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Christophe Boesch und sein Team vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie erforscht bereits seit 35 Jahren frei lebende Schimpansen. Wie sieht ihre Forschung im Dschungel aus? Was haben sie bereits über die beeindruckenden Menschenaffen gelernt und was unternehmen sie um die bedrohten Tiere zu schüzten? Eine Spurensuche im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste.

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Christophe Boesch und sein Team vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie erforscht bereits seit 35 Jahren frei lebende Schimpansen. Wie sieht ihre Forschung im Dschungel aus? Was haben sie bereits über die beeindruckenden Menschenaffen gelernt und was unternehmen sie um die bedrohten Tiere zu schüzten? Eine Spurensuche im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste. [mehr]

Citizen Science

Mitmachen erwünscht: neues Citizen-Science-Projekt

Freiwillige sichten Videomaterial aus Kamerafallen und bestimmen afrikanische Wildtiere

21. April 2015

Mit "Chimp & See" starten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und des Pan African Programms ein neues Citizen-Science-Projekt auf der Online-Plattform Zooniverse. Wer Biologen bei der Auswertung von Videosequenzen unterstützen möchte, die aus Kamerafallen in Afrika stammen, findet auf www.chimpandsee.org allgemeinverständlich aufbereitete Informationen und sichtet kurze Clips, auf denen mit etwas Glück Schimpansen und andere Wildtiere zu erkennen sind.
Affenbeobachtung am PC: Affenforscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben im  afrikanischen Dschungel in Westafrika Kamerafallen aufgebaut, die tausende Filmsequenzen aufgezeichnet haben. Diese gilt es nun auszuwerten.  Laien können auf der neuen CitizenScience-Plattform „Chimp & See“ das Material sichten und so den Primatologen bei ihrer Arbeit helfen. Bild vergrößern
Affenbeobachtung am PC: Affenforscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben im  afrikanischen Dschungel in Westafrika Kamerafallen aufgebaut, die tausende Filmsequenzen aufgezeichnet haben. Diese gilt es nun auszuwerten.  Laien können auf der neuen CitizenScience-Plattform „Chimp & See“ das Material sichten und so den Primatologen bei ihrer Arbeit helfen.

Anlässlich des Earth Day am 22. April geht mit "Chimp & See" ein besonderes Citizen-Science-Projekt online. Die Plattform http://www.chimpandsee.org führt Hobbyforscher und Wissenschaftler zusammen und zeigt Laien auf, wie spannend Forschung sein kann. Citizen Scientists, wie die „Bürgerwissenschaftler“ genannt werden, können auf der Plattform einen unschätzbaren Beitrag zur Erforschung frei lebender Schimpansen und anderer Wildtiere leisten, ganz ohne Vorkenntnisse. Die Hobbyforscher sichten die auf der Onlineplattform eingestellten Kurzclips und melden jene Tiere, die von den selbstauslösenden Kameras in der afrikanischen Wildnis festgehalten wurden. Waldbüffel, Ducker oder Schuppentier – nicht immer ist die Zuordnung einfach. Ein digitaler Guide mit Vergleichsfotos unterstützt die Laien bei der Bestimmung und vermittelt zugleich spannende Hintergrundinformationen. Wer das Glück hat, auf einem Video als Erster einen Schimpansen zu entdecken, kann diesem sogar einen Namen geben.

Das Prinzip von "Chimp & See" ist wirkungsvoll: Je mehr Freiwillige mitmachen und Daten zu den Clips liefern, desto besser ist die Treffer- und Bestimmungsquote. Die Sichtungen werden später von den Wissenschaftlern ausgewertet und mit der Liste von Individuen abgeglichen, die bereits andere Helfer identifiziert haben. Über ein offenes Forum können sich die Freiwilligen auch untereinander austauschen oder Kontakt zu den Experten aufnehmen.

Christophe Boesch, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig erhofft sich von der Citizen-Science-Aktion wichtige Impulse für die Primatenforschung. „Durch die Mithilfe begeisterter und engagierter Bürger hat dieses Projekt das Potenzial, das Verständnis über die Lebensweise und Ökologie frei lebender Schimpansen zu verändern", meint der Verhaltensforscher. Anhand der analysierten Daten wollen die Experten beispielsweise Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich Beutetiere in den Gebieten verbreiten, welche Bedrohung durch den Mensch ausgeht, wie sich die biologische und genetische Vielfalt im Lebensraum darstellt und ob Habitate von bestimmten Individuen bevorzugt werden.

Auch der Gebrauch von Werkzeugen, der bei Schimpansen eine große Rolle spielt, steht im Forschungsfokus. “Wir wollen mehr über den spezifischen Werkzeuggebrauch der Primaten erfahren”, sagt Hjalmar Kühl, Leiter der Forschungsgruppe „Sustainability and Complexity in Ape Habitat“ am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Aus Langzeituntersuchungen sei bereits bekannt, so Kühl, dass Schimpansen ihre Werkzeuge auf unterschiedliche Art einsetzen, auch dann, wenn es um dieselben Beutefangmechanismen geht. Wie und warum sich diese Varianz entwickelt hat, gilt es von den Experten noch zu entschlüsseln.

Bei "Chimp & See" können alle Interessierten mitmachen. Während der Startphase laufen auf der Online-Plattform etwa 200.000 Videos, die in Sequenzen von 15 Sekunden aufgesplittet sind. Weitere 200.000 Clips sollen perspektivisch hinzukommen. Das Citizen-Science-Projekt wird bis 2017 online sein.

AM/SJ/BA

 
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