Max-Planck-Institut für Astronomie

Max-Planck-Institut für Astronomie

Die Astronomie ist eine der ältesten Naturwissenschaften – und gleichzeitig eine der modernsten. Das beweist das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Dort entschlüsseln Forscher die Rätsel des Universums mit Hightech-Geräten, bauen trickreiche Zusatzgeräte und Detektoren für Teleskope und Satelliten, die das Licht aus kosmischen Quellen nach allen Regeln der physikalischen Kunst untersuchen. Zu den Objekten wissenschaftlicher Neugierde zählen etwa junge Sterne und die Geburt von Planetensystemen. „Ist die Erde der einzige belebte Ort im Weltall?“, so lautet eine der brennenden Fragen der Forschung. Aber auch in den Tiefen von Raum und Zeit sind die Max-Planck-Astronomen unterwegs, untersuchen aktive Galaxien und Quasare, um sich ein Bild von Beginn und Entwicklung des heute so reich strukturierten Universums zu machen.

Kontakt

Königstuhl 17
69117 Heidelberg
Telefon: +49 6221 528-0
Fax: +49 6221 528-246

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat eine International Max Planck Research School (IMPRS):
IMPRS for Astronomy and Cosmic Physics at the University of Heidelberg

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Stern- und Planetenentstehung mehr
Abteilung Galaxien und Kosmologie mehr
Migration der Sterne
Offenbar versetzt eine Schwingung der Milchstraßenscheibe die Sonnen in große vertikale Entfernungen von ihrem Geburtsort mehr
Das Universum aus dem Großrechner
Computersimulationen zeigen die Entstehung von Galaxien mit bisher unerreichter Präzision mehr
Wie das Leben auf die Erde kam
Forscher liefern Szenario, nach dem die Bausteine für die ersten RNA-Moleküle mit Meteoriten auf unseren Planeten gelangt sind mehr
Leseproben aus dem Jahrbuch
Unser Jahrbuch 2017 bündelt Berichte über Forschungsarbeiten der Max-Planck-Institute und vermittelt anschaulich die Vielfalt an Themen und Projekten. Wir haben sieben Beiträge ausgewählt. mehr
<p>Das kosmische Netz wird durchleuchtet</p>

Astronomen vermessen mit dem Licht von Zwillings-Quasaren die Struktur des Universums

mehr
Erdähnlicher Planet bei Proxima Centauri
Astronomen entdecken einen Himmelskörper in der habitablen Zone um den nächstgelegenen Fixstern mehr
Das versteckte Innenleben des Orionnebels
Im Wechselspiel von Magnetfeldern und Gravitation werden in der Gaswolke neue Sterne geboren mehr
Planetengeburt im Eiltempo
Astronomen beobachten in der Scheibe um den Stern HL Tauri einen Staubklumpen mehr
Wie Sterne zu Schwergewichten heranwachsen
Astronomen finden stabile Scheibe um eine junge, massereiche Sonne mehr
Sternscheibe in Wellenbewegung
Astronomen finden um AU Microscopii ungewöhnliche Strukturen mehr
Ein Quasar-Quartett gibt Rätsel auf
Astronomen müssen Modelle über die Entwicklung großräumiger kosmischer Strukturen überdenken mehr
Was Sterne in Galaxien bewegt
Ein neuer Mechanismus erklärt den seltsamen Umlauf von Sonnen in elliptischen Milchstraßensystemen mehr
Wie erkennt man Leben auf anderen Planeten?
Astronomen und Biologen untersuchen die Farbeigenschaften von 137 unterschiedlichen Mikroorganismen mehr
<p><strong>Ein Rezept für die Sterngeburt</strong></p>
Forscher erarbeiten ein Modell, mit dem sie die räumliche Struktur von Molekülwolken rekonstruieren mehr
Die Weltenbummlerin

Die Weltenbummlerin

5. März 2014
Lisa Kaltenegger vom Max-Planck-Institut für Astronomie befasst sich mit fremden Planeten – und das ziemlich erfolgreich mehr

Er liebt Basketball und Literatur, seine wahre Leidenschaft aber ist die Kosmologie. Mit Teleskopen und Computern erforscht Joe Hennawi am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie – in einer Gruppe namens Enigma – die größten Strukturen des Weltalls. Dabei geht es um nicht weniger als die Enthüllung des kosmischen Netzes.

