Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin

Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin

Die Wissenschaftler am Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin betreiben medizinische Grundlagenforschung in den Neurowissenschaften und der Onkologie. Dem Leitgedanken des Instituts „Von der Laborbank zum Krankenbett“ folgend greifen dabei grundlegende neurowissenschaftliche Arbeiten und klinische Studien über neue Therapieverfahren ineinander. Das Ziel der Forscher ist es, molekulare und zelluläre Prozesse im Nervensystem und anderen Organen sowie deren pathologische Störungen zu verstehen. Die so gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für neue Diagnose- und Therapieverfahren, die bei verschiedenen psychiatrischen Erkrankungen wie Autismus oder Schizophrenie, bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Schlaganfall oder bei Krebs angewendet werden können. So untersuchen Wissenschaftler des Instituts beispielsweise die Gehirnentwicklung und die molekularen Grundlagen der Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Darüber hinaus stehen die Funktion von Kanalproteinen in Zellmembranen sowie deren Rolle bei der Entstehung von Krebs im Fokus der Forschung. Mehrere Arbeitsgruppen am Institut befassen sich mit der Umsetzung der im Institut erarbeiteten Erkenntnisse in die klinische Anwendung.

Kontakt

Hermann-Rein-Str. 3
37075 Göttingen
Telefon: +49 551 3899-0
Fax: +49 551 3899-389

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat mehrere International Max Planck Research Schools (IMPRS):
IMPRS for Molecular Biology
IMPRS for Neurosciences
IMPRS for Genome Science

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abteilung Molekulare Neurobiologie mehr
Abteilung Molekulare Biologie neuronaler Signale mehr
Risikofaktoren für Gewalttätigkeit
Wenn Kinder und Jugendliche unter ungünstigen Umweltbedingungen aufwachsen, verhalten sie sich als Erwachsene eher aggressiv und kriminell mehr
Schnelle Lichtkanäle befeuern das Hören
Mit optogenetischen Cochlea-Implantaten könnten taube Menschen möglicherweise eines Tages Musik hören mehr
Das Gehirn vernetzt sich von allein
Göttinger Neurowissenschaftler widerlegen Lehrsatz zur Hirnentwicklung mehr
Fehlerhaftes Synapsenprotein kann zu psychischen Störungen führen
Max-Planck-Wissenschaftlerin entdeckt Ursache für Hirnerkrankung mehr
Wissenschaftler entwickeln einen neuen Ansatz für die Genanalyse psychiatrischer Erkrankungen mehr
Die „Ambulante-Langzeit-Intensivtherapie für Alkoholkranke“ hat sich bewährt. Doch ihre Zukunft ist ungewiss – es gibt Streit über ihre Finanzierung.
Momentan sind keine Angebote vorhanden.

Das Gehirn vernetzt sich von allein

2018 Brose, Nils; Sigler, Albrecht; Imig, Cordelia; Altas, Bekir; Kawabe, Hiroshi; Cooper, Benjamin; Kwon, Hyung-Bae; Rhee, Jeong-Seop
Entwicklungsbiologie Evolutionsbiologie Genetik Immunbiologie Medizin Neurobiologie

Nach der gängigen Lehrmeinung müssen Nervenzellen im Gehirn aktiv miteinander kommunizieren, um funktionsfähige Netzwerke zu etablieren. Neue Ergebnisse zeigen nun, dass sich Nervenzellen in einer für Lern- und Gedächtnisprozesse wichtigen Gehirnregion auch ganz ohne aktive Signalübertragung an ihren synaptischen Kontaktstellen zu normal strukturierten Netzwerken verknüpfen können.

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Die Rolle des Kaliumkanals Kv10.1 in Tumoren

2017 Stühmer, Walter; Pardo, Luis A.
Medizin Neurobiologie

Ionenkanäle sind Membranproteine, die bei biologischen Steuerungsmechanismen eine wichtige Rolle spielen. So verwundert nicht, dass sie auch bei Krebs eine Schaltfunktion besitzen. Der am besten untersuchte Kanal in dieser Hinsicht ist der Kaliumkanal Kv10.1, der in über 70% aller Tumorarten nachgewiesen wurde. Als Teil der Signalkaskaden, die an der Zellteilung und am Krebsgeschehen zentral beteiligt sind, wird seine Expression während der Zellteilung jeweils verstärkt oder gehemmt. Der Kaliumkanal bildet so einen neuen Angriffspunkt für die Entwicklung neuartiger Medikamente gegen Krebs.

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Proteinmuster chronischer Schmerzen entziffern

2016 Schmidt, Manuela
Neurobiologie
Schmerz ist ein Hauptsymptom vieler Krankheiten und weltweit der häufigste Grund für Menschen, medizinische Hilfe zu suchen. Während akuter Schmerz ein Warnsignal darstellt, bergen chronische Schmerzen große Herausforderungen sowohl für Patienten als auch für behandelnde Ärzte. Für die Entwicklung nebenwirkungsarmer und effizienter Schmerztherapien wäre die Entzifferung von Proteinen, die ausschließlich an chronischen Schmerzen beteiligt sind, von enormer Bedeutung. Am MPI für experimentelle Medizin werden Studien dazu durchgeführt. mehr

Gedankenlesen: Wie Nervenzellen Sinnesreize darstellen und auslesen

2015 Gütig, Robert
Entwicklungsbiologie Evolutionsbiologie Genetik Medizin Neurobiologie

In welcher Weise verarbeiten die knapp 100 Milliarden Nervenzellen des menschlichen Gehirns Sinnesreize und Gedanken? Diese Frage zu beantworten ist eine der faszinierendsten Herausforderungen der Neurowissenschaften. Entgegen der Lehrbuchmeinung, dass Nervenzellen Informationen durch die Raten von Aktionspotenzialen darstellen, stärken experimentelle und theoretische Befunde in zunehmendem Maße alternative Hypothesen, nach denen neuronale Codes deutlich raffinierter sein könnten und z. B. auch die zeitlichen Intervalle zwischen Aktionspotenzialen verschiedener Zellen miteinbeziehen könnten.

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Die Myelinisierung neuronaler Axone durch Oligodendrozyten dient der Erhöhung der Leitgeschwindigkeit und gehört zu den komplexesten Interaktionen von Zellen im zentralen Nervensystem. Wissenschaftler des MPI entdeckten eine neue Funktion der Oligodendrozyten, die Unterstützung des Stoffwechsels von Axonen. Genetische Experimente in der Maus zeigen, dass es sich dabei um den Transfer von energiereichen Metaboliten handelt, die von glykolytischen Oligodendrozyten am Axon freigesetzt werden. Bei erblichen und erworbenen Myelinerkrankungen spielt dieser Transfer eine wichtige Rolle.

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