Martin Glas
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Dr. David Bourne
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Dr. Manfred Schlösser
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27. März 2012
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Die Wissenschaftler maßen die Gewebeschäden mit Mikrosensoren für Sauerstoff, Schwefelwasserstoff, auch Sulfid genannt und pH. Diese Mikrosonden haben Spitzendurchmesser im Mikrometerbereich, mit denen die Forscher hochauflösende Tiefenprofile im Korallengewebe messen konnten. Damit konnten sie große Unterschiede zwischen Gewebe feststellen, das mit der Black Band Disease befallen ist und solchem, das sich erst im Vorstadium der Krankheit befindet: „In krankem Korallengewebe bilden sich zwei Zonen aus: Oben eine fototrophe Zone, in der die Cyanobakterien Sauerstoff produzieren, und eine untere sauerstofffreie Zone, wo Bakterien das abgestorbene Korallengewebe abbauen und dabei giftiger Schwefelwasserstoff entsteht“, erklärt Martin Glas vom Bremer Max-Planck-Institut die Messergebnisse. „Bei leichter befallenem Gewebe ist diese Zonierung nicht annährend so stark. Schwefelwasserstoff konnten wir meist nicht messen, und Sauerstoff dringt tief in die Bakterienmatte ein.“
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An der vorderen Front der dunklen Zone sind die Bedingungen besonders schädlich für die Korallen. Durch die erhöhte Sulfidkonzentration im Bereich des absterbenden Gewebes und den dadurch entstehenden Sauerstoffmangel kann sich die Gewebeläsion auf umliegendes, gesundes Gewebe ausweiten; eine positive Rückkopplung also, die für die schnelle Ausweitung der Erkrankung sorgt.
„Wir vermuten, dass die biogeochemischen Bedingungen an der Oberfläche des Korallengewebes verantwortlich für die schnelle Ausbreitung sind. Je höher die Schwefelwasserstoffkonzentration und je weniger Sauerstoff, desto schneller breitet sich die dunkle Front aus“, stellt Martin Glas die Ursache für das Entstehen und die hohe Ansteckungsgefahr der Black Band Disease dar. Bisher haben die Forscher jedenfalls noch keinen pathogenen Keim identifizieren können, der für den Gewebetod der Korallen verantwortlich sein könnte. „Unsere Messungen zeigen, dass sich die BBD in den Sommermonaten mit bis zu einem Zentimeter am Tag ausbreiten kann. Bei dieser Geschwindigkeit können in wenigen Monaten ganze Korallenstöcke absterben und die Arten im Riff stark dezimiert werden“, sagt Martin Glas.
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David Bourne vom Australian Institute of Marine Science in Townsville und sein Kollege Yui Sato führen seit mehreren Jahren Monitoringprogramme über den Zustand der Korallenriffe durch, wobei sie auch die Korallenkrankheiten im Great Barrier Reef untersuchen. David Bourne sagt: „Die Black Band Disease ist eine der vermutlich häufigsten Krankheiten in tropischen Riffen. Die Hauptursache sind saisonal bedingte hohe Wassertemperatur.“ So ist die Krankheit mittlerweile in allen tropischen Riffen, besonders aber in der Karibik verbreitet.
Gibt es noch Rettung für die Riffe? „Wenn die Temperaturen im Winter sinken stagniert die Black Band Disease. Immer häufiger allerdings bricht die Krankheit im nächsten Jahr erneut aus. Das nackte Korallenskelett kann wieder von neuen Polypen überwachsen werden, das dauert allerdings Jahre“, so Yui Sato von der James Cook University.
MS/HR