Im Universum gibt es viele Milliarden Galaxien. Darunter ist nur eine, die wir Stern für Stern räumlich erforschen können: unsere Milchstraße. Sie lässt sich als „Modell organismus“ für die Entstehung und Entwicklung von Galaxien verstehen und ist damit ein zentrales Forschungsthema der Kosmologie, dem sich das Team um Hans-Walter Rix, Direktor am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, widmet. Die Forscher haben jüngst Hinweise darauf gefunden, dass viele der bisherigen Vorstellungen überdacht werden müssen.
Oft stehen sie im Schatten zugkräftiger Themen wie Schwarze Löcher oder Exoplaneten. Schon der Name ist wenig reißerisch: Braune Zwerge. Doch Viki Joergens und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg haben in diesem Forschungszweig faszinierende Erkenntnisse gewonnen.
Als das All vor 13,7 Milliarden Jahren auf die Welt kam, gab es zunächst nur Strahlung. Doch wenige Hundert Millionen Jahre später war der Raum erfüllt mit Galaxien – ungemein produktiven Sternfabriken, die nicht so recht ins Bild einer allmählichen kosmischen Evolution passen. Forscher wie Fabian Walter vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie versuchen, Licht in die dunkle Epoche des Universums zu bringen.
Nahezu 800 Planeten, die ferne Sterne umkreisen, haben Astronomen mittlerweile entdeckt. Nur auf drei von ihnen könnten lebensfreundliche Bedingungen herrschen. Vermutlich gibt es in der Milchstraße aber viele zweite Erden. Doch wie weist man Lebensspuren auf Exoplaneten nach? Dieser Frage widmet sich Lisa Kaltenegger am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.
Extrasolare Planeten spielen nicht nur in der Science-Fiction eine Rolle, sondern sie beflügeln seit eineinhalb Jahrzehnten auch die Wissenschaft.
Schwarze Löcher galten lange Zeit als kosmische Kuriositäten. In den Zentren von Galaxien aber spielen sie eine wichtige Rolle.
Sterne entstehen aus Staub, und sie erzeugen Staub – ein Kreislauf, dessen vielfältigen Facetten die Astrophysiker mit
allen instrumentellen und theoretischen Mitteln nachspüren.
IT-Leiter/-in
Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg 26. Mai 2018

Wie die Bausteine des Lebens aus dem Weltall auf die Erde kamen

2018 Dmitry Semenov; Thomas K. Henning
Astronomie Astrophysik
Astronomen der McMaster University und des Max-Planck-Instituts für Astronomie haben ein stimmiges Szenario für die Entstehung von Leben auf der Erde berechnet, das auf astronomischen, geologischen, chemischen und biologischen Modellen basiert. In diesem Szenario formt sich das Leben nur wenige hundert Millionen Jahre, nachdem die Erdoberfläche soweit abgekühlt war, dass flüssiges Wasser existieren konnte. Die wesentlichen Bausteine für das Leben wurden während der Entstehung des Sonnensystems im Weltraum gebildet und durch Meteoriten in warmen kleinen Teichen auf der Erde deponiert. mehr

Seltene Doppelquasare durchleuchten das Wasserstoff-Netzwerk unseres Kosmos

2018 Rorai, Alberto; Hennawi, Joseph F.; Onorbe, José
Astronomie Astrophysik
Die Materie im Raum zwischen den Galaxien bildet ein gewaltiges Netzwerk verbundener Filamente. Fast alle Atome im Universum sind Teil dieses kosmischen Netzwerks – die meisten davon direkte Überbleibsel der Urknallphase. Jetzt hat ein Team unter Leitung des MPI für Astronomie erstmals die Feinstruktur dieses Netzwerks rund 2 Milliarden Jahre nach dem Urknall vermessen: mit einer neuen Methode, die das Netzwerk mithilfe von Paaren sehr heller, nahe beieinander stehender Quasare durchleuchtet. Die Ergebnisse helfen, die sogenannte Reionisierungsära der kosmischen Geschichte zu rekonstruieren. mehr

