Sechs Max-Planck-Wissenschaftler erhalten Consolidator Grants
ERC vergibt bis jeweils zu zwei Millionen Euro für eigenes Forschungsprojekt
Im Wettbewerb um Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) haben sechs Wissenschaftler der MPG Fördergelder von jeweils bis zu zwei Millionen Euro eingeworben. Es war die zweite Ausschreibungsrunde im europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020.
Die Consolidator Grants werden jährlich vom ERC vergeben. Antragsteller müssen ihre Promotion mindestens sieben höchstens jedoch zwölf Jahre hinter sich haben und ihr Forschungsvorhaben an einer europäischen Wissenschaftseinrichtung umsetzen – woher sie kommen, ist egal. So stammen die Grantgewinner denn auch aus 34 Nationen, die meisten sind deutscher Herkunft (48) oder aus Großbritannien (32), Frankreich und Italien (jeweils 30). Die Mehrheit der Wissenschaftler (67) wird jedoch an englischen Wissenschaftseinrichtungen forschen, gefolgt von 45, die in Deutschland arbeiten werden.
Insgesamt wurden von 2051 eingereichten Anträgen 302 Anträge bewilligt und schüttet der ERC 585 Millionen Euro in den drei Forschungsbereichen Lebenswissenschaften, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie Physik und Technik aus. Die Erfolgsquote von rund 15 Prozent (wie im Vorjahr) verteilt sich auf alle drei Bereiche gleich; das Gros der Anträge kommt mit etwa 47 Prozent jedoch aus dem Bereich Physik und Technik. Nur in den Niederlanden scheint ein besonders gutes Klima an Wissenschaftseinrichtungen für Geistes- und Sozialwissenschaften zu herrschen; bei unserem nördlichen Nachbarn entfallen 60 Prozent der 26 eingeworbenen Grants auf diesen Bereich.
Frauen auf dem Vormarsch
Ein Drittel aller erfolgreichen Anträge wurden von Wissenschaftlerinnen eingereicht. Ihr Anteil steigt zwar nur leicht, aber stetig – sehr zur Freude von ERC-Präsident Professor Jean-Pierre Bourguignon. Er freute sich, dass Wissenschaftlerinnen dieses Mal auch erfolgreicher gewesen seien, als ihre männlichen Kollegen: So habe die Erfolgsquote für eingereichte Anträge von Frauen bei 16,5 Prozent, bei Männern bei 14 Prozent gelegen.
Von den sechs aus der MPG erfolgreichen Wissenschaftlern forschen fünf an Themen aus dem Bereich Physik und Technik, einer in den Lebenswissenschaften. Es sind:
- Arjen van der Wel (MPI für Astronomie)
- Christian Ast (MPI für Festkörperforschung)
- Tobias Kampfrath und Ralph Ernstorfer (beide Fritz-Haber-Institut)
- John Andrew Pospisilik (MPI für Immunbiologie)
- Derek Dreyer (MPI für Softwaresysteme).
Die meisten Grants konnte der Centre national de la recherche scientifique (CNRS) mit 17 Förderungen einwerben, nicht zuletzt weil zahlreiche Wissenschaftler von französischen Universitäten ihre ERC Grant-Anträge über den CNRS abgeben. An Platz zwei folgt die University of Oxford (elf Grants), danach das University College London (neun Grants) und die Universität Kopenhagen (acht Grants). Deutschlandweit war die MPG hinter der Helmholtz-Gemeinschaft (8 Grants) die zweiterfolgreichste Einrichtung. Die MPG hatte insgesamt 23 Anträge eingereicht, die interne Erfolgsquote von rund 26 Prozent liegt also um einiges höher als der Durchschnitt.
sb
