Forschungsbericht 2004 - Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung

Besitz und Eigentum: Offener Zugang zu Land, Wissen und Kultur?

Autoren
Hann, Christopher
Abteilungen

Sozialistisches und Postsozialistisches Eurasien (Prof. Dr. Christopher Hann)
MPI für ethnologische Forschung, Halle/Saale

Zusammenfassung
Die Forschungsgruppe "Besitz und Eigentum" des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung richtet ihr Hauptaugenmerk vor allem auf die sowohl in ökonomischer als auch sozialer Hinsicht enttäuschenden Ergebnisse des Dekollektivierungsprozesses auf dem Land in den postsozialistischen Staaten. Auf theoretischer Ebene überwindet die Arbeit der Gruppe die Zweiteilung in privates und kollektives Eigentum, welche traditionell europäische Auffassungen von Besitz und Eigentum gekennzeichnet hat und auch weiterhin eine ideologische Rolle spielt. Stattdessen macht die Gruppe Gebrauch von einem analytischen Modell, das von Kollegen in der Rechtsethnologie entwickelt wurde und das die Pluralität von Besitzvereinbarungen sowie deren Multifunktionalität betont. Dieses Modell erweist sich als nützlich bei der Untersuchung von Eigentumsverhältnissen in allen menschlichen Gesellschaften, einschließlich derer mit "einfacheren" Technologien. Es kann auch auf dem Gebiet des geistigen Eigentums angewendet werden, zum Beispiel wenn indigene Gruppen Ansprüche auf einzigartiges "kulturelles Eigentum" erheben. Jüngste Aufrufe, Wissen frei zugänglich zu machen, verweisen auf ähnliche Problemstellungen: Die Aufstellung kategorischer Eigentumsprinzipien muss immer auch durch eine genaue Beachtung von Institutionen und Praktiken ergänzt werden.

Aktuelle Diskussion: Das Recht an geistigem Eigentum in Deutschland 2004

In der "Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" von 2003 [3] werden Wissenschaftler aufgerufen, das von ihnen zusammengetragene Wissen frei zugänglich zu machen. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, hat das Prinzip des offenen Zugangs als neues "Zauberwort" auf dem Gebiet der geistigen Eigentumsrechte begrüßt. Doch Sozialwissenschaftler assoziieren mit der Idee des offenen Zugangs eher fatale Folgen, insbesondere die "Tragedy of the Commons": Wenn Personen, Gruppen oder Staaten frei sind, eine gemeinschaftlich bewirtschaftete Ressource übermäßig zu nutzen, dann tun sie das in der Regel auch (Überfischung der Meere, globales Klimaproblem).

Natürlich können Ethnologen den Begriff "Kultur" weder für sich beanspruchen noch kontrollieren, und wir müssen damit rechnen, dass er sowohl in den Wissenschaften als auch im Alltag ungenau verwendet wird. Während wohl die meisten Wissenschaftler mit dem Appell an eine neue "Kultur der Offenheit", wie sie im Rahmen der "Berliner Erklärung" gefordert wird, sympathisieren werden, gebietet unser jetziges ethnologisches Wissen jedoch eine gewisse Vorsicht. Heutzutage wissen wir weitaus mehr über Eigentumsverhältnisse in menschlichen Gesellschaften als dies im 19. Jahrhundert der Fall war. Menschen sind fähig, gleichberechtigte soziale Regelungen zu schaffen. Doch wir wissen auch, dass Systeme der gemeinsamen Nutzung und der Offenheit nicht "auf natürliche Weise" entstehen, sondern immer von sozialen Institutionen und Sanktionen, wie zum Beispiel Ächtung und Spott durch die Mitmenschen, abhängen.

