Vita

Nicole Boivin (Jahrgang 1970) studierte zelluläre, molekulare und mikrobielle Biologie an der Universität Calgary. Ihr Masterstudium absolvierte sie am Fachbereich Archäologie der Universität Cambridge, wo sie im Jahr 2001 auch promoviert wurde. Sie arbeitete als Wissenschaftlerin in Cambridge und Paris bevor sie eine Stelle an der Universität Oxford annahm, wo sie leitendes wissenschaftliches Mitglied des Jesus College ist. Seit Juli 2016 leitet sie am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte die Abteilung Archäologie. 

Nicole Boivins archäologische Forschung ist multi-disziplinär und überwindet die Trennung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Ihre Forschungsarbeiten in Afrika und Asien gelten als bahnbrechend. Das Themenspektrum ihrer Studien reicht von der Migration des modernen Menschen aus Afrika im späten Pleistozän, über Felsmalerei und materielle Kulturen bis zu Fragen der Kognitionsforschung. Das vom Europäischen Forschungsrat geförderte „Sealinks Project“ ist das jüngste Projekt von Nicole Boivin. Sealinks erforscht die Entstehung der Fernhandelswege und interkulturellen Verbindungen rund um den Indischen Ozean einschließlich ihrer Beziehungen zu Prozessen des biologischen Austausches und bestimmten genetischen Veränderungen (Translokationen). 

Nicole Boivins Interesse gilt der Geschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis heute. Insbesondere fragt sie nach allgemeinen Mustern menschlicher Migrationsbewegungen und den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt Am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte wird sie die Verzahnung von biologischen, kulturellen und ökologischen Prozessen von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart erkunden. 

Nicole Boivin ist Autorin des 2008 bei Cambridge University Press erschienenen Buches Material Cultures, Material Minds: The Role of Things in Human Thought, Society and Evolution. Sie ist Herausgeberin verschiedener Bücher, zuletzt Human Dispersal and Species Movements: From Prehistory to the Present (im Druck, Cambridge University Press).

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