Jahrbuch 2005

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Die neu ausgestatteten Labore des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie werden künftig entscheidend dazu beitragen, Schlüsselfragen der Paläoanthropologie zu beantworten. Der Gruppe für archäologische Forschung in der Abteilung Humanevolution ist es in einem ersten Schritt mit Hilfe der MALDI-TOF/TOF Massenspektrometrie gelungen, das Knochenprotein Osteocalcin aus den Überresten zweier 75.000 Jahre alter Neandertaler aus Shanidar (Irak), die keine DNA mehr enthielten, zu entnehmen und zu entschlüsseln. Dieses bis dato älteste sequenzierte Protein verhilft den Forschern nun im Vergleich mit dem Osteocalcin verwandter lebender Arten (Schimpanse, Orang-Utan, Gorilla und moderner Mensch) zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der stammesgeschichtlichen Entwicklung und dem äußeren Erscheinungsbild der Vorfahren des Menschen. Die Daten sprechen für das hohe Potenzial der Proteine, als Informationsquelle für genetische Daten zu dienen, wenn dem fossilen Fund keine DNA entnommen werden kann. Sie eröffnen der Wissenschaft die aufregende Möglichkeit, mehr Informationen über noch ältere Hominiden zu gewinnen. mehr

Rätselhafter Sternenstaub im frühen Universum

Max-Planck-Institut für Astronomie Krause, Oliver; Birkmann, Stephan M.; Lemke, Dietrich; Klaas, Ulrich
Im Jahre 2003 war es gelungen, in den entferntesten Quasaren große Staubmengen nachzuweisen. Damit stellte sich die Frage, auf welche Weise der Staub innerhalb von nur etwa 700 Millionen Jahren seit dem Urknall entstanden sein konnte. Schon bald schien das Rätsel gelöst: Ein Astronomenteam behauptete, in dem Supernova-Überrest Cassiopeia A (Cas A) außerordentlich viel Staub nachgewiesen zu haben. Die Forscher schlossen daraus, dass Supernovae vom Typ II die ersten Staublieferanten im All waren. Astronomen des MPIA gingen der Sache nach und kamen zu einem anderen Schluss: Der bei Cas A gefundene Staub hat nichts mit dem Supernova-Überrest zu tun, denn er gehört in Wirklichkeit zu einem großräumigen Staubkomplex, der zwischen der Erde und Cas A liegt. Damit ist die Frage nach dem Ursprung des Staubes im jungen Universum weiterhin offen. mehr
Mit neuen Computermodellen untersuchen Forscher am Max-Planck-Institut für Astrophysik relativistische Effekte in kosmischen Gammablitzen, um bislang unbeobachtete Eigenschaften von kurzen Blitzen vorherzusagen. Der Swift Gamma-Ray Burst Explorer, eine Satellitenmission der NASA, die am 20. November 2004 gestartet wurde, wird diese Modelle einer Prüfung unterziehen. mehr
Forscher des Max-Planck-Instituts für Astrophysik haben die weltweit größte Simulation der Strukturentstehung im Universum durchgeführt und amit genaue theoretische Voraussagen für das Wachstum von Galaxien und superschweren Schwarzen Löchern gewonnen. Erstmals erlaubt ihr Modell einen Vergleich der Theorie hierarchischer Galaxienentstehung mit den neuesten Daten großer Beobachtungsprogramme von Galaxien in einem gleichwertigen Volumen und für die ganze Galaxienpopulation, einschließlich seltener Objekte wie den ersten Quasaren oder massereichen Galaxienhaufen. mehr
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