Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen

Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen

Das Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen wurde zum 1.1.2011 gegründet. Es betreibt rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Besteuerung und angrenzenden Themenfeldern in den Finanzwissenschaften sowie im Unternehmensrecht. Beispielhaft sind Arbeiten zum internationalen Steuerwettbewerb, zu staatlichen Haushaltskrisen oder zur Besteuerung multinationaler Unternehmen. Es umfasst die Abteilung für Unternehmens- und Steuerrecht sowie für Finanzwissenschaften, die aus dem früheren Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht hervorgegangen sind.

Kontakt

Marstallplatz 1
80539 München
Telefon: +49 89 24246-0
Fax: +49 89 24246-501

Promotionsmöglichkeiten

Dieses Institut hat keine International Max Planck Research School (IMPRS).

Es gibt jedoch die Möglichkeit zur individuellen Promotion bei den Direktoren und Forschungsgruppenleitern.

Abschreckende Wirkung von Whistleblowing
Wirtschaftswissenschaftler untersuchen Effekte auf Steueroasengeschäfte mehr
Leseproben aus dem Jahrbuch

Leseproben aus dem Jahrbuch

Forschungsmeldung 22. Juni 2017
Unser Jahrbuch 2017 bündelt Berichte über Forschungsarbeiten der Max-Planck-Institute und vermittelt anschaulich die Vielfalt an Themen und Projekten. Wir haben sieben Beiträge ausgewählt. mehr
Steuern, die sich in Luft auflösen
Internationale Konzerne wie Apple, Starbucks oder Amazon vermeiden seit Jahren erfolgreich, Steuern auf ihre Unternehmensgewinne zu zahlen. Unser Autor Wolfgang Schön erklärt, warum es für die Staatengemeinschaft gar nicht so einfach ist, diese Tricks auszuhebeln. mehr
Die Stabilität der Europäischen Währungsunion wankt. Fachleute diskutieren über neue Sanktionsregelungen oder über die Einrichtung eines Währungsfonds. Dabei sind nicht die bestehenden Regeln das Problem, sondern Versäumnisse in ihrer Anwendung.
Wie kann der Staat verhindern, dass internationale Konzerne ihre in Deutschland erwirtschafteten Gewinne am Fiskus vorbei ins Ausland schleusen?
Momentan sind keine Angebote vorhanden.

Das Geschäftsmodell von Steueroasen unter Druck: Die Rolle von Vertrauen und Koordination

2017 Konrad, Kai A.; Stolper, Tim B. M.
Rechtswissenschaften
Steueroasen locken Kapitalanleger mit dem Versprechen, keine Auskunft über erzielte Kapitalerträge zu geben und so Steuerhinterziehung zu erleichtern. Steueroasen durch politischen Druck zu einem Informationsaustausch zu bewegen, ist schwierig. Ihnen entstehen aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft erhebliche Einnahmen. Eine Studie am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen zeigt, wie ihr Geschäftsmodell auf dem Vertrauen zwischen einer Steueroase und ihren Anlegern sowie den Anlegern untereinander beruht und wie eine Störung des Vertrauens mehr Transparenz schaffen kann. mehr

Misserfolg motiviert unter gewissen Umständen

2016 Tan, Fangfang
Sozialwissenschaften

Motivieren ist eine Kunst und Informationen sind der Schlüssel dazu. Die richtige, an die Situation angepasste Motivationsstrategie zu finden, ist für die Politiker, Chefs, Eltern, Trainer und sonstigen Anführer dieser Welt entscheidend. In einem aktuellen Forschungspapier aus dem Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen zeigen Qiang Fu, Changxia Ke und Fangfang Tan: Im Wettbewerb profitiert der Nachzügler, wenn er um seinen Rückstand weiß. Der Favorit hingegen wird sich verschlechtern. Das gilt für den Einzelkämpfer, nicht aber für denjenigen, der für sein Team antritt.

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Ein Forschungsvorhaben am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen beleuchtet die doppelte Nichtbesteuerung und argumentiert, dass diese als neutraler, also weder positiver noch negativer Vorgang einzuordnen ist. Am Beispiel hybrider Rechtsformen wird gezeigt, dass bei einem grenzüberschreitenden Vorgang die doppelte Nichtbesteuerung als solche unerheblich sein sollte. Stattdessen sollte ermittelt werden, ob die natürlichen Unterschiede zwischen Steuersystemen missbraucht werden und wie diesem Missbrauch gegebenenfalls entgegengewirkt werden kann. mehr

Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zahlen sich aus

2015 Hornung, Erik
Sozialwissenschaften

Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur kurbeln die Wirtschaft langfristig an. Das zeigt eine aktuelle Studie am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, die anhand von historischen Daten analysiert, wie sich die Einführung des Eisenbahnnetzes in Preußen auf das Wirtschaftswachstum auswirkte.

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Mit der europäischen Finanztransaktionssteuer verfolgen die beteiligten Mitgliedstaaten unterschiedliche Ziele. Einerseits sollen Steuermehreinnahmen erzielt werden, andererseits soll die Finanztransaktionssteuer wie die Finanzmarktregulierung politisch unerwünschte Finanztransaktionen unattraktiv machen. Das Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen hat in einem Forschungsprojekt untersucht, ob und inwieweit der vorliegende zweite Richtlinienvorschlag diese Ziele erreichen kann und die Finanztransaktionssteuer mit der Finanzmarktregulierung ausreichend abgestimmt ist.

