1. September 2010
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Der unterschiedlich große Fortpflanzungserfolg von Männchen steht gewöhnlich im Zusammenhang mit Unterschieden im sozialen Rang. Männchen, die allein keinen Erfolg bei den attraktiven Weibchen der Gruppe haben, können aber Bündnisse mit anderen Gruppenmitgliedern eingehen, um ranghöhere Männchen von diesen Weibchen wegzujagen, und so ihren Fortpflanzungserfolg verbessern.
Diese Bündnisse werden bei Schimpansen und Delphinen oft unabhängig von einer verwandtschaftlichen Beziehung der Tiere geknüpft. Bei Arten wie den meisten Altweltaffen hingegen, in denen Weibchen ihrer Geburtsgruppe treu bleiben, ist die Unterstützung durch verwandte Gruppenmitglieder, insbesondere der Mütter, für den Fortpflanzungserfolg der Töchter durchaus wichtig. Welche mütterliche Unterstützung Söhne erwarten können, die in der Gruppe bleiben, war bislang nicht bekannt. "In unserer Studie wollten wir herausfinden, ob der Paarungserfolg der Söhne durch die Unterstützung der Mütter beeinflusst wird", sagt Martin Surbeck vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.
Die Forscher bestimmten den Paarungserfolg von neun männlichen Bonobos aus einer frei lebenden Population und bestimmten die Verwandtschaftsverhältnisse anhand genetischer Marker. Die Ergebnisse zeigen, dass es eine klare Dominanzhierarchie unter den Männchen gibt und dass der Fortpflanzungserfolg eines Mannes tatsächlich mit seinem Dominanzstatus in Verbindung steht. Darüber hinaus verbesserte die Anwesenheit der Mütter den Paarungserfolg der Söhne und reduzierte den Anteil der Paarungen des ranghöchsten Mannes der Gruppe.
Mütter und Söhne scheinen unzertrennlich, selbst wenn die Söhne schon erwachsen sind. In kämpferischen Auseinandersetzungen mit anderen Männchen helfen die Mütter ihren Söhnen. Da die Frauen einen hohen Dominanzstatus haben, nützt diese mütterliche Unterstützung ihren männlichen Nachkommen bis ins Erwachsenenalter. "Nicht verwandten Männern lassen die Weibchen aber keine solche Unterstützung zukommen. Indem die Mütter ihren Söhnen helfen, steigern sie damit möglicherweise die Anzahl ihrer eigenen Enkelkinder", sagt Martin Surbeck.