Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte

Wie hängen historische Ereignisse, kulturelle Veränderungen und große Migrationsbewegungen zusammen? Wo liegt die Herkunft historischer Krankheitserreger? Welche Faktoren führten zur Verbreitung und Diversifizierung der großen Sprachfamilien? Wie haben die Entwicklung von Nutzpflanzen und die Transformation menschlicher Gesellschaften ineinander gegriffen? Welche Faktoren fördern die Verbreitung und Übernahme von neuen Technologien?

Am 2014 gegründeten Institut entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, wie Genetik, Linguistik, Archäologie, Anthropologie und Geschichte, gemeinsam innovative Verfahren zur Sprachdokumentation, globale Sprach-und Kulturdatenbanken ebenso wie Analyseverfahren, die evolutionäre Theorien und moderne Rechenverfahren verknüpfen. Sie nutzen modernste Methoden im biomolekularen Bereich wie zum Beispiel genomweite DNA-Sequenzierung, um auf der Basis von winzigen Proben detaillierte Information über genetische Beziehungen, geographische Ursprünge, Selektionsprozesse oder genetische Strukturen von ausgestorbenen humanen, pflanzlichen, tierischen oder pathogenen Organismen zu gewinnen. Mit diesem durch und durch interdisziplinären Ansatz soll es gelingen, Fragen zur Menschheitsgeschichte zu beantworten, die bisher als schwierig, wenn nicht gar unlösbar erschienen.

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Der Übergang zur Landwirtschaft hat menschliche Gesellschaften so drastisch verändert wie kaum eine andere Innovation. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena untersuchen diesen Umbruch aus ganz unterschiedlichen Richtungen.
Der Mensch verändert die Erde derzeit in nie da gewesenem Ausmaß. Doch wann begann die Verwandlung unseres Planeten – und somit das Zeitalter des Menschen, das Anthropozän? Für Archäologen ist klar: Schon seit Zehntausenden von Jahren greift die Menschheit in Ökosysteme weltweit ein. Mit neuen Methoden sucht das Team um Nicole Boivin am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena nach den frühesten Spuren des menschlichen Wirkens – und mischt sich in aktuelle Debatten ein.
Migration ist kein neues Phänomen. Doch dass die modernen Europäer gleich dreierlei Vorfahren von anderen Kontinenten haben – diese Erkenntnis veröffentlichte Johannes Krause prominent auf dem Titel von Nature. Der Paläogenetiker denkt gerade selbst über einen „dauerhaften Wohnortwechsel“ nach, so die Übersetzung für Migration, und betreibt als Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Geschichte und Naturwissenschaften Zeitreisen künftig von Jena aus. Dabei ist selbst der Blick in die jahrtausendealte Vergangenheit kein Problem.
Studentische Hilfskräfte
Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena 29. November 2017

Den Seuchen auf der Spur: Genetische Untersuchungen zur Geschichte der Krankheitserreger

2017 Keller, Marcel; Krause, Johannes
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften
Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte widmet sich der genetischen Rekonstruktion verschiedener Krankheitserreger vergangener Epochen. Mit innovativen molekularbiologischen Methoden ist es gelungen, aus den sterblichen Überresten von Pestopfern zahlreiche Genome des Pest-Erregers zu entschlüsseln. Die Ergebnisse helfen, die Evolution des Pathogens besser zu verstehen und eröffnen neue Einblicke in die (Vor-)Geschichte. Weitere Studien untersuchen zum Beispiel den Ursprung der Tuberkulose in der Neuen Welt und die Evolution der Lepra-Erreger. mehr

Hirse und Bohnen, Sprache und Gene: Die Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachen

2016 Robbeets, Martine
Evolutionsbiologie Genetik Infektionsbiologie Sozialwissenschaften Sprachwissenschaften

Ein Projekt am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte erforscht Herkunft und Verbreitung der transeurasischen Sprachfamilie mit einer spezifischen Interpretation der „Ackerbau-Sprachverbreitungshypothese“. Gemäß dieser These korreliert das Ursprungsland des Transeurasischen mit der Xinglongwa-Kultur (vor 7.400 bis 8.200 Jahren) und koreanische und japonische Sprachen haben sich mit der östlichen Verbreitung des Hirse- und Reisanbaus entwickelt. Die Forschergruppe integriert linguistische, archäologische und genetische Belege und verwendet für diese Methode den Begriff Triangulation.

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