser ausgestorbenen Menschenform sind bislang nur ein winziger Fingerknochen und zwei Backenzähne gefunden worden. Bereits 2010 hatte eine Genomanalyse der Leipziger Forscher ergeben, dass die Funde aus der Denisova-Höhle im zentralasiatischen Altai-Gebirge weder Neandertaler noch moderner Mensch sind, sondern zu einer bislang unbekannten Menschenform gehören. Mit einer neuen Analysemethode ist es Matthias Meyer nun gelungen, das Erbgut des Denisova-Menschen so exakt zu entschlüsseln, als ob es das Genom eines heute lebenden Menschen wäre - und das obwohl die DNA 50.000 Jahre in einer Höhle lag.

Dreidimensionaler Aufbau des Proteins Cathepsin B, das für den Erreger der Schlafkrankheit notwendig ist. Bild vergrößern
Dreidimensionaler Aufbau des Proteins Cathepsin B, das für den Erreger der Schlafkrankheit notwendig ist.

Ilme Schlichting und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg haben zusammen mit einem internationalen Forscherteam im Oktober erstmals mit einem Freien Elektronen-Laser den bislang unbekannten Aufbau eines Proteins analysiert. Mit dieser Technik können sie die Struktur von Proteinen entschlüsseln, die sich nur schwer als Kristalle züchten lassen. Bereits winzig kleine Proteinkristalle können dafür verwendet werden.

HR

 
loading content