Gigantische X-förmige Struktur gibt Hinweise auf galaktische Geschichte

2017 Ness, Melissa; Lang, Dustin
Astronomie Astrophysik
Zwei Astronomen haben die erste direkte Abbildung einer gigantischen X-förmigen Struktur rund um das Zentrum der Milchstraße erstellt. Das Projekt begann, als Dustin Lang (Universität Toronto) einen Tweet mit einem selbst angefertigten Milchstraßenbild verschickte; Melissa Ness (MPIA) erkannte das wissenschaftliche Potenzial der dort gezeigten Daten für die Geschichte unserer Galaxis. Die X-förmige Struktur zeigt an, dass die zentrale Verdickung unserer Milchstraße durch dynamische Wechselwirkungen der Sterne entstanden sein dürfte, nicht durch den Zusammenstoß mit kleineren Galaxien. mehr

Planet in habitabler Zone um erdnächsten Stern entdeckt

2017 Kürster, Martin
Astronomie Astrophysik
Astronomen haben einen Planeten entdeckt, der den erdnächsten Stern außerhalb unseres Sonnensystems umkreist, Proxima Centauri. Der Planet, Proxima Centauri b, umläuft seinen Stern in der habitablen Zone, also dort, wo auf einem Planeten flüssiges Wasser existieren könnte. Die Entdeckung gelang mit der Radialgeschwindigkeitsmethode, die nach winzigen Bewegungsänderungen von Sternen sucht, wie sie durch umlaufende Planeten verursacht werden. Zusätzlich zu neuen Messdaten nutzte die Auswertung Spektren, die MPIA-Astronom Martin Kürster und Kollegen zwischen 2000 und 2007 aufgenommen hatten. mehr

Erste Oberflächenkarte eines Braunen Zwergs liefert den fernsten Wetterbericht aller Zeiten

2016 Crossfield, Ian; Biller, Beth; Schlieder, Joshua; Deacon, Niall; Bonnefoy, Mickaël; Buenzli, Esther; Henning, Thomas; Brandner, Wolfgang; Goldman, Bertrand; Kopytova, Taisiy; Mancini, Luigi; Cicer, Simon; Bailer-Jones, Coryn A. L.
Astronomie Astrophysik
Astronomen haben die erste Detailuntersuchung von Atmosphäreneigenschaften eines Braunen Zwergs (Mittelding zwischen Stern und Planet) veröffentlicht: die erste Oberflächenkarte eines Braunen Zwergs überhaupt – das Analogon einer Wetterkarte – sowie Messungen, die Atmosphäreneigenschaften in unterschiedlichen Höhenlagen erfassen. Die Ergebnisse läuten eine neue Ära der Erforschung Brauner Zwerge ein, in der Astronomen Modelle für die Wolkenbildung auf diesen Gebilden (und später auch auf riesigen Gasplaneten) anhand von Beobachtungen überprüfen können. mehr

Kosmische „Computertomographie” zeigt die dreidimensionale Struktur unseres Universums

2016 Lee, Khee-Gan; Hennawi, Joseph F.; Eilers, Anna-Christina
Astronomie Astrophysik
Ein Astronomenteam unter der Leitung von Khee-Gan Lee vom MPI für Astronomie hat die erste dreidimensionale Karte aus der stürmischen Jugend unseres Universums rekonstruiert: aus einer Zeit ganze drei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Die Forscher verwendeten eine neue Technik analog zur Computertomographie der Mediziner: Mithilfe des Lichts entfernter Hintergrundgalaxien durchleuchteten sie den Kosmos und rekonstruierten seine 3D-Struktur. Die so geschaffene Karte zeigt einen Ausschnitt aus dem „kosmischen Netz” aus dunkler Materie und Gas, das die größten Strukturen im Universum bildet. mehr

Herschel findet die jüngsten Protosterne

2015 Stutz, Amelia M. ; Robitaille, Thomas; Henning, Thomas; Krause, Oliver
Astronomie Astrophysik
Mit dem Weltraumteleskop Herschel und dem Submillimeter-Teleskop APEX gelang die Entdeckung und Untersuchung der jüngsten bislang bekannten Protosterne: stellarer Embryos, die tief in dichte Staub-Kokons eingebettet sind. mehr