Alle von Ethnologen dokumentierten Eigentumssysteme lassen auch Raum für die Ansprüche von Personen und Untergruppen innerhalb der Gesellschaft. Vermutlich werden auch Wissenschaftler in der Max-Planck-Gesellschaft und andernorts die Sicherheit brauchen, dass sich andere nicht die Ergebnisse ihrer Arbeit auf unfaire Weise aneignen. Offener Zugang ist also kein Zauberwort. In der Praxis haben wir es immer mit Pluralismus und Mischformen zu tun. Ob für postsozialistische ländliche Gebiete, für die "Folklore" indigener Gruppen oder für wissenschaftliche Erkenntnisse im Zeitalter des Internet: Für alle gilt, dass die wesentliche Aufgabe darin besteht, nicht nur die richtige Mischung von Eigentumsformen, sondern auch ergänzende Institutionen zu identifizieren, die notwendig sind, um diese Mischung zur Anwendung zu bringen.

Christopher Hann

Das Forschungsteam "Besitz und Eigentum" am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entstehung neuer ländlicher Eigentumssysteme in den ehemaligen sozialistischen Ländern. Diese Forschung hat im Jahr 2000 begonnen und wird Ende 2005 beendet sein.

Ökonomisch inspirierte Theorien über Verfügungsrechte, wie sie etwa in den letzten Jahren in der Neuen Institutionenökonomik entwickelt wurden, haben einen erheblichen Einfluss auf die Sozialwissenschaften als Ganzes gehabt. Allerdings neigen diese Ansätze dazu, die Multifunktionalität von Eigentumssystemen auf Kosten-Nutzen-Analysen zu reduzieren. Außerdem werden die Daten meist in den Gesellschaften erhoben, in denen wir selbst leben. Dies sind Länder mit hoch entwickelten marktwirtschaftlich orientierten Ökonomien. Ethnologen werden immer wieder herausgefordert, diese Perspektiven zu ergänzen oder zu korrigieren.

Die ethnologische Perspektive

In der Ethnologie kann man die theoretische Reflexion sowie die empirische Forschung zum Themenkomplex Besitz und Eigentum bis zurück ins 19. Jahrhundert verfolgen. Der Evolutionist Lewis Henry Morgan (1818-1881) beispielsweise hat auch Einfluss auf die sozialistische Theorie des Historischen Materialismus ausgeübt. Dementsprechend wurde dem Eigentum im "real existierenden Sozialismus" des 20. Jahrhunderts eine zentrale Bedeutung beigemessen. Privates Eigentum wurde eingeschränkt und stigmatisiert. Kollektives Eigentum hingegen wurde entsprechend privilegiert, zum Beispiel beim Zusammenschluss von privatem Land in den Händen von landwirtschaftlichen Genossenschaften auf der dörflichen Ebene. Staatseigentum stellte die höchste Form der Vergesellschaftung dar. So war in der russischen Terminologie die Sowchose (staatlicher Agrarbetrieb) theoretisch eine weiter entwickelte Form als die Kolchose (Genossenschaft oder kollektiver Agrarbetrieb).

Die meisten sozialistischen Gesellschaften waren ethnologischen Feldforschern schwer zugänglich. Währenddessen florierte die ethnologische Forschung zum Thema "Besitz und Eigentum" in den "Stammesgesellschaften" der späten Kolonialreiche. Viele Feldforscher stellten die Dichotomie von kollektivem und individuellem Eigentum, die lange Zeit europäische Eigentumstheorien kennzeichnete, in Frage. Der Boden kann in Gartenbau betreibenden Gesellschaften Eigentum des Königs oder Häuptlings (Chief) sein, die eigentliche Zuteilung und den Zugang zu Land legen aber üblicherweise rangniedere Anführer wie der Dorfvorsteher fest. Unkultiviertes Land wird meist als Gemeineigentum betrachtet, was allerdings nicht bedeutet, dass man es als offen zugänglich bezeichnen kann.

