Dr. Stefan Gillessen
Max-Planck-Institut für KernphysikTelefon: +49 6221 516-274
Fax: +49 6221 516-603
Prof. Heinrich Völk
Max-Planck-Institut für KernphysikTelefon: +49 6221 516-295
Fax: +49 6221 516-549
23. September 2004
H.E.S.S., die Abkürzung für ein "High Energy Stereoscopic System" [1], soll das elektromagnetische Spektrum des Himmels über der Südlichen Hemisphäre nach Quellen von Teilchen höchster Energien absuchen und astronomische und astrophysikalische Grundlagenforschung in diesem Gebiet ermöglichen. H.E.S.S ist ein großes Kooperationsprojekt zwischen vielen europäischen und afrikanischen Institutionen.
Das Teleskop wurde in enger Kooperation mit der University of Namibia verwirklicht und soll die internationale Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung sowie die Heranbildung eines eigenen wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses im südlichen Afrika unterstützen. Das Projekt basiert auf einem Vorschlag des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg; seine Infrastruktur sowie die größeren Komponenten der insgesamt vier Teleskope wurden von der Max-Planck-Gesellschaft sowie dem Max-Planck-Institut für Kernphysik - in enger Zusammenarbeit mit Forschergruppen an den Universitäten Hamburg, Bochum, der Humboldt-Universität Berlin sowie der Landessternwarte Heidelberg und mit Unterstützung des BMBF im Rahmen des Förderschwerpunkts "Astroteilchenphysik" - bereitgestellt. Insgesamt haben Max-Planck-Gesellschaft und Bundesforschungsministerium zusammen 6,3 Mio. Euro aufgewendet und tragen damit rund drei Viertel der Gesamtkosten von 7,9 Mio Euro (inklusive Infrastruktur). Wichtige technische Komponenten steuerten die französischen Kooperationspartner bei. Auch die anderen internationalen Partner aus Europa und dem südlichen Afrika leisteten wertvolle Beiträge zu diesem Projekt.
Das neue Forschungsinstrument besteht in der Anfangsphase aus einem Cluster von vier miteinander vernetzten optischen Großteleskopen, das später noch erweitert werden kann. Das Projekt ist für eine Dauer von vorerst 10 bis 15 Jahren ausgelegt. Namibische Unternehmen, wie NEC und Seelenbinder Consulting Engineers, haben die technische Infrastruktur in enger Kooperation auf höchstem technischen Niveau realisiert.
Erste Beobachtungen wurden bereits in den Jahren 2002 und 2003 - während der schrittweisen Inbetriebnahme der Teleskope - durchgeführt und haben bereits zu wichtigen Erkenntnissen geführt. Diese wurden als wissenschaftliche Highlights auf den diesjährigen Konferenzen in der Astroteilchenphysik eingestuft. Dazu gehört die Entdeckung einer Quelle für höchstenergetische Gamma-Strahlung im Zentrum unserer Milchstraße, höchstwahrscheinlich Überrest einer vor 10.000 Jahren explodierten Supernova [2].
Die Einweihung von H.E.S.S. [3] erfolgt am Dienstag, den 28. September 2004 ab 10.30 Uhr Ortszeit auf der Farm Göllschau in Namibia. Journalisten sind herzlich dazu eingeladen (RSVP: Deutsche Botschaft Windhoek, Namibia).
10:30 Ankunft der Gäste
11:00 Beginn der Einweihungsfeier / Präsentation des HESS-Projekts [4],[5]
durch Prof. Heinrich J. Völk, Direktor am Max-Planck-Institute für Kernphysik, Heidelberg, und Chair des H.E.S.S. Collaboration Board
Ansprache
The Right Honourable Theo-Ben Gurirab, Prime Minister of the Republic of Namibia
12:00 Demonstration der Teleskope und Besichtigung des H.E.S.S.-Forschungsstation
13:00 Empfang
Zusätzlich zur offiziellen Einweihungsfeier findet am Montag, den 27. September 2004, von 9:15 bis 18:00 Uhr, ein Wissenschaftlicher Workshop über die astronomischen und technischen Aspekte des HESS-Experiments im regionalen wie globalen Kontext statt. Die Veranstaltung im Heja Lodge Conference Centre, auf halbem Wege zwischen Windhoek und dem Flughafen, ist offen für alle, die an einem tieferen Verständnis des Teleskops und seiner Ziele interessiert sind.
09:15 Opening statements
09:30 The making of H.E.S.S. (G. Fontaine)
10:15 First physics with H.E.S.S. (C. Masterson)
11:00 Coffee break
11:40 High energy gamma ray sources: present and future challenges (J. Silk)
12:30 Lunch
14:00 Fishing for neutrinos - science, technology and politics (U. Katz)
14:50 Designing and building the world's largest cosmic-ray experiment (A. Watson)
15:40 Coffee break
16.20 The square kilometre array radio telescope in South Africa (J. Jonas)
17:10 Science and Technology in Namibia (A. van Kent)
Am Freitag, dem 1. Oktober 2004, 18 :00 Uhr, hält Prof. Werner Hofmann, Direktor am Max-Planck-Institute für Kernphysik, unter dem Titel "Black Holes and Exploding Stars: Observing the Universe with H.E.S.S." einen Öffentlichen Vortrag im Gemeindezentrum Foundation, Windhoek.
Am Samstag, dem 2. Oktober 2004, besteht für die Öffentlichkeit Gelegenheit, von 10:00 bis 16:00 Uhr das H.E.S.S.-Experiment vor Ort zu besichtigen. Dazu bieten die Wissenschaftler Führungen durch das Gelände an.