Genaue Ortsbestimmung für die produktivsten Galaxien im Universum

2015 Hodge, Jacqueline A.; Walter, Fabian; Decarli, Roberto; Rix, Hans-Walter; Schinnerer, Eva
Astronomie Astrophysik
Mithilfe des Teleskopverbunds ALMA gelang es, die Positionen von mehr als 100 der produktivsten sternenbildenden Galaxien im Universum mit unerreichter Genauigkeit zu bestimmen. So ließ sich ein die ungeheure Stern-Produktivität dieser Galaxien betreffendes Rätsel lösen; die Ergebnisse zeigen allerdings auch Probleme mit der Positionsgenauigkeit früherer Studien auf. mehr

Seltenes Bild eines Super-Jupiters wirft neues Licht auf Planetenentstehung

2014 Biller, Beth; Henning, Thomas; Brandner, Wolfgang; Feldt, Markus
Astronomie Astrophysik
Einer Forschergruppe unter Beteiligung des MPIA ist mit dem Subaru-Teleskop die Aufnahme eines „Super-Jupiters” gelungen, der den massereichen Stern κ Andromedae umkreist. Der Gasriese hat etwa 13 Jupitermassen, sein Mutterstern 2,5 Sonnenmassen. Alles deutet darauf hin, dass der Planet ähnlich entstanden ist wie normale Planeten mit geringerer Masse: in einer „protoplanetaren Scheibe” aus Gas und Staub, die den neugeborenen Stern umgab. Das macht die Entdeckung zu einem wichtigen Testfall für aktuelle Modelle der Planetenentstehung und ihre Vorhersagen über Planeten um massereiche Sterne. mehr

Gigantisches Schwarzes Loch könnte Modelle der Galaxienentwicklung kippen

2014 van den Bosch, Remco; Yildirim, Akin; van de Ven, Glenn; van der Wel, Arjen
Astronomie Astrophysik
Eine Gruppe von Astronomen um Remco van den Bosch vom Max-Planck-Institut für Astronomie hat ein Schwarzes Loch entdeckt, das an den Grundlagen heutiger Modelle der Galaxienentwicklung rüttelt. Mit 17 Milliarden Sonnenmassen ist das Schwarze Loch im Vergleich zur Masse seiner Heimatgalaxie deutlich massereicher, als es diese Modelle vorhersagen. Dies könnte sogar das massereichste bislang bekannte Schwarze Loch überhaupt sein. mehr
Astronomen des Max-Planck-Instituts für Astronomie haben zum ersten Mal die Ausrichtung der magnetischen Felder in riesigen Wolken aus Gas und Staub in einer fernen Galaxie gemessen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Magnetfelder eine entscheidende Rolle bei der Lenkung von Materie spielen, um dichte Wolken zu bilden, und damit die Bühne für die Geburt neuer Sterne. mehr

In welchen Galaxien existieren im frühen Universum Schwarze Löcher?

2013 Jahnke, Knud; Inskip, Katherine J.; Rix, Hans-Walter; van de Ven, Glenn
Astronomie Astrophysik
Mithilfe neuester Technologie und anspruchsvollen Datenanalysewerkzeugen hat ein Team des MPI für Astronomie eine neue leistungsstarke Technik entwickelt, mit der sich die Masse einer Galaxie in einer Entfernung von rund neun Milliarden Lichtjahren zur Erde ermitteln lässt, in der sich ein aktives, extrem massereiches zentrales Schwarzes Loch befindet. Diese bahnbrechende Methode verspricht einen neuen Ansatz zur Erforschung der gemeinsamen Entwicklung von Galaxien und ihren zentralen Schwarzen Löchern, die typischerweise auf Massebestimmungen beruht. mehr

