Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise, die Situation von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem oder die Bestrebungen, Rechtsstaatlichkeit in einem Land wie Afghanistan zu stärken – hier finden Sie Essays von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus der Max-Planck-Gesellschaft zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen.
von Wolfgang Streeck
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Was muss die Politik über die Welt wissen, um sie richtig regieren zu können? Wer kann und soll es ihr sagen? Hier kommen die Sozialwissenschaften ins Spiel. Doch während Erklärungen vergangener Ereignisse für die Politik eher uninteressant erscheinen, sind Prognosen kaum zu treffen. Dennoch: Einfluss und Nutzen der Sozialwissenschaften lassen sich nicht bestreiten. [weiter]
von Martin Hellwig
Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn
Für viele hat die Finanzkrise einen einfachen Grund: Blind vor Gier haben sich Banker in US-amerikanischen Schrotthypotheken verzockt. Doch wer sich die Zahlen ansieht, stößt auf ein Rätsel, denn im Oktober schätzte der Internationale Währungsfonds die Verluste aus diesen Hypotheken auf 500 Milliarden Dollar – eine Zahl, gleichzeitig zu klein wie zu groß. [weiter]
von Tilmann J. Röder
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Der gewaltsame Konflikt in Afghanistan eskaliert seit dem Jahr 2005 und erschwert den Wiederaufbau. Stärkung des Staates und Förderung von Rechtsstaatlichkeit müssen ins Zentrum der Anstrengungen rücken, um das Land zu stabilisieren. [weiter]
von Jürgen Baumert und Kai Maaz
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Keine Studie traf so sehr ins Herz der Bildungsnation wie PISA. Das Land der Dichter und Denker – am Beginn des 21. Jahrhunderts im internationalen Bildungsvergleich noch nicht einmal mehr Mittelmaß? Hat Deutschland die Herausforderung angenommen? Jürgen Baumert und Kai Maaz über bildungspolitische Problemzonen und erste Lichtblicke. [weiter]
von Marius R. Busemeyer
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Die Exzellenz-Initiative der Bundesregierung hat die Ausdifferenzierung der deutschen Hochschullandschaft katalysiert und beschleunigt. Kritiker befürchten eine zunehmende Trennung in Elite- und Massenuniversität. Doch Marius R. Busemeyer sieht in dieser Entwicklung durchaus Chancen – und führt aus, warum und unter welchen Voraussetzungen der Prozess der Differenzierung langfristig die Leistungs- und soziale Gerechtigkeit des deutschen Bildungs- und Beschäftigungssystems verbessern kann. [weiter]
von Fritz W. Scharpf
Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Die Bundespolitiker waren sich einig: Nur mit einer Föderalismusreform könnten der Bundestag und auch die Länderparlamente handlungsfähig bleiben. Ihr Ziel war klar: Weniger Bundesgesetze sollten im Bundesrat zustimmungspflichtig sein. Doch am Ende der ersten Stufe der Reform müssen möglicherweise mehr Gesetze die Länderkammer passieren als vor der Reform. Auch die zweite Stufe, in der die Finanzen von Bund und Ländern neu geordnet werden sollen, wird die gewünschte Entflechtung nicht bringen – davon ist Fritz W. Scharpf, emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, überzeugt. Er analysiert hier die systematischen und handwerklichen Fehler, die bereits die Ziele der ersten Stufe konterkarierten. [weiter]