Ausgezeichnet für familienfreundliche Personalpolitik

11. Juni 2012

Die Max-Planck-Gesellschaft hat zum dritten Mal ein Auditverfahren der gemeinnützigen berufundfamilie GmbH durchlaufen und nach 2006 und 2009 erneut das Zertifikat für familienbewusste Personalpolitik erhalten. Nun gilt es, die speziell auf die Forschungsorganisation zugeschnittene neue Selbstverpflichtung umzusetzen und die Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf fest in der Unternehmenskultur zu verankern.

original
Das Logo der Initiative

Noch immer ist die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) die einzige Wissenschaftsorganisation, die als Ganzes zertifiziert ist. Sie lässt sich das durchaus etwas kosten: Denn die der Zertifikatsverleihung vorausgehende Begutachtung durch speziell geschulte und autorisierte Auditoren ist ein umfassendes Verfahren, das die Unternehmen selbst bezahlen und mit großem eigenen Arbeitsaufwand begleiten. „Wir erhoffen uns davon die Sensibilisierung aller Institute für die wichtige Balance von Familie und Beruf“, begründet Generalsekretär Ludwig Kronthaler das Engagement der MPG. Ferner wolle man die Attraktivität im internationalen Umfeld erhöhen, hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen und die Motivation der Beschäftigten durch bessere Randbedingungen steigern.

Glich die erste Auditierung noch einer Bestandsaufnahme, orientierten sich die Folgeverfahren immer stärker an dem Reifegrad der familienbewussten Personalpolitik und setzten den Akzent mehr auf Überprüfung und unternehmensspezifische Vertiefung. Die Auditoren ziehen dazu auch die Berichte heran, die die Max-Planck-Gesellschaft im Jahresturnus nach Umfragen in allen Max-Planck-Instituten abzuliefern hat.

Die 2012 unter dem Stichwort „Konsolidierung” firmierende Re-Auditierung beinhaltete Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Beschäftigtengruppen, man überprüfte den Rahmen und die Kultur der familienbewussten Personalpolitik und spiegelte der Unternehmensleitung die Ergebnisse. Denn die familienfördernden Maßnahmen im Angebot zu haben, reicht nicht aus, es muss auch ein Klima geschaffen werden, dass es allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglicht, diese ohne Vorbehalte in Anspruch nehmen zu können, sonst bleibt Familienfreundlichkeit ein Lippenbekenntnis.

So sieht die Selbstverpflichtung unter anderem vor, den Führungsrahmen für Familienbewusstsein dezidiert zu gestalten. Dazu gehört, das Thema Familie und Beruf in verpflichtende Seminare zum Personalmanagement von Führungskräften einzuflechten und bei Mitarbeiter- oder Statusgesprächen gezielt abzufragen. Es gilt ferner, die themenspezifische Kommunikation von der Generalverwaltung in die Institute zum Beispiel über die Verwaltungsleitertagungen zu intensivieren und die entsprechende interne Kommunikationsebene in den Max-Planck-Instituten auszubauen sowie die Positionen der dortigen Gleichstellungsbeauftragten zu stärken. Außerdem sollen weitere Möglichkeiten der Telearbeit eruiert und vorhandene Rollenmodelle von Vätern beispielhaft dargestellt werden.

Die berufundfamilie gGmbh zeichnete mit der MPG weitere 370 Arbeitgeber aus, die ein Zertifikat für familienbewusste Personalpolitik erhielten, bundesweit sind mittlerweile 998 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen Träger des speziellen Logos. Insgesamt profitieren rund 1,9 Millionen Beschäftigte und 1,2 Millionen Studierende von dem Audit.

SB

Zur Redakteursansicht