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ERC Synergy Grants

Erstmals ERC Synergy Grants für Forschungsgruppen

Wissenschaftler aus sechs Max-Planck-Instituten erfolgreich

19. Dezember 2012

Aus mehr als 700 Anträgen hat der Europäische Forschungsrat (European Research Council, kurz ERC) elf Forscherteams ausgewählt, die zum ersten Mal Fördermittel aus dem neuen Programm „Synergy Grants“ erhalten. Unter ihnen sind gleich drei Forschergruppen, an denen insgesamt sechs Max-Planck-Wissenschaftler mitwirken und die von der Ausschüttung der insgesamt 126 Millionen Euro profitieren. 

Erfolgreich bei den ERC Synergy Grants: Immanuel Bloch vom MPI für Quantenoptik (Zweiter von links) mit seinen Kollegen Peter Zoller, Ehud Altman und Jean Dalibard (von links). Bild vergrößern
Erfolgreich bei den ERC Synergy Grants: Immanuel Bloch vom MPI für Quantenoptik (Zweiter von links) mit seinen Kollegen Peter Zoller, Ehud Altman und Jean Dalibard (von links). [weniger]

Herausragenden Wissenschaftlern die größtmögliche Freiheit geben, zur rechten Zeit, am rechten Ort, im rechten Team, an den rechten Problemen zu forschen  – das ist laut ERC-Präsidentin Helga Nowotny das Ziel der Synergy Grants. Der ERC habe sich entschieden, das neue Programm für zwei Ausschreibungsrunden mit einem begrenzten Budget aufzulegen. Danach werde über die Fortsetzung entschieden.

Zufrieden ist der ERC mit der hohen Teilnehmerzahl an der ersten Ausschreibungsrunde. Mehr als 700 Bewerberteams stellten bis Januar 2012 Anträge, die in einem eigens dafür entwickelten Verfahren begutachtet wurden – nur elf wurden positiv beschieden. Das entspricht einer Erfolgsquote von lediglich 1,6 Prozent. Die Synergy Grants zielen im Gegensatz zu den sonst üblichen Forschungskonsortien darauf, Gruppen aus einzelnen herausragenden Wissenschaftlern zu unterstützen, die sich in Wissen, Methoden und Herangehensweise ergänzen und deswegen Forschungsthemen jenseits üblicher Grenzen in unkonventioneller Weise aufgreifen. In der ersten Runde wurden nun fünf Projekte aus dem Bereich Physik und Technik ausgewählt, vier aus dem Bereich Lebenswissenschaften und zwei aus dem sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich.

Jedes Projektteam muss aus zwei bis vier Wissenschaftlern bestehen und kann bis zu 15 Millionen Euro erhalten, die über einen Zeitraum von sechs Jahren gewährt werden. Eine Person agiert jeweils als Ansprechpartner für die Gruppe, deren Mitglieder aus verschiedensten Institutionen kommen können. Erfolgreich geschlagen haben sich zur Premiere sechs Wissenschaftler aus gleich vier Max-Planck-Instituten: Immanuel Bloch (MPI für Quantenoptik) Franz Ulrich Hartl, Wolfgang Baumeister und Matthias Mann (alle MPI für Biochemie) sowie Rüdiger Klein (MPI für Neurobiologie) und Andrea Cavalleri (Max Planck Research Department for Structural Dynamics an der Universität Hamburg). Bloch, Hartl und Cavalleri haben ferner als Corresponding Principal Investigator koordinierende Funktion in drei der elf Projektteams.

13,9 Millionen erhält das Team um Hartl, das sich unter dem Akronym ToPAG (Toxic Protein Aggregation in Neurodegeneration) zusammengefunden hat und aus Wolfgang Baumeister, Matthias Mann (beide MPI für Biochemie) und Rüdiger Klein (MPI für Neurobiologie) besteht. Sie wollen die toxischen Eiweißablagerungen in bestimmten Gehirnregionen und Nervenzellen genauer untersuchen, die neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) bestimmen, von denen aber noch nicht klar ist, in welcher Verbindung sie mit der Schädigung und dem Absterben von Nervenzellen stehen. Die Max-Planck-Direktoren werden den gemeinsamen Ursachen der vier Krankheiten mit Methoden der zellulären Biochemie, Proteomics und der Kryo-Elektronentomographie auf den Grund gehen.

Mit Hilfe eines neuen, experimentellen Aufbaus wollen Immanuel Bloch und drei Physikerkollegen aus Israel, Frankreich und Österreich neue Einsichten in das Verhalten von Quantenmaterie beziehungsweise die Kontrolle von Quantensystemen erhalten. Das Team, nun unter dem Projektnamen UQUAM (Ultracold Quantum Matter) vereint, ist seit mehr zehn Jahren in regem wissenschaftlichem Kontakt, zum Beispiel durch den Austausch junger Nachwuchswissenschaftler, hat aber in den jeweiligen Labrotatorien verschiedene Techniken entwickelt und eingesetzt. Sie zusammenzubringen sei, so Bloch, eine große Herausforderung. „Wir sind überglücklich in diesem besonders selektiven Auswahlverfahren erfolgreich gewesen zu sein“, freut sich der Münchner über die zehn Millionen Euro des ERC.

Der dritte Grantgewinner im Bunde der Max-Planck-Wissenschaftler ist Andrea Cavalleri, der dem Forschungsverbund Q-MAC (Frontiers in Quantum Materials Control) vorsteht. Zusammen mit Kollegen aus Oxford, Genf und Paris nimmt das Physikerteam Ultra-Hochtemperatur-Supraleitung in den Blick. Ihr übergreifendes Ziel ist es, Supraleitung bei höheren Temperaturen als bisher möglich (über -100°C) zu erreichen.

 sb

 
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