Das unruhige Innenleben eines jungen Sternhaufens

2012 Rochau, Boyke; Brandner, Wolfgang; Gennaro, Mario; Gouliermis, Dimitrios; Da Rio, Nicola; da Rio, Natalia; Henning, Thomas
Astronomie
Der Bewegungszustand der Mitglieder eines nur eine Million Jahre alten Sternhaufens in der Milchstraße wurde ermittelt. Der Haufen steht im Zentrum des leuchtenden Gasnebels NGC 3603 und ist einer der massereichsten seiner Art. Zur Bestimmung der Geschwindigkeiten der einzelnen Sterne verglichen die Forscher Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble, die zehn Jahre auseinander liegen. Der Vergleich lieferte Bewegungen von Hunderten von Sternen und zeigt, dass die Haufenmitglieder noch keinen langfristig stabilen Gleichgewichtszustand erreicht haben. mehr
Spiralgalaxien wie unsere Milchstraße können wachsen, indem sie sich kleinere Zwerggalaxien einverleiben. Dabei werden die Zwerggalaxien durch Gravitationskräfte zerissen und um die Spiralgalaxie herum entstehen surreal anmutende Ranken und Sternströme. Nun konnte eine neue Himmelsdurchmusterung solche Verschmelzungsspuren erstmals an Galaxien außerhalb unserer kosmischen Nachbarschaft nachweisen. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, das heutige Bild von der Entstehung von Spiralgalaxien auf die Probe zu stellen. mehr

Erste direkte Abbildung eines kühlen Planeten bei einem sonnenähnlichen Stern

2011 Thalmann, Christian; Carson, Joseph; Janson, Markus; Goto, Miwa; Egner, Sebastian; Feldt, Markus; Henning, Thomas; Klahr, Hubert; Mordasini, Christoph
Astronomie
Die ersten Bilder von HiCIAO, dem weltweit neuesten Instrument zur Suche nach extrasolaren Planeten, haben bei dem Stern GJ 758 zur Entdeckung seines lichtschwachen Begleiters G 758 B geführt. Möglicherweise ist dies die erste direkte Beobachtung eines kühlen extrasolaren Planeten, der einen sonnenähnlichen Stern umläuft. Die geschätzte Masse von GJ 758 B beträgt 10 bis 40 Jupitermassen. Mit einer Temperatur von 600 Kelvin (330 Grad Celsius) ist er der kälteste – und in dieser Hinsicht den Planeten des Sonnensystem ähnlichste – jemals direkt abgebildete Begleiter eines sonnenähnlichen Sterns. mehr

Die Bedeutung der Zusammenstöße von Galaxien für die Sternentstehung im Kosmos

2011 Robaina, Aday R.; Bell, Erik; Skelton, Rosalind; Gallazzi, Anna; Jahnke, Knud; Meisenheimer, Klaus; Skibba, Ramin
Astrophysik
Wenn große Galaxien einander nahe kommen, können die dabei auftretenden Gezeitenkräfte heftige Sternbildungsaktivität auslösen. Insgesamt aber spielt dieser Prozess für die Bildung neuer Sterne keine große Rolle: Wie eine internationale Studie unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie gezeigt hat, wurde in massereichen Galaxien während der letzten acht Milliarden Jahre (bei Rotverschiebungen z < 1) die Bildung von weniger als zehn Prozent aller neuen Sterne unmittelbar durch gravitative Wechselwirkung ausgelöst – ein wichtiger Befund für die Theorie der Galaxienentwicklung. mehr

Kelu-1 – ein Doppel- oder Dreifachsystem von Braunen Zwergen

2010 Stumpf, Micaela; Brandner, Wolfgang; Henning, Thomas; Köhler, Rainer; Hormuth, Felix; Joergens, Viki
Astrophysik
In der Umgebung der Sonne sind hunderte Braune Zwerge bekannt, die vermutlich ebenso häufig sind wie Hauptreihensterne. Doch die Modelle zu ihrem Aufbau und ihrer Entwicklung sind noch längst nicht so zuverlässig wie die der Sterne. Räumlich aufgelöste Doppelsysteme bieten hier die Möglichkeit, die Masse unabhängig von Modellen zu ermitteln. Einer Forschergruppe am MPI für Astronomie ist es gelungen, die Parameter der Braunen Zwerge Kelu-1A und B zu ermitteln. Ergebnis: Die Modelle liefern eine zu kleine Masse. Die Spektren weisen zudem auf einen unsichtbaren dritten Braunen Zwerg hin. mehr

