Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Wie hängen historische Ereignisse, kulturelle Veränderungen und große Migrationsbewegungen zusammen? Wo liegt die Herkunft historischer Krankheitserreger? Welche Faktoren führten zur Verbreitung und Diversifizierung der großen Sprachfamilien? Wie haben die Entwicklung von Nutzpflanzen und die Transformation menschlicher Gesellschaften ineinander gegriffen? Welche Faktoren fördern die Verbreitung und Übernahme von neuen Technologien?

Am 2014 gegründeten Institut entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, wie Genetik, Linguistik, Archäologie, Anthropologie und Geschichte, gemeinsam innovative Verfahren zur Sprachdokumentation, globale Sprach-und Kulturdatenbanken ebenso wie Analyseverfahren, die evolutionäre Theorien und moderne Rechenverfahren verknüpfen. Sie nutzen modernste Methoden im biomolekularen Bereich wie zum Beispiel genomweite DNA-Sequenzierung, um auf der Basis von winzigen Proben detaillierte Information über genetische Beziehungen, geographische Ursprünge, Selektionsprozesse oder genetische Strukturen von ausgestorbenen humanen, pflanzlichen, tierischen oder pathogenen Organismen zu gewinnen. Mit diesem durch und durch interdisziplinären Ansatz soll es gelingen, Fragen zur Menschheitsgeschichte zu beantworten, die bisher als schwierig, wenn nicht gar unlösbar erschienen.

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07745 Jena
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Fax: +49 3641 686-990
Neue Einblicke in Afrikas Bevölkerungsgeschichte
Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika weisen überraschende Verwandtschaftsverhältnisse auf dem Kontinent nach mehr
Wölfe verstehen Ursache und Wirkung besser als Hunde
Studie am Wolf Science Center in Wien zeigt: Hunde scheinen Fähigkeiten zum Problemlösen verloren zu haben, als sie domestiziert wurden. mehr
Grabungen belegen Zuzug von Frauen
Ins Lechtal kamen vor 4000 Jahren zahlreiche Frauen zur Familiengründung aus der Ferne mehr
45.000 Jahre menschlicher Einfluss auf Tropenwälder
Durch Brandrodung, Abholzung und Bewirtschaftung sind Regenwälder schon sehr lange nicht mehr „unberührt“ mehr
Alte DNA enthüllt Herkunft von Minoern and Mykenern
Gemeinsame Vorfahren aus dem neolithischen Westanatolien und Griechenland mehr
Seltener Weizenfund in bronzezeitlicher Lunch-Box
Gefäß aus dem Schweizer Hochgebirge bringt Forscher auf neue Analysemethode mehr
Alte DNA wirft neues Licht auf Neandertaler-Evolution
Genetische Hinweise für weitere Einwanderung nach Europa vor 220.000 bis 470.000 Jahren entdeckt mehr
Umweltsünden aus der Urzeit
Schon vor tausenden von Jahren hat der Mensch möglicherweise zum Aussterben großer Säugetiere wie Mammuts und Raubkatzen beigetragen mehr
Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien
Bewohner des Alten Ägypten waren genetisch am engsten mit den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens verwandt mehr
Aborigines: 50.000 Jahre heimatverbunden
DNA bestätigt einzigartige Bindung australischer Ureinwohner an ihr Land mehr
Unbekannte Besiedlungswelle im Südpazifik
Archäogenetische Analyse deutet auf Siedler aus Melanesien hin mehr
Wörter sind kein Zufall