Lewis Henry Morgan und Friedrich Engels (1820-1895) vermuteten, dass die Gesellschaften, die hinsichtlich ihrer Technologie und einigen weiteren Merkmalen von unserer Gesellschaft am weitesten entfernt waren, eine Art "primitiven Kommunismus" bildeten. Die Eigentumsverhältnisse dieser Gesellschaften wurden erst in den letzten Jahrzehnten durch ethnologische Feldforschung genauer untersucht. Gegenwärtige Jäger- und Sammler-Gesellschaften sollten nicht als Modell für die Lebensweise unserer frühgeschichtlichen Vorfahren genommen werden. Sie zeigen vielmehr, dass es radikal alternative Regulierungssysteme geben kann, die zum Beispiel auf Mechanismen des Teilens (sharing) basieren. Soziale Institutionen wie das Glücksspiel und informelle Sanktionen gewährleisten, dass Gegenstände miteinander geteilt werden und zirkulieren oder erst gar nicht zum Gegenstand von Eigentumsverhältnissen werden. Dies ermöglicht den Erhalt eines hohen Maßes an gesellschaftlichem Egalitarismus. Während viele Schlüsselressourcen offen zugänglich sind, erlauben aber auch diese Gesellschaften die Möglichkeit, exklusive Rechte geltend zu machen. Diese Rechte sind kollektiv, wenn zum Beispiel ein Wasserloch mit einer bestimmten Gruppe in Verbindung gebracht wird. Sie sind individuell, wenn Geräte oder Waffen als persönliches Eigentum anerkannt werden, zur individuellen Verfügung stehen und vererbt werden können. Bestimmte Arten des Wissens sind häufig strikten Zugangsregeln unterworfen oder bestimmten Individuen oder Gruppen vorbehalten, beispielsweise der Gruppe der älteren Männer, die einen besonderen Initiationsprozess durchlaufen haben.

Ein vielschichtiges Eigentumsmodell

Kurz gesagt, selbst Eigentumssysteme technologisch "einfacherer" Gesellschaften erweisen sich als komplex. Die Gegenüberstellung von kollektivem und individuellem Eigentum bietet weder für solche Gesellschaften einen befriedigenden Erklärungsansatz, noch dient sie dazu, die Komplexität unserer Gesellschaften, in denen die Gegenüberstellung weiterhin eine wichtige ideologische Rolle spielt, zu verstehen. Um diese ethnozentrische Zweiteilung zu überwinden und Eigentum als allgemeinen Vergleichsbegriff anzuwenden, haben die Forscher des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle ein Modell übernommen, das von den Rechtsethnologen Franz und Keebet von Benda-Beckmann (Leiter der Projektgruppe "Rechtspluralismus" am Institut) entwickelt wurde. Die Benda-Beckmanns zeigen ein vielschichtiges Modell auf, das in der kategorischen Dimension zwischen einer kulturell-ideologischen Ebene und einer Ebene der gesetzlichen Regulierung unterscheidet. Was auf ideologischer Ebene hervorgehoben wird, zum Beispiel die "absolute" Verfügungsgewalt oder eine enge Beziehung zur Religion, wird nicht unbedingt der rechtlichen Institutionalisierung von Eigentum entsprechen. Konkrete soziale Beziehungen bilden eine dritte Ebene, während eine vierte Ebene "Eigentumspraktiken" umfasst, die in wechselseitigen Beziehungen zu den gesellschaftlichen Ausdrucksformen von Eigentum auf den anderen drei Ebenen steht. Bei den Eigentumspraktiken sind immer komplexe Mischformen zu erwarten. Dieses Modell trägt sowohl dem Pluralismus unterschiedlicher Eigentumskonstruktionen wie auch deren Multifunktionalität Rechnung.