Die Milchstraße – gewogen und für leichter befunden

2010 Xue, Xiang-Xiang; Rix, Hans-Walter; van den Bosch, Frank; Bell, Eric; Kang, Xi
Astrophysik
Eine Gruppe von Astronomen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astronomie hat die Geschwindigkeit von Sternen in dem Außenbereichen der Milchstraße gemessen und daraus den bislang genauesten Wert für die Gesamtmasse der Galaxis abgeleitet: Innerhalb eines Radius von 200.000 Lichtjahren sind 4×1011 Sonnenmassen enthalten, was auf eine Gesamtmasse von 1012 Sonnenmassen führt. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Masse des Milchstraßensystems bislang erheblich überschätzt wurde und gleichzeitig impliziert, dass in unserem Milchstraßensystem Sterne mit außergewöhnlich hoher Effizienz entstanden sind. mehr

Jüngster extrasolarer Planet in zirkumstellarer Scheibe entdeckt!

2009 Setiawan, Johny; Henning, Thomas; Launhardt, Ralf; Müller, André; Weise, Patrick; Kürster, Martin
Astronomie
Die Entdeckung des ersten Planeten bei einem fremden Stern im Jahr 1995 hat der Erforschung extrasolarer Planeten enormen Auftrieb verliehen. Am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) bilden die Suche nach extrasolaren Planeten und die numerische Simulation der Planetenentstehung einen wichtigen Forschungsschwerpunkt. Im Rahmen eines langfristigen Suchprogramms entdeckte nun ein Team des Instituts bei dem acht bis zehn Millionen Jahre alten Stern TW Hydrae den bislang jüngsten bekannten Exoplaneten. Daraus ergaben sich wichtige Folgerungen bezüglich der Entstehung von Planeten aus den zirkumstellaren Scheiben neugeborener Sterne. mehr

Zwerggalaxien unter der Lupe

2009 Coleman, Matthew G.; De Jong, Jelte T. A.; Martin, Nicolas F.; Rix, Hans-Walter; Bell, Eric F.; Hippelein, Hans
Astrophysik
Auf dem Mount Graham in Arizona entsteht unter maßgeblicher Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) das Large Binocular Telescope. Auf einer gemeinsamen Montierung trägt es zwei Hauptspiegel mit je 8 Metern Öffnung. Im Frühjahr 2007 erfolgten erste Beobachtungen mit einem der beiden Spiegel. Matthew Coleman vom MPIA und Kollegen veröffentlichten ihre Beobachtungen als erste: Sie betreffen drei Zwerggalaxien, die unser Milchstraßensystem begleiten und deren sonderbare morphologische Eigenschaften auf die starke gravitative Wechselwirkung mit der Galaxis und eine komplexe Entwicklungsgeschichte hinweisen. mehr

Entstehung massereicher Sterne

2008 Beuther, Henrik
Die Früehstadien massereicher Sterne sind weitaus weniger erforscht als die von masseärmeren sonneähnlichen Objekten. Massereiche Sterne sind wesentlich seltener, haben kuerzere Entwicklungszeiten, sind im Durchschnitt weiter entfernt als typische massearme Sternentstehungsregionen, und entstehen fast immer in Sternhaufen. Sie stellen daher erhebliche Anforderungen an das Auflösungsvermögen und die Empfindlichkeit der Beobachtungsinstrumente. Die neuen Interferometer im (Sub-)Millimeterbereich erlauben es heute auch entferntere Sternentstehungsregionen mit hoher räumlicher Auflösung und ausreichender Empfindlichkeit zu untersuchen. Auf diese Weise gelangen interessante Einblicke in mehrere Entstehungsgebiete massereicher Sterne, darunter die berühmte Region Orion KL. mehr