Wörter sind kein Zufall

Forschungsmeldung 12. September 2016
Für viele Begriffe werden auch in nicht-verwandten Sprachen bestimmte Laute bevorzugt oder vermieden mehr
Die Jagd nach Kriegsbeute auf den Philippinen
Die Jagd nach Kriegsbeute auf den Philippinen hat versteckte Bedeutungen mehr
Mittelalterlicher Pesterreger verursachte Seuchen in der Neuzeit
Der Schwarze Tod verbreitete sich in mehreren Wellen weltweit mehr
Seit Jahrtausenden beeinflusst der Mensch das Ökosystem
Naturbelassene Landschaften gibt es schon lange nicht mehr mehr
Reis und Mungobohnen als archäologische Quellen
Nutzpflanzen belegen Besiedlung Madagaskars aus Südostasien mehr
Das genetische Geschichtsbuch der Steinzeit
Forscherteam belegt eine bewegte Geschichte Europas vor und während der letzten Eiszeit mehr
Menschenopfer etablierten gesellschaftliche Hierarchien
Wie Menschenopfer dazu beitrugen, hierarchische Gesellschaften aufzubauen mehr
Genetik offenbart den Einfluss der Lebensweise auf die Evolution
Forscher finden Unterschiede zwischen Jäger- und Sammlerkulturen und bäuerlich lebenden Volksgruppen mehr
Tiefgreifender Bevölkerungswandel am Ende der letzten Eiszeit
Genetische Analysen werfen neues Licht auf europäische Bevölkerungsgeschichte mehr
Das Versteck des Schwarzen Todes
Historischer Krankheitserreger überdauerte mehr als vier Jahrhunderte in Europa mehr
Gastritis-Erreger in Ötzi gefunden
Helicobacter pylori-Genom der Gletschermumie entschlüsselt mehr
8000 Jahre Anpassung in Europa hinterlässt Spuren in unseren Genen
Forscher weisen genetische Veränderungen in Zusammenhang mit der steinzeitlichen Ausbreitung bäuerlicher Lebensweise nach mehr
Zeitreisen mit der molekularen Uhr
Migration ist kein neues Phänomen. Doch dass die modernen Europäer gleich dreierlei Vorfahren von anderen Kontinenten haben – diese Erkenntnis veröffentlichte Johannes Krause prominent auf dem Titel von Nature. Der Paläogenetiker betreibt als Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte Zeitreisen von Jena aus. Dabei ist selbst der Blick in die jahrtausendealte Vergangenheit kein Problem. mehr
Jungsteinzeitliche Wanderungen beeinflussen indoeuropäische Sprachen
Vor 4500 Jahren wanderten Menschen aus den eurasischen Steppengebieten nach Mitteleuropa ein und haben so möglicherweise zur Verbreitung der indoeuropäischen Sprachfamilie beigetragen mehr
Der Übergang zur Landwirtschaft hat menschliche Gesellschaften so drastisch verändert wie kaum eine andere Innovation. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena untersuchen diesen Umbruch aus ganz unterschiedlichen Richtungen.
Der Mensch verändert die Erde derzeit in nie da gewesenem Ausmaß. Doch wann begann die Verwandlung unseres Planeten – und somit das Zeitalter des Menschen, das Anthropozän? Für Archäologen ist klar: Schon seit Zehntausenden von Jahren greift die Menschheit in Ökosysteme weltweit ein. Mit neuen Methoden sucht das Team um Nicole Boivin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena nach den frühesten Spuren des menschlichen Wirkens – und mischt sich in aktuelle Debatten ein.
Migration ist kein neues Phänomen. Doch dass die modernen Europäer gleich dreierlei Vorfahren von anderen Kontinenten haben – diese Erkenntnis veröffentlichte Johannes Krause prominent auf dem Titel von Nature. Der Paläogenetiker denkt gerade selbst über einen „dauerhaften Wohnortwechsel“ nach, so die Übersetzung für Migration, und betreibt als Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Geschichte und Naturwissenschaften Zeitreisen künftig von Jena aus. Dabei ist selbst der Blick in die jahrtausendealte Vergangenheit kein Problem.
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Den Seuchen auf der Spur: Genetische Untersuchungen zur Geschichte der Krankheitserreger

2017 Keller, Marcel; Krause, Johannes
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften
Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte widmet sich der genetischen Rekonstruktion verschiedener Krankheitserreger vergangener Epochen. Mit innovativen molekularbiologischen Methoden ist es gelungen, aus den sterblichen Überresten von Pestopfern zahlreiche Genome des Pest-Erregers zu entschlüsseln. Die Ergebnisse helfen, die Evolution des Pathogens besser zu verstehen und eröffnen neue Einblicke in die (Vor-)Geschichte. Weitere Studien untersuchen zum Beispiel den Ursprung der Tuberkulose in der Neuen Welt und die Evolution der Lepra-Erreger. mehr

Hirse und Bohnen, Sprache und Gene: Die Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachen

2016 Robbeets, Martine
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften Sprachwissenschaften

Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte erforscht Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachfamilie mit einer spezifischen Interpretation der „Ackerbau-Sprachverbreitungshypothese“. Gemäß dieser These korreliert das Ursprungsland des Transeurasischen mit der Xinglongwa-Kultur (vor 7.400 bis 8.200 Jahren) und koreanische und japonische Sprachen haben sich mit der östlichen Verbreitung des Hirse- und Reisanbaus entwickelt. Die Forschergruppe integriert linguistische, archäologische und genetische Belege und verwendet für diese Methode den Begriff Triangulation.

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