40.000 Euro für die Flüchtlingshilfe

Dresdner Max-Planck-Forscher beteiligt an Spendenlauf für Weltoffenheit

5. Oktober 2015

Am Sonntag haben sich über 3.000 Menschen in der Dresdner Innenstadt zu einem gemeinsamen Spendenlauf aufgemacht. Der Erlös aus Startgebühren und zusätzlichen Spenden kommt dem Aufbau einer spezialärztlichen Flüchtlingsambulanz für Ostsachsen zugute.

Schönstes Herbstwetter mit Sonnenschein und milden Temperaturen: Es herrschten beste Bedingungen, als sich am Sonntagnachmittag der an Alter und Nationalitäten bunt gemischte Tross begleitet von Musik auf die 5,7 Kilometer lange Strecke durch den Stadtpark „Großer Garten“ begab. Entsprechend des Mottos „Run & Roll – Dresden bewegt sich!“ waren nicht nur Läufer mit dabei, sondern ebenso Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Aber auch Familien waren vierrädrig unterwegs, gingen mit Kinderwagen auf den Parcours. Hauptsache "bunt und gemeinsam", das war das Verbindende an diesem Sonntag.

Start in Dresden: 3000 Teilnehmer waren beim Spendenlauf mit dabei.

Mit „Run & Roll“ verfolgte das Netzwerk der Organisatoren, zu dem auch das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik gehört, zwei Ziele: Zum einen setzte man ein Zeichen für die Internationalität des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Dresden. Und es ging darum, die medizinische Versorgung von Flüchtlingen zu verbessern. Gegen 17 Uhr war die Spendensumme ermittelt: 40.000 Euro stand auf dem symbolischen Scheck, der der Stiftung Hochschulmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus übergeben wurde. „Wir freuen uns, dass so viele Dresdner dem gemeinsamen Aufruf gefolgt sind und sich für diesen guten Zweck engagiert haben“, sagte Max-Planck-Direktor Tony Hyman, der mit seinen Direktoriumskollegen zuvor in einem Unterstützervideo für die Teilnahme geworben hatte. Knapp 30 Institutsmitarbeiter rollten und rannten mit, das Team „Scientific Computing“ des Instituts schaffte es sogar auf den vierten Platz der Mannschaftswertung.

Die spezialärztliche Ambulanz für Flüchtlinge soll am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus eingerichtet werden. Da Flüchtlinge je nach Stand ihres Asylverfahrens zeitweise nur Anspruch auf eine Versorgung bei „akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen“ haben, sehen die Mediziner in dieser Ambulanz einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge. So könnte beispielsweise bei wochenlang anhaltenden Kopfschmerzen, die zwar nicht akut sind, trotzdem eine MRT-Untersuchung vermittelt werden, um eine Diagnose zu stellen, erklärt ein Sprecher der Organisatoren. „Generell wollen wir verdeutlichen, dass wir unsere Verantwortung für die Gesundheit aller Menschen sehr ernst nehmen“, fassen die Mediziner zusammen.

Ausgerichtet wurde der Spendenlauf vom Netzwerk "Dresden für Alle"; das Zentrum für Regenerative Therapien Dresden, das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, die Landeshauptstadt Dresden, die Technische Universität Dresden sowie die Cellex Stiftung und das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus unterstützten „Run & Roll“. Die Schirmherrschaft hatten Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, und der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert übernommen.

JE/JF

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