Lichtechos geben Einblick in die aktive Vergangenheit von Cassiopeia A

2007 Krause, Oliver; Birkmann, Stephan; Quanz, Sascha
Astrophysik
Cassiopeia A ist der jüngste bekannte Supernova-Überrest in unserer Galaxis. Von Menschen unbeobachtet, muss er um 1680 explodiert sein. Der rund 11000 Lichtjahre entfernte Nebel gehört zu den meist untersuchten Himmelskörpern. Im infraroten Spektralbereich ist es nun gelungen, Lichtechos um den Supernova-Überrest zu entdecken. Diese stammen von interstellarem Staub, der durch den Lichtblitz der Supernovaexplosion und durch Strahlungsausbrüche des neu entstandenen Neutronensterns geheizt wurde. mehr
Wenn Galaxien nahe aneinander vorbeifliegen oder zusammenstoßen, treten gewaltige Gezeitenkräfte auf, die Staub und Gas in den Galaxien verwirbeln und komprimieren. Dies führt zu einem starken Anstieg der Sternentstehung. Mit Computersimulationen wurde gezeigt wie sich die Sternentstehungsrate während eines Verschmelzungsvorgangs verhält. und eine analytische Formel abgeleitet, mit der sich die Staubabsorption vorhersagen lässt. mehr

„Toter“ Stern erzeugt kosmisches Feuerwerk

2006 Birkmann, Stephan M.; Quanz, Sascha P.; Krause, Oliver
Sehr massereiche Sterne beenden ihr kurzes aber intensives Leben mit einer gewaltigen Explosion - einer Supernova. Die dabei freigesetzten Energien sind enorm und verleihen solchen Explosionen genügend Helligkeit, um für kurze Zeit eine ganze Galaxie überstrahlen zu können. Zurück bleiben eine expandierende Hülle aus Staub und Gas und ein Neutronenstern, gewissermaßen das Skelett des explodierten Sterns. Ein Team von Astronomen am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg und in den USA hat nun mithilfe des Weltraumteleskops SPITZER Anzeichen dafür gefunden, dass der für die Supernova Cassiopeia A verantwortliche Stern auch 325 Jahre nach seinem Tod immer noch äußerst aktiv ist. mehr

Rätselhafter Sternenstaub im frühen Universum

2005 Krause, Oliver; Birkmann, Stephan M.; Lemke, Dietrich; Klaas, Ulrich
Im Jahre 2003 war es gelungen, in den entferntesten Quasaren große Staubmengen nachzuweisen. Damit stellte sich die Frage, auf welche Weise der Staub innerhalb von nur etwa 700 Millionen Jahren seit dem Urknall entstanden sein konnte. Schon bald schien das Rätsel gelöst: Ein Astronomenteam behauptete, in dem Supernova-Überrest Cassiopeia A (Cas A) außerordentlich viel Staub nachgewiesen zu haben. Die Forscher schlossen daraus, dass Supernovae vom Typ II die ersten Staublieferanten im All waren. Astronomen des MPIA gingen der Sache nach und kamen zu einem anderen Schluss: Der bei Cas A gefundene Staub hat nichts mit dem Supernova-Überrest zu tun, denn er gehört in Wirklichkeit zu einem großräumigen Staubkomplex, der zwischen der Erde und Cas A liegt. Damit ist die Frage nach dem Ursprung des Staubes im jungen Universum weiterhin offen. mehr

MIDI - Infrarot-Interferometrie an großen Teleskopen

2004 Bührke, Thomas; Staude, Jakob
Astronomie
Nach dem ersten erfolgreichen Test des interferometrischen Messinstruments MIDI (Mid-Infrared Interferometric Instrument) Ende 2002 am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO erfolgte im Berichtsjahr die Phase, in der die sichere Funktionsfähigkeit getestet wurde. MIDI erfüllte voll und ganz die hoch gesteckten Erwartungen und eröffnet damit ein neues Feld astronomischer Beobachtungen: Erstmals lässt sich im mittleren Infraroten eine Auflösung bis zu einer hundertstel Bogensekunde erreichen. Beobachtungen von zirkumstellaren Scheiben um junge Sterne sowie des Staubrings im Zentrum einer aktiven Galaxie zeigen die enorme Leistungsfähigkeit des Instruments. MIDI wurde unter der Federführung des MPIA von einem Konsortium deutscher, niederländischer und französischer Teams gebaut. mehr
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