Neuronova auf Erfolgskurs

Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie schließt Finanzierung ab / Neuer Ansatz für die Behandlung von Depressionen und Angsterkrankungen

1. September 2004

Die Neuronova AG hat nach dem Abschluss des ersten Teils einer Finanzierungsrunde im Herbst vergangenen Jahres nunmehr im Juni und August die Finanzierung in Höhe von insgesamt 4 Millionen Euro erfolgreich beendet. Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 als Spin-Off des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München gegründet, um ein neues Konzept zur Behandlung von depressiven Erkrankungen und Angstzuständen zu verwirklichen. Damit erfüllt Neuronova einen akuten Bedarf, fehlen doch auf diesem Gebiet schon seit Jahren neue Impulse.

Ein neues Konzept zur Behandlung von Depressionen und Angsterkrankungen verfolgt die Neuronova AG um deren Vorstandsvorsitzenden Herbert Stadler (hier mit Laborantin Yvonne Grübler).

Verfügbare Medikamente basieren nach wie vor auf Jahrzehnte alten Wirkprinzipien, die aktuelle Erkenntnisse über das komplexe Ursache-Wirkungs-Verhältnis bei der Krankheitsentstehung unberücksichtigt lassen. Praktisch alle Präparate greifen in den Monoamin-Haushalt im Gehirn ein, um das dort auftretende krankhafte Ungleichgewicht der Botenstoffe auszugleichen. Dieser einseitige Ansatz bringt jedoch nur für einen Teil der Patienten Erleichterung, für andere fehlt eine geeignete Therapieoption. Zudem zeigen diese Medikamente oft gravierende Nebenwirkungen und haben sehr lange Anlaufzeiten, bis sich die erste Besserung einstellt. Der Bedarf an neuen Behandlungsmethoden ist daher enorm.

Allmählich beginnen die Wissenschaftler, das Wechselspiel von Genetik, Stoffwechsel und Umwelt zu verstehen - Faktoren, die zur Entstehung von Depression und Angsterkrankungen beitragen. Basierend auf wegweisenden Erkenntnissen langjähriger Studien des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München entwickelte das Neuronova-Team um den heutigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Stadler und um den Firmen-Mitgründer und Institutsdirektor Florian Holsboer völlig neuartige Konzepte zur Behandlung von Depressionskrankheiten und Angstzuständen. Diese Ansätze beruhen vor allem auf der Entdeckung eines bestimmten genetischen Faktors, für den in umfangreichen Untersuchungen - auch am Max-Planck-Institut für Psychiatrie - an mehreren Bevölkerungsgruppen ein eindeutiger Zusammenhang mit der Entwicklung von Depression nachgewiesen wurde.

Neuronova hat exklusiven Zugang zu diesen Daten und will dieses Gen als Zielstruktur für eine neue Klasse von Medikamenten nutzen, die erstmals ursächlich im Krankheitsgeschehen eingreifen - eine hervorragende Ausgangsbasis für das Unternehmen. So ist es den Gründern sehr schnell gelungen, ein erfahrenes Team an Mitarbeitern zusammenzustellen, um die Umsetzung der Erkenntnisse in neue Therapien und deren Kommerzialisierung voranzutreiben. Dies hat auch professionelle Kapitalgeber der Branche überzeugt: Die erste Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro wurde jetzt abgeschlossen und mit Life Sciences Partners ein renommierter europäischer Lead-Investor gewonnen. Neuronova war im vergangenen Jahr eine von nur zwei deutschen Firmen im Biotechnologiebereich, die eine Erstrundenfinanzierung erhielt.

Die Neuronova AG hat es sich zum erklärten Geschäftsziel gesetzt, auf Basis der neuartigen Forschungskonzepte und -erkenntnisse die interne Medikamentenentwicklung so weit wie möglich in Eigenregie voranzubringen. Dennoch haben bereits die ersten etablierten Unternehmen großes Interesse an Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften bekundet. Als Gründungsstätte von Neuronova konnte das Max-Planck-Institut für Psychiatrie seine Position als international führende Einrichtung ein weiteres Mal belegen.

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