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Welche Vorgaben macht das Gesellschaftsrecht Managern bei der Steuerplanung? Sind Steuern als Kosten zu behandeln, die es zwecks Steigerung der Gewinnspanne zu vermeiden gilt, oder sind sie als eine „soziale Pflicht“ anzusehen, die auch dann verfolgt werden soll, wenn dies zu geringeren Gewinnen führen würde? Forscher am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen untersuchen diese Fragen in einer rechtsvergleichenden Betrachtung der einschlägigen gesellschaftsrechtlichen Regelungen für Deutschland, die USA (Delaware), England und Brasilien. mehr
Wenn sie ihre Steuern erklären, sind Frauen und Männer gleich ehrlich. Auch hängt die Bereitschaft, ehrlich zu sein, nicht vom Geschlecht des Gegenübers ab, lautet das Ergebnis einer Studie am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen. In einem Experiment mussten die Probanden gegenüber einer Zöllnerin oder einem Zöllner den Wert mitgeführter Waren deklarieren. Für hohe Warenwerte ist eine Steuer fällig, aber die Reisenden können entscheiden, ob sie versuchen, durch eine falsche Angabe diese Steuer zu hinterziehen. mehr
Ein Projekt am MPI für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen untersucht die Besteuerung von Einkünften grenzüberschreitender Dienstleistungen mittels einer rechtspolitischen und -ökonomischen Analyse von Doppelbesteuerungsabkommen. Es gilt, einen Kompromiss zwischen den Interessen von entwickelten und Entwicklungsländern zu finden und die Besteuerung unterschiedlicher Dienstleistungen kohärenter zu gestalten. Ferner sollen bestehende Abkommen an die Realität angepasst werden, wonach die ökonomische Verbindung eines Dienstleisters mit einem Land nicht seine physische Präsenz voraussetzt. mehr
Die jüngsten Bemühungen der G20-Länder im Kampf gegen Steueroasen stehen im Fokus einer empirischen Analyse am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen. Sie untersucht den Verhandlungsprozess, den OECD-Länder mit Steueroasen führen, um sogenannte Doppelbesteuerungs- oder Informationsaustauschabkommen zu schließen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bereitschaft von Steueroasen, Abkommen mit Hochsteuerländern zu schließen, umso geringer ist, je größer ihre wirtschaftliche Macht ist. Die Zahl der Abkommen wächst, wenn wirtschaftlicher und politischer Druck ausgeübt wird. mehr

Regulierung mittels Privatrechts

2012 Alexander Hellgardt
Rechtswissenschaften
Die Rolle des Privatrechts wird bislang nur im Ausgleich der Interessen von Privaten gesehen. Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen zeigt dagegen, dass Privatrecht ein Werkzeug des Gesetzgebers zur Regulierung von Wirtschaft oder Gesellschaft darstellt. Als solches steht es im Wettbewerb mit Strafrecht und Verwaltungsrecht und dient dem öffentlichen Interesse. Ein neues Verständnis des Privatrechts erfordert nicht nur ein grundlegendes Umdenken der Rechtswissenschaft, sondern hat auch wichtige Auswirkungen für Gesetzgebung und Rechtspraxis. mehr

Marktmacht und die Wohlfahrtswirkung von Besteuerung

2012 Morath, Florian
Rechtswissenschaften
Aktuelle wirtschaftspolitische Entscheidungen werfen die Frage der Wohlfahrtswirkung von Besteuerung und der Bedeutung von Marktmacht für die Steuerinzidenz auf. Ergebnisse aus Laborexperimenten belegen die wirtschaftstheoretische Vorhersage, dass Firmen mit Marktmacht einen Großteil der wirtschaftlichen Last der Erhöhung einer Mengenumsatzsteuer tragen, Firmen in starkem Wettbewerb jedoch die Last einer Steuererhöhung in Form von Preiserhöhungen an die Konsumenten weitergeben. mehr

Besteuerung und Finanzierungsstruktur von Unternehmen

2011 Dwenger, Nadja
Rechtswissenschaften
Jüngste Debatten über eine mögliche, durch die Finanzkrise verursachte „Kreditklemme“ haben die Diskussion, wie die Eigenfinanzierung deutscher Unternehmen über die Besteuerung gestärkt werden kann, neu entfacht. Während die empirische Forschung lange Zeit Schwierigkeiten hatte, überhaupt einen Zusammenhang zwischen Finanzierungsstruktur und Besteuerung nachzuweisen, ist dies in einem Projekt am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht gelungen. Damit kann die Wirkung des Steuersatzes auf die Finanzierungsstruktur genau bestimmt werden. mehr
Gewinnverlagerungen durch den Transfer von wertvollen immateriellen Wirtschaftsgütern in spezielle Holdinggesellschaften im Ausland sind in der Praxis sehr populär und stehen im Fokus von Wissenschaft und Politik. Ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht untersucht, wie die Erosion der Steuerbasis durch steuerlich motivierte Gestaltungen im Kontext der Verlagerung immaterieller Wirtschaftsgüter begrenzt werden kann. Die Erkenntnisse sollen den Gesetzgeber auf Defizite bestehender Regelungen hinweisen und Verbesserungen anregen. mehr