Bei der Anwendung dieses Modells zeigt sich die Komplexität sowohl des sozialistischen Eigentumssystems als auch seines Nachfolgesystems. Im ersten Fall handelte es sich weder um ein "Eigentumsvakuum", noch stand öffentliches Eigentum zu jedermanns freien Verfügung. Und doch steckt in den vielen Witzen über die Anfälligkeit sozialistischen Eigentums gegenüber privater Aneignung ein Körnchen Wahrheit: Die Ineffizienz des Systems beschleunigte den Zusammenbruch sozialistischer Regierungen. Was die postsozialistischen Regelungen betrifft, haben die Forscher eine Realität aufgedeckt, die ganz anders ist als die, die sich die Befürworter einer "Schocktherapie" Anfang der 1990er-Jahre vorgestellt haben. Der Erlass von Privatisierungsgesetzen und ihre formale Anwendung haben bisweilen keine rentablen Wirtschaftsbedingungen für Familienunternehmen schaffen können. Die Landbevölkerung hat einen besonders hohen Preis für den Übergang bezahlt: Subventionen wurden gestrichen, Arbeitsplätze gingen verloren, Koordinierungseinrichtungen wurden geschlossen. Es gab also immer weniger oder gar keine sozialen Sicherheiten mehr. An manchen Orten, unter anderem in sibirischen Gemeinden, haben die Forscher aus Halle erkennen können, dass die Reformen, die eigentlich eine größere Individualisierung des Privateigentums hatten fördern sollen, eher das Gegenteil bewirkt haben. Sie stärkten ältere soziale Normen des Teilens und der Kooperation, die als Bewältigungsstrategien unter Bedingungen der Unsicherheit dienten.

Rückblickend wird klar, dass eine Veränderung auf der kategorischen Ebene des Eigentumssystems nur dann zu den erwünschten Veränderungen der Eigentumsbeziehungen und -praktiken führen kann, wenn weitere Rahmenbedingungen erfüllt sind. Das zeigen auch die Erfahrungen mit den Bodenrechtsreformen in der so genannten Dritten Welt. In den ehemaligen sozialistischen Ländern waren die Hürden gewaltig: angefangen bei Verzögerungen bei der Herausgabe von Eigentumspapieren an die neuen Grundbesitzer bis hin zu tiefer liegenden Problemen bei der Schaffung neuer Märkte für den Handel mit Landbesitz in einem wirtschaftlichen Klima, das immer ungünstiger für die Landwirtschaft wurde.

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Das Schicksal serbischen Eigentums in der Nähe von Knin, Südkroatien, wurde vom Bürgerkrieg und "ethnischer Säuberung" bestimmt. Die kroatische Regierung versucht seit 2003, die Eigentumsfragen zu lösen und die Rechte der Serben zu garantieren, um die Mitgliedschaft des Landes in der EU zu beschleunigen. Allerdings kommen nur wenige Serben in ihre Heimat zurück.

Die Ergebnisse waren ernüchternd - sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen Effizienz als auch hinsichtlich der Erfüllung sozialer Erwartungen. Beispielsweise waren in dem ungarischen Dorf Tázlár selbst Bauern, die so gut wie immer antikommunistisch eingestellt waren, enttäuscht von den Folgen der Erneuerung privater Eigentumsrechte. Selbst innerhalb der kleinen Gruppe von Familienunternehmen war das gute Gefühl, ein Privateigentümer zu sein, ein schlechter Ausgleich für die sich verschlechternden materiellen Lebensbedingungen. Vielerorts stellte sich zusätzlich die Frage, ob die Vernichtung der sozialistischen Institutionen auf dem Land nicht auch zu einem Zerfall der "moral economy" geführt hat.

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In diesem Betrieb (früher das Dorfschulhaus) in Tázlár, Teil der "Frieden"-Genossenschaft, wurden seit 1984 Plastiktüten mit wirtschaftlichem Erfolg hergestellt. Mit der Auflösung der Genossenschaft 2003/4 kam es zu einem "Management-buy-out": die Leiter haben etwa 64.000 Euro für das Gebäude samt Ausstattung bezahlt, aber andere Funktionäre haben die Privatisierungsprozesse in Frage gestellt und sind vor Gericht gezogen.

