Präsident der Max-Planck-Gesellschaft gratuliert Gewinnern der Exzellenzinitiative
Die Max-Planck-Gesellschaft freut sich, dass ihre Institute wesentlich zum Erfolg der ausgezeichneten Universitäten beitragen. An rund der Hälfte aller geförderten Anträge in den drei Förderlinien (Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte) sind Max-Planck-Institute maßgeblich beteiligt. „Die Institute der Max-Planck-Gesellschaft sind mit ihrer Kompetenz in der Grundlagenforschung an vielen universitären Spitzenstandorten zentrale Partner der Hochschulen. Ihr Beitrag ist wissenschaftliche Exzellenz, Interdisziplinarität und internationale Sichtbarkeit“, erklärt Peter Gruss.
An der neu gekürten Exzellenzuniversität Köln etwa ist Max-Planck mit ihren vier Kölner MPI, den drei Bonner Instituten und dem Forschungszentrum caesar eng in das Zukunftskonzept „Die Herausforderung von Wandel und Komplexität annehmen“ eingebunden. Den Beitrag der Max-Planck-Gesellschaft bei der wissenschaftlichen Profilbildung des Standorts insbesondere im Bereich der Altersforschung sieht Gruss durch den Erfolg des Fortsetzungsantrags des Kölner Altersforschungsclusters „CECAD“ bestätigt – an dem die MPG ebenfalls beteiligt ist: „Das erst 2010 gegründete Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns ist ein wichtiger Kristallisationskern für die Kölner Altersforschung“, so Gruss. Auch das Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung freut sich zusammen mit der Uni: Der Neuantrag „CEPLAS“ (Cluster of Excellence on Plant Sciences) konnte sich ebenfalls im Exzellenzwettbewerb durchsetzen. Darüber hinaus wird die Kölner Züchtungsforschung künftig auch von verschiedenen Initiativen im Rahmen der Umsetzung des Zukunftskonzepts, beispielsweise der verstärkten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, profitieren können.
In Dresden, der ersten Exzellenzuniversität in einem ostdeutschen Flächenland, sind auch die drei lokalen Max-Planck-Institute Bestandteil des jetzt prämierten Zukunftskonzeptes: Unter dem Titel „DRESDEN-Concept“ möchte die Technische Universität speziell die Zusammenarbeit mit den vor Ort ansässigen Forschungseinrichtungen weiter vertiefen: So sollen Synergien speziell in den Bereichen gemeinsamer Forschung, Ausbildung, und Infrastruktur noch besser genutzt und die Wissenschaftsstrategien der einzelnen Einrichtungen untereinander abgestimmt werden. „Das Kooperationsmodell der TU ist ein gutes Beispiel, wie eine Hochschule mit Forschungseinrichtungen am Ort einen gemeinsamen Forschungsraum schafft, ohne dass die beteiligten Einrichtungen ihre Autonomie einbüßen“, so Gruss. So bringt beispielsweise das Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik seine Kompetenz in der Genomforschung in die campusweite genutzte Technologieplattform „Dresden Genome Center“ ein, die als Maßnahme zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung im Rahmen des „DRESDEN-Concept“ nun in die Tat umgesetzt wird.
Am Standort Tübingen wird die Eberhard Karls Universität im Rahmen ihres positiv beurteilten Zukunftskonzepts "Research − Relevance − Responsibility" die Partnerschaft mit dem Max-Planck-Campus Tübingen weiter ausbauen, an dem das Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, das Friedrich-Miescher-Laboratorium, und ein Teilstandort des neuen Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme angesiedelt sind. „Tübingen ist ein Forschungsstandort mit großer Tradition“, so Gruss. „Die Zusammenarbeit der Max-Planck-Institute mit der Universität wird sich mit den neuen Möglichkeiten, die sich durch die Umsetzung des Zukunftskonzeptes ergeben, noch einmal intensivieren. Vor allem im Bereich der Nachwuchsförderung soll mit der Etablierung einer Graduiertenakademie in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen der Universität und den Max-Planck-Instituten gestärkt werden: Auf diese Weise gelingt es, unsere Wissenschaftler im Rahmen der Akademie noch stärker an der Ausbildung des Forschernachwuchses zu beteiligen.“
Schon jetzt arbeiten MPI und Uni-Institute in der Forschung eng zusammen: Die bisherige, intensive Kooperation im Rahmen des Tübinger Exzellenzclusters „CIN – Werner Reichhardt Centre for Integrative Neuroscience“ wurde mit einer Förderzusage für den Fortsetzungsantrag bestätigt. Durch das CIN, an dem unter anderem die Max-Planck-Institute für Biologische Kybernetik und für Intelligente Systeme beteiligt sind, wurde in Tübingen im Bereich der Neurowissenschaften eine einzigartige Kompetenz mit internationaler Strahlkraft gebündelt.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die nunmehr elf Exzellenzuniversitäten weiterentwickeln. „Bei aller Freude über die heute erzielten Erfolge – wir müssen jetzt schon weiterdenken, wie die dynamische Entwicklung des Wissenschaftssystems auch nach Auslaufen der Exzellenzinitiative aufrechterhalten werden kann!“ mahnt Gruss. Welche der durch die Exzellenzinitiative geschaffenen Strukturen über 2017 hinaus weiterfinanziert werden sollten, müsse sich ausschließlich an einer wissenschaftsgeleiteten Beurteilung der erzielten Leistungen orientieren. Dass erfolgreiche Strukturen weitergeführt werden müssen, sei unstrittig, so Gruss: „Gerade in finanziell schwierigen Zeiten braucht der Innovationsmotor Wissenschaft langfristige Finanzierungsperspektiven. Das gilt neben den Hochschulen natürlich auch für die außeruniversitäre Forschung.“