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Die Welt von morgen

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Die Glückssucher

20. September 2012

Seit Mitte der 1980er-Jahre nimmt die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten in Deutschland ab. Ein alarmierender Befund. Am Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena untersuchen Forscher um Martin Binder, welche Rolle dabei Beschäftigungsformen und Gesundheitszustand spielen – und unter welchen Umständen das auch politisch relevant sein könnte. [mehr]
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„Der Staat hat immer weniger Handlungsspielraum“

24. September 2012

Dem Spannungsverhältnis zwischen demokratischer Politik und kapitalistischer Wirtschaft widmet sich Wolfgang Streeck in seiner Forschung als Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Hier spricht er über die Folgen fiskalpolitischer Entscheidungen wie etwa der Einrichtung einer Schuldenbremse, der daher notwendigen Kürzungen und der gemeinsamen Haftung für Schulden im Euroraum. [mehr]

Kulturwissenschaften

Mehr Leben erleben

Die Lebenserwartung der Menschen steigt, weil der Alterungsprozess immer später einsetzt und das Sterberisiko sinkt

25. September 2012

Mit Staunen beobachten Demografen, wie das menschliche Sterberisiko sinkt und sinkt. Weit über 100 Jahre dauert der Trend nun schon an. Was früher die statistische Erforschung des Sterbens war, ist längst zur Wissenschaft des langen Lebens geworden. Damit beschäftigt sich Jutta Gampe am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock.

Text: Björn Schwentker

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Mit der Zeit befasst sich Jutta Gampe auch beruflich. Die Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für demografische Forschung, untersucht, wie sich die Sterblichkeit verändert. [weniger]

Mit der Lebenserwartung ist das so eine Sache. Deren Formel ist zwar wissenschaftlich korrekt definiert. Trotzdem sollte man nicht unbedingt das Ergebnis für bare Münze nehmen. Zumindest wenn man wissen will, wie viel Leben wir tatsächlich zu erwarten haben.

Das Potenzial an Verwirrung ist groß. Kleine Kostprobe: Glaubt man dem Statistischen Bundesamt, so liegt die Lebenserwartung eines 2009 geborenen Mädchens bei 82 Jahren und sieben Monaten (Jungen: 77 Jahre und sechs Monate). Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock haben dagegen ausgerechnet, dass jedes Baby, das 2009 in der Bundesrepublik zur Welt kam, mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Leben von mindestens 100 Jahren vor sich hat. Wie kann das sein?

„Die Wiesbadener Statistiker haben nicht falsch gerechnet“, sagt Max-Planck-Wissenschaftlerin Jutta Gampe. „Genauso wenig wie fast alle anderen statistischen Ämter auf der Welt oder die Vereinten Nationen, die alle dieselbe Formel für die Lebenserwartung benutzen.“ Dennoch: Wenn die Lebensspanne so massiv und andauernd steigt, wie es seit Jahrzehnten der Fall ist, gibt die Lebenserwartung im Geburtsjahr ein wesentlich niedrigeres Alter an, als es dieser Geburtsjahrgang tatsächlich im Durchschnitt erreichen wird.

Eine Formel - Zwei Ergebnisse

Das Problem dabei ist nicht die Rechenvorschrift, sondern ihre Interpretation. Denn in dem Kalkül steckt eine Annahme, die in der öffentlichen Diskussion übersehen wird: Der berechnete Wert trifft nur dann zu, wenn die Lebensbedingungen auf dem Niveau verharren, das sie zum Zeitpunkt der Berechnung hatten. Bliebe es also bei den Zuständen von 2009, hätte der 2009er-Jahrgang wirklich eine Lebenserwartung von etwa 80.

Berücksichtigt man aber, dass die Bedingungen sich vermutlich auch in Zukunft so schnell verbessern werden, wie Demografen es nun schon für die vergangenen 150 Jahre beobachten, kommt man zum Resultat der Rostocker: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent beträgt die Lebensdauer mindestens 100 Jahre. Leider lässt sich die tatsächlich erreichte Lebenserwartung des heutigen Geburtsjahrgangs erst in etwa 120 Jahren messen. Rückwirkend, wenn man von allen heute Geborenen den Todeszeitpunkt kennt. So lange wollen und können Politik und Öffentlichkeit aber nicht warten, bevor sie über die Lebenszeit der jetzigen Generationen reden.

Statistikerin Jutta Gampe, die am Rostocker Max-Planck-Institut fast jeden erdenklichen demografischen Datensatz schon einmal statistisch durchleuchtet hat, fragt sich von Berufs wegen, wie man Bevölkerungsdynamik, die momentan so gerne als „demografischer Wandel“ bezeichnet wird, am besten beschreiben kann. Für die Alterung hat sie eine klare Antwort: Eine viel bessere Messlatte als die gängige Lebenserwartung ist die Sterblichkeit (auch „Mortalität“ genannt). Genauer: Die Sterberate, also das Risiko, in einem bestimmten Alter zu sterben.

 
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