Wissenschaftliche Auszeichnung für Winfried Lampert
Winfried Lampert, ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön, wurde mit dem Alfred. C. Redfield Lifetime Award der Association for the Sciences of Limnology and Oceanography (ASLO) für sein wissenschaftliches Lebenswerk geehrt. Das ist die höchste Auszeichnung, die die internationale Gesellschaft der Limnologen und Meereswissenschaftler zu vergeben hat. Er erhielt den Preis für seine herausragenden Forschungsarbeiten, die grundlegende Beiträge zum heutigen Verständnis von Interaktionen zwischen Phytoplankton (Algen) und Zooplankton (filtrierenden Kleinkrebsen), Nahrungsnetzen in Seen und evolutionären Anpassungen von Organismen in Süßwasser-Ökosystemen geliefert haben.
Der Preis wurde Winfried Lampert in einer Zeremonie auf dem Jahreskongress der ASLO am Biwa-See in Japan überreicht. Gleichzeitig wurde Z. M. Gliwicz von der Universität Warschau geehrt, der einen großen Teil seiner experimentellen Forschung mit Prof. Lampert im Plöner Max-Planck-Institut durchgeführt hat. Die beiden Wissenschaftler haben seit 1970 gezeigt, wie mikroskopisch kleine Tiere (Zooplankter), die Algen und Bakterien fressen, die Wasserqualität und die Klarheit von Seen beeinflussen, wie sie es gleichzeitig schaffen ihren eigenen Fraßfeinden zu entgehen, und wie sie sich genetisch an wechselnde Umweltbedingungen anpassen. Dabei haben sie neue Mechnismen entdeckt, mit denen Zooplankter auf chemische Signale von ihren Feinden reagieren. Vor allem die weltweit einmaligen “Planktontürme” im Max-Planck-Institut spielten dabei eine wichtige Rolle.
Winfried Lampert war von 1984-2006 Direktor der Abteilung Ökophysiologie am Max-Planck-Institut für Limnologie und 15 Jahre dessen Geschäftsführender Direktor. Nach seiner Berufung zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft wurde das Institut ab 1985 grundlegend umgebaut und erheblich erweitert. Seit er 2006 offiziell in den Ruhestand ging, betreibt Winfried Lampert kein Labor mehr, schreibt aber weiterhin wissenschaftliche Aufsätze und Bücher und unterhält noch immer internationale Kooperationen. Viele seiner ehemaligen Schüler/innen und Mitarbeiter/innen besetzen jetzt Professuren und Forschungspositionen in Deutschland und im europäischen Ausland, in den USA und sogar in Australien. Einige davon konnten ihm direkt auf der Konferenz in Japan gratulieren.
