Die KWG führt das Führerprinzip ein

1937

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Foto: Mitarbeiter im KWI für Eisenforschung, MPI für Eisenforschung Düsseldorf.
Foto: Mitarbeiter im KWI für Eisenforschung, MPI für Eisenforschung Düsseldorf.

1937 wählte der Senat Carl Bosch zum neuen Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Bosch war Nobelpreisträger für Chemie und Vorstandsvorsitzender der IG Farben, die die NSDAP seit 1932 finanziert hatte, und folgte Max Planck, der auch aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Ausgetauscht wurde auch der Generalsekretär Friedrich Glum. Er wurde mit 46 Jahren in den Ruhestand versetzt, um Ernst Telschow Platz zu machen, der das Vertrauen der NSDAP genoss. Parallel beschloss der Senat nach einer vom Ministerium vorbereiteten Satzung, auch in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft das „Führerprinzip“ einzuführen. Außerdem räumte die neue Satzung dem zuständigen Reichsminister umfassende Eingriffsrechte ein. Die Vorgaben des NS-Staates waren nun auch in der KWG umgesetzt. Bosch sollte das Amt jedoch nur kurz ausfüllen. Er kritisierte Hitlers Judenpolitik, litt zunehmend an Depressionen und zog sich nach Kriegsausbruch mehr und mehr aus dem Präsidentenamt zurück und starb 1940.

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