Gerechte Chancen für alle

Begabung, Kreativität und Leidenschaft - darauf setzt die Max-Planck-Gesellschaft. Sie fördert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, Behinderung, Alter, kultureller Herkunft und sexueller Identität, denn in ihrer Vielfalt liegt die Basis für die Spitzenforschung, die an den 86 Max-Planck-Instituten geleistet wird.

Talente zu fordern und zu fördern: Das ist strategisches Ziel aller Aktivitäten der Max-Planck-Gesellschaft zur beruflichen Profilierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Max-Planck-Gesellschaft

  • setzt dabei auf gleiche Chancen für alle und wirkt darauf hin, gleichstellungsorientierte Vorgaben umzusetzen und attraktive Rahmenbedingungen zu bieten
  • fokussiert kontinuierlich auf Karriereförderung und hat dabei Wissenschaftlerinnen besonders im Blick; sie sind auf Leitungsebene immer noch stark unterrepräsentiert und haben unklarere Zukunftsperspektiven als ihre männlichen Kollegen
  • strebt eine strukturierte Betreuung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, um sie bei der Umsetzung ihrer individuellen Karrierewünsche zu unterstützen
  • baut Brücken, um die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Berufstätigkeit zu erleichtern und mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen
  • hat sich eine Selbstverpflichtung gegeben: Mithilfe fester Besetzungsquoten will sie den Frauenanteil in Führungspositionen auf drei verschiedenen Entgeltebenen steigern. Besetzungsquoten geben an, in welchem Verhältnis frei werdende Stellen mit Frauen besetzt werden sollen.

Wie wir Brücken bauen

Langfristig schließt sich die Max-Planck-Gesellschaft dem übergeordneten Ziel an, dass  Qualifizierungswege in der Wissenschaft ohne geschlechterspezifische Hemmnisse zu beschreiten sein sollten. Denn spezielle Förderinstrumente oder Qualifikationselemente für Wissenschaftlerinnen bergen die grundsätzliche Gefahr, bestehende Strukturen unverändert zu belassen. Diese jedoch so zu verändern, dass Raum für Vielfalt entsteht – das ist der Max-Planck-Gesellschaft Ansporn und Anspruch zugleich.

Dies dokumentiert auch die von Vizepräsidentin Asifa Akhtar geleitete Präsidentenkommission „Chancen“. Gemeinsam mit den wissenschaftlichen Sektionen strebt die MPG an, eine erweiterte Chancengleichheitsstrategie dauerhaft zu implementieren und einem Kulturwandel den Weg zu ebnen. Dieser hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn er von allen Funktions- und Hierarchieebenen inklusive den Institutsleitungen mitgetragen und forciert wird.

Das bietet die Max-Planck-Gesellschaft im Detail

  • Plätze für Kinderbetreuung in Kooperation mit Kindertagesstätten; Vertrag mit Familienservice-Unternehmen zur Vermittlung von Betreuung (auch zur Altenpflege); finanzielle Zuschüsse zur Kinderbetreuung bei Kongressen; Mit-Kind-Zimmer
  • Kinderzuschüsse für Inhaber und Inhaberinnen von Stipendien
  • Teilnahme an Fortbildungen aus dem zentralen Angebot der Planck Academy
  • Dual-Career-Service: Hilfen für und Betreuung von Wissenschaftler-Doppelkarrierepaaren bei der Berufung auf Direktoriumspositonen
  • Möglichkeiten der Teilzeit- und Telearbeit
  • Zentrale Gleichstellungsbeauftragte und Gleichstellungsbeauftrage vor Ort in den Instituten
  • Leitfaden zum konstruktiven Umgang zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

