Europa: Wissenschaft, Transfer und Zukunftsfähigkeit

Prelude-Jahresempfang der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin

Rund 400 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kamen zum diesjährigen Max-Planck-Jahresempfang in Berlin, um sich über Europas Rolle in einer sich wandelnden globalen Wissenschaftsordnung auszutauschen. Prelude versteht sich als Einladung von Max-Planck-Präsident Patrick Cramer zum offenen Dialog und zum persönlichen Austausch noch vor Beginn des neuen Jahres. Im Festsaal Kreuzberg bot der Abend Raum für Gespräche zwischen Forschung und Politik.

Unter den Gästen aus Bundes- und Landespolitik waren neben der Wissenschaftsministerin aus Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin, sowie der Berliner Wissenschaftsenatorin Ina Czyborra auch der ehemalige Bundesgesundheitsminister und aktuelle Vorsitzende des Forschungsausschusses im Bundestag, Karl Lauterbach, der mit Patrick Cramer auf der Bühne über Herausforderungen im Gesundheitssystem und die Chancen Künstlicher Intelligenz insbesondere für die biomedizinische und gesundheitsbezogene Forschung sprach. Im Fokus standen dabei politische Weichenstellungen ebenso wie die Frage, wie die Qualität und Verlässlichkeit von Forschungs- und Gesundheitsdaten als Grundlage für KI-gestützte Innovationen gesichert werden kann. Gegenüber den USA sei die Datenqualität hierzulande oft sogar sehr hoch, die Standardisierung und Verknüpfung stelle aber eine Herausforderung dar. 

Im weiteren Verlauf des Abends sprach Präsident Cramer mit Francesco Sciortino, Co-Gründer und CEO des Max-Planck-Start-ups Proxima Fusion, über die Entwicklung von Fusionsenergie sowie die Chancen und Herausforderungen von Ausgründungen aus der Wissenschaft. Welche politischen und strukturellen Rahmenbedingungen dafür notwendig sind, griff Cramer anschließend  in seiner Rede auf.

Europa steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Wollen wir Hochtechnologie importieren, oder sie selbst entwickeln? In dieser Rede spricht der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer über die globale Verschiebung in der Wissenschaftsordnung, Europas Rolle und die zentrale Bedeutung international wettbewerbsfähiger Forschung.

Warum Europa jetzt in Spitzenforschung investieren muss 

Europa steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Wollen wir Hochtechnologie importieren, oder sie selbst entwickeln? In dieser Rede spricht der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer über die globale Verschiebung in der Wissenschaftsordnung, Europas Rolle und die zentrale Bedeutung international wettbewerbsfähiger Forschung.
https://www.youtube.com/watch?v=iyM-Tnv6P7E

Europas Zukunft entscheidet sich in der Wissenschaft

Hier zeichnete Cramer das Bild einer sich verschiebenden globalen Wissenschaftslandschaft. Im Zentrum stand die Frage, ob Europa Hightech künftig vor allem importieren oder aber selbst entwickeln wolle und welche politischen und finanziellen Entscheidungen dafür notwendig seien. Cramer betonte die Bedeutung von Talenten, exzellenter Grundlagenforschung, erfolgreichem Innovationstransfer und internationaler Kooperation als eng miteinander verknüpfte Voraussetzungen für Europas wissenschaftliche und wirtschaftliche Zukunft.

Die Max-Planck-Gesellschaft benötigt pro Jahr zusätzlich eine halbe Milliarde Euro, als strategische Zukunftsinvestition in einer Zeit historischer Umbrüche. Damit könnten wir bis zu einhundert neue Forschungsabteilungen aufbauen und die Zahl unserer Start-ups pro Jahr verdoppeln.
Patrick Cramer

Zum Abschluss gaben die zwei Forschungsgruppenleiterinnen Andrea E. Martin und Silvia Portugal sowie der Forschungsgruppenleiter, Libor Šmejkal Einblicke in ihre Forschung aus der kognitiven Neurowissenschaft, der Infektionsbiologie und der Quantenphysik und ordneten diese in den europäischen Kontext ein.

Auftakt für das Wissenschaftsjahr

Prelude 2026 setzte damit den inhaltlichen Auftakt für das neue Jahr.  Die Veranstaltung verbindet Networking mit wissenschaftlichem Austausch und zeigt, wie die Max-Planck-Gesellschaft ihre Rolle als international vernetzte, europäisch verankerte Forschungseinrichtung versteht und dabei aktiv an der Debatte über Europas Zukunft mitwirkt.

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