Die Umbenennung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft scheitert

1919

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Foto: Eine Reichstagsitzung, 1932, © Bundesarchiv, N 1310 Bild-048 / CC-BY-SA 3.0

Kaiser Wilhelm II. dankte 1918 ab und Deutschland erhielt zum ersten Mal in seiner Geschichte eine demokratische Verfassung. Dennoch beschloss der Senat der KWG 1919, die nach ihm benannte Gesellschaft nicht umzubenennen. Während der Weimarer Republik versuchten vor allem Reichstagsabgeordnete der linken Fraktionen immer wieder eine Namensänderung durchzusetzen. Den Präsidenten Harnack und Planck gelang es aber bis in die späten dreißiger Jahre hinein, eine Umbenennung zu verhindern. Die überwiegende Zahl der Wissenschaftler akzeptierte als „Vernunftrepublikaner“ die neue Demokratie, blieben aber „Herzensmonarchisten“. Vor allem die Förderer und preußischen Verwaltungsbeamten trauerten dem vergangenen Glanz der Kaiserzeit nach. Erst 1921 wurde der Kaiser als Protektor aus der Satzung gestrichen.

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