Speziell für Wissenschaftlerinnen

  • Pool an Leitungstellen im zentralen Forschungsgruppenprogramm
  • W3-Programm zur Förderung von hervorragenden Wissenschaftlerinnen in Leitungspositionen
  • Minerva-FemmeNet: ein Mentoring-Netzwerk vor allem für Doktorandinnen, aber auch für Postdoktorandinnen und Habilitandinnen
  • Elisabeth-Schiemann-Kolleg: ein Netzwerk für Wissenschaftlerinnen nach der Postdoc-Phase, eingebettet in die Chemisch-Physikalisch-Technische Sektion
  • Verlängerungsmöglichkeit befristeter Arbeitsverträge bei Schwangerschaft und Geburt für Wissenschaftlerinnen
  • Karriereförderung: Die MPG bietet ausgewählten Wissenschaftlerinnen (Postdocs) die Teilnahme am Seminarprogramm "Sign up! Careerbuilding" an
  • Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung: unterstützt begabte, junge Doktorandinnen aus dem naturwissenschaftlich-medizinischem Bereich mit Kindern
  • Die MPG nutzt das AcademiaNet: Die Datenbank hält Porträts exzellenter Wissenschaftlerinnen aller Fachdisziplinen vor und macht so Frauen sichtbar; sie kann von Forschungsinstitutionen und -gremien, Journalisten und Konferenzorganisatoren und zur Netzwerkbildung der Frauen untereinander genutzt werden.
  • Das Minerva Fast Track Programm der Chemisch-Physikalisch-Technischen und der Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftlichen Sektion gibt hervorragenden Wissenschaftlerinnen nach der Doktorarbeit die Chance einer langfristigen Karriereplanung. Unmittelbar im Anschluss an die Dissertation oder nach dem ersten Postdoc erfolgt eine Förderung für maximal drei Jahre mit dem Ziel, sich im Anschluss für eine themenoffene Max-Planck-Forschungsgruppe zu bewerben.
  • Wir sind Partner des von der Bundesregierung angestoßenen „Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen“ im Verbund mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien.
 

Leitfaden für einen besseren Umgang miteinander

Ein Leitfaden soll zu einem konstruktiven Umgang zwischen Wissenschaftlern und ihren Kolleginnen beitragen. Er wird jedem neu berufenen Wissenschaftler und jeder neu berufenen Wissenschaftlerin übergeben und ist in drei Teile gegliedert: Zunächst richtet er sein Augenmerk auf die Hintergründe für eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen im Wissenschaftsbetrieb. Dann listet er exemplarisch Situationen auf, in denen sich Frauen diskriminiert oder unfair behandelt fühlen könnten, um abschließend konkrete Vorschläge zu machen, wie unterschiedliches Handeln vermieden werden kann.

Wie macht man es besser?

  • Namen von Wissenschaftlerinnen nach Leistungskriterien im Gedächtnis speichern
  • bei der Personenbeurteilung Stereotype vermeiden
  • bei Stellenbesetzungen Ausschreibungen durchführen und Datenbanken nutzen, um Wissenschaftler/innen mit bestimmten Profilen zu identifizieren
  • Nachwuchswissenschaftlerinnen gezielt Chancen zur Profilierung geben

    Download: Der Leitfaden im Wortlaut

    Die Gleichstellungsbeauftragten 

    Unterwegs in besonderer Mission

    Wichtige Akteurinnen in den Max-Planck-Instituten und Einrichtungen sind die Gleichstellungsbeauftragten. In ehrenamtlicher oder nebenberuflicher Tätigkeit leisten sie die Gleichstellungsarbeit vor Ort und setzen sich dort für Geschlechtergerechtigkeit und Gendersensibilität ein. Sie sind Ansprechpartnerinnen für die Beschäftigen in allen Fragen der beruflichen Förderung und helfen, Benachteiligungen zu beseitigen. Sie „wirken bei allen personellen, organisatorischen und sozialen Maßnahmen mit, die die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit sowie den Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betreffen“ mit. Die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten ist ein auf vier Jahre angelegtes Wahlamt. Aktives und passives Wahlrecht haben derzeit alle weiblichen Arbeitnehmerinnen der MPG.

    Aus dem Kreis der Gleichstellungsbeauftragten werden außerdem für jede wissenschaftliche Sektion eine Sektionsgleichstellungsbeauftragte und zwei Stellvertreterinnen gewählt. Sie wirken bei der gendergerechten Abwicklung von Berufungsverfahren mit.

    Außerdem hat die Max-Planck-Gesellschaft eine Zentrale Gleichstellungsbeauftragte. Sie berät und unterstützt ihre Kolleginnen in den Max-Planck-Instituten und vertritt die Gleichstellungsinteressen intern und extern. Sie fungiert ferner als Schnittstelle zwischen ihren Institutskolleginnen und der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft und verschafft den verschiedenen Haltungen und Anliegen bei der jeweils anderen Seite Gehör. Sie ist gleichstellungspolitische Beraterin für die Geschäftsleitung der Max-Planck-Gesellschaft und beteiligt sich aktiv an der Entwicklung der Gleichstellungsprogrammatik und -strategie.

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