Die Folgen postsozialistischer Eigentumsveränderungen wurden stark von Kontinuitäten auf der ersten von den Benda-Beckmanns identifizierten Ebene beeinflusst, das heißt der Ebene der Kultur und Ideologie. Dabei konnten die Forscher einen Unterschied zwischen den osteuropäischen Ländern und den meisten Gebieten der ehemaligen UdSSR feststellen. In den erstgenannten wurde die Dekollektivierung im Allgemeinen willkommen geheißen. Die früheren Eigentümer (oder genauer: deren Kinder und Enkel) akzeptierten die Rückgabe ihres Eigentums, selbst wenn die große Mehrheit von ihnen kaum etwas mit ihrem neuen Vermögensgegenstand anzufangen wusste und dankbar war, wenn sich ein großer Nachfolgebetrieb der sozialistischen Kooperative fand, der ihr Land für sie bewirtschaftete. Im Gegensatz dazu haben die Dorfbewohner in Russland relativ wenig Interesse daran gezeigt, rechtmäßige Grundbesitzer zu werden, geschweige denn echte Unternehmer. Die Anteile wurden aufgeteilt, aber ein "kollektivistisches" Bewusstsein scheint dort Eigeninitiativen zu hemmen. Diejenigen, die ihre Anteile von der neuen Genossenschaft zurückfordern, sind in ihrer Gemeinde negativer Kritik ausgesetzt [1].

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C. Hann et al.: The Postsocialist Agrarian Question: Property Relations and the Rural Condition. Lit, Berlin 2003.

Dieser Gegensatz auf der Makroebene ist leicht zu erklären, wenn man sich vor Augen hält, dass bereits in den Generationen vor der Massenkollektivierung in den 1930er-Jahren kollektivistische Einrichtungen (die obschtschina oder mir) in Russland viel stärker ausgeprägt waren als in anderen Teilen Osteuropas. Mit anderen Worten: Das Muster, das sich in den empirischen Projekten in der postsozialistischen Gegenwart widerspiegelt, lässt sich zumindest teilweise mit Hinweis auf die Vergangenheit erklären. Es scheint angebrachter, genaue Analysen verschiedener Variablen im Laufe der Geschichte durchzuführen, als die festgestellten Unterschiede allein der Variable "Kultur" zuzuschreiben.

Darüber hinaus befassen sich heute viele Ethnologen mit kontrovers diskutierten Fragen des "kulturellen Eigentums", insbesondere im Zusammenhang mit "indigenen Völkern". Die Urbevölkerung eines Landes fordert oftmals Sonderrechte auf Grundlage der Einzigartigkeit ihrer Kultur, die ihnen unter anderem die UNO in verschiedenen Deklarationen zugestanden hat. Mitglieder der Sibirien-Projektgruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung haben die neuesten Entwicklungen im russischen Norden und Osten untersucht. Erich Kasten [2] plädiert für ein "open reservoir" von kulturellem Wissen ganz im Sinne der "Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" [3].

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Tanzgruppe "Weyem", Kamtschatka. Ethnische Tänze werden unter vielen Volksgruppen des heutigen Sibiriens als Formen kulturellen Eigentums betrachtet. Weyem ist sehr erfolgreich, weil die lokale Bevölkerung ihre Aufführungen als authentisch ansieht.

Das Teilen von kulturellem Wissen ist in diesen Gesellschaften allerdings traditionell stark reguliert, und auch heute kann die freie Nutzung durch "unqualifizierte" Personen zum gefährlichen Spiel werden. In Gruppen wie den in jüngster Zeit von Erich Kasten und vor einem Jahrhundert von Franz Boas erforschten "Kwakiutl" (Nord-West-Küste Kanadas) konnte man als Dieb mit dem Verlust des Lebens bestraft werden, wenn man ein falsches Symbol benutzte.

Literatur

[1] C. Hann et al.: The Postsocialist Agrarian Question: Property Relations and the Rural Condition. Lit, Berlin 2003. Hier: Kapitel von Gray, Heady und Miller.

[2] E. Kasten (Hg.): Properties of Culture - Culture as Property. Reimer, Berlin 2004.

[3] "Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" der deutschen Forschungsorganisationen. Berlin 2003.
http://www.mpg.de/pdf/openaccess/BerlinDeclaration_dt.pdf

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