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Dr. Jakob Staude

zugleich Chefredakteur der Zeitschrift "Sterne und Weltraum"
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Astronomie

Gibt es erdähnliche Planeten bei anderen Sternen?

Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie veranstaltet erste Weltkonferenz zur Vorbereitung der Weltraum-Missionen "DARWIN" und "Terrestrial Planet Finder"

24. Februar 2003

Zwei extrem anspruchsvolle Weltraum-Missionen, "DARWIN" (ESA) und "Terrestrial Planet Finder" (NASA), sollen zur Suche nach extrasolaren Planeten im Jahr 2014 starten. Dazu findet vom 22. bis 25. April 2003 in Heidelberg die erste internationale Vorbereitungskonferenz statt. Prominente Wissenschaftler und Raumfahrtexperten werden daran teilnehmen, darunter Prof. Steven Beckwith (Baltimore), Direktor des Space Telescope Science Institute, Prof. Michel Mayor (Genf), Entdecker des ersten extrasolaren Planeten, und Prof. Jill Tarter (Mountain View, USA), Direktorin des SETI Research Institute.
Die geplante ESA-Mission Darwin besteht aus einer Flotte von acht Raumfahrzeugen, die am so genannten Lagrange-Punkt L 2, 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, operieren sollen, dem Punkt auf einer Erdumlaufbahn "hinter dem Mond", wo sich die Gravitationskräfte die Waage halten, so dass die Raumschiffe quasi im Raum still stehen. Darwin soll erdähnliche Planeten aufspüren und in ihrer Atmosphären nach chemischen Spuren von Leben suchen. Sechs Raumfahrzeuge werden Teleskope mitführen, das siebte wird deren Licht bündeln, um einen größeren Spiegel als den eines einzigen Teleskops zu simulieren, und das achte wird mit der Erde und der Flotte kommunizieren. Die Mission wird zur Zeit geprüft und soll nach 2014 gestartet werden. Bild vergrößern
Die geplante ESA-Mission Darwin besteht aus einer Flotte von acht Raumfahrzeugen, die am so genannten Lagrange-Punkt L 2, 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, operieren sollen, dem Punkt auf einer Erdumlaufbahn "hinter dem Mond", wo sich die Gravitationskräfte die Waage halten, so dass die Raumschiffe quasi im Raum still stehen. Darwin soll erdähnliche Planeten aufspüren und in ihrer Atmosphären nach chemischen Spuren von Leben suchen. Sechs Raumfahrzeuge werden Teleskope mitführen, das siebte wird deren Licht bündeln, um einen größeren Spiegel als den eines einzigen Teleskops zu simulieren, und das achte wird mit der Erde und der Flotte kommunizieren. Die Mission wird zur Zeit geprüft und soll nach 2014 gestartet werden. [weniger]

Der erste Planet, der einen anderen Stern als die Sonne umkreist, wurde 1995 entdeckt. Dieser sensationelle Fund entzog die uralten Frage nach der kosmischen Einmaligkeit unserer belebten Erde erstmals der puren Spekulation und stellte sie auf eine empirische Basis. Schnell bildeten sich Arbeitsgruppen von Astronomen in aller Welt, um nach weiteren Planeten zu suchen und die neu gewonnenen Daten zu interpretieren. Heute sind mehr als einhundert extrasolare Planeten bekannt. Durchweg handelt es sich um "Riesenplaneten", ähnlich unserem Jupiter, oder noch größer, die ihre Zentralsterne auf sehr engen Bahnen umkreisen. Beide Merkmale erleichtern ihre Entdeckung. Doch es ist kaum vorstellbar, dass sich auf so großen und ihren Zentralsternen so nahen Planeten Leben entwickeln kann. Hingegen ist die Entdeckung erdähnlicher Planeten erheblich schwieriger, und bis heute ist noch kein solcher Planet außerhalb unseres Sonnensystems bekannt.

Der Nachweis erdähnlicher extrasolarer Planeten und das eingehende Studium der auf ihnen herrschenden (lebensfreundlichen?) Bedingungen erfordert noch vielfältige technologische Durchbrüche. Sowohl die amerikanische Weltraumbehörde NASA als auch die europäische ESA haben diese Herausforderung angenommen und mit der Vorbereitung von zwei höchst anspruchsvollen internationalen Weltraum-Missionen begonnen: "DARWIN" (ESA) und "Terrestrial Planet Finder" (NASA). Der Start beider Missionen ist etwa für das Jahr 2014 vorgesehen.

 
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