Neuer Röntgenspäher am Start

Spion im Reich der Finsternis: das Röntgenobservatorium eRosita.

Die Röntgenastronomen sind gespannt: Im Jahr 2014 soll der russische Satellit Spektrum-Röntgen-Gamma (SRG) von Baikonur aus starten. Das Hauptinstrument an Bord heißt eRosita und soll mit bisher unerreichter spektraler und räumlicher Auflösung die erste vollständige Himmelsdurchmusterung im mittleren Röntgenbereich bis zehn Kiloelektronenvolt vornehmen.

eRosita wird den dunklen Seiten des Universums nachspüren, der Dunklen Materie und der Dunklen Energie. Bei Letzterer könnte es sich um die Vakuumenergie handeln, die der Kosmologischen Konstante in Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie entspricht; es könnte aber auch ein zeitvariables Energiefeld sein. Die Lösung dieser Frage wird eine fundamentale Rolle für die Physik spielen.

Die wissenschaftlichen Hauptziele der Mission:

• Die Beobachtung des heißen intergalaktischen Mediums von 50 000 bis 100 000 Galaxienhaufen und Galaxiengruppen und ihrer Gashalos, mit
denen sie sich im Röntgenbild zu erkennen geben. Damit wollen Forscher
die großräumigen Strukturen des Universums kartografieren und deren Entwicklung studieren.

• Die systematische Untersuchung aller schwarzen Löcher in nahen
Galaxien und vieler neuer (bis zu drei Millionen), weit entfernter aktiver galaktischer Kerne.

• Die detaillierte Untersuchung der Physik von Röntgenquellen in unserer Galaxie, wie Supernovaüberreste, Röntgendoppelsternsysteme und
Vorhauptreihensterne.

Das eRosita-Teleskop besteht aus sieben identischen Spiegelmodulen. Um die geforderte Sensitivität zu erreichen, enthält jedes Modul 54 ineinander verschachtelte Spiegelschalen, die ein Team um Peter Predehl am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik entwickelt hat. Wissenschaftler um Lothar Strüder haben im Münchner Halbleiterlabor der Max-Planck-Gesellschaft die Kameras entworfen.

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