Echt Nobel - Die Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft

Podcast 31. Oktober 2007
© Max-Planck-Gesellschaft

Gerhard Ertl wurde am 10. Oktober 1936 in Bad Cannstatt geboren, wo er am Johannes-Kepler-Gymnasium auch sein Abitur absolvierte. 1955 nahm er das Physikstudium an der Universität Stuttgart auf, das er 1961 mit dem Diplom abschloss. Ertl folgte seinem Betreuer Heinz Gerischer vom Max-Planck-Institut für Metallforschung nach München, wo dieser eine Professur an der Technischen Universität angenommen hatte, und arbeitete dort bis 1965 auf dem Gebiet der physikalischen Chemie an seiner Dissertation „Über die Kinetik der katalytischen Oxidation von Wasserstoff an Germanium-Einkristallen”. Innerhalb von nur zwei Jahren habilitierte er sich, um dann einen Ruf an die Universität Hannover anzunehmen. 1973 kehrte Ertl nach München zurück und wurde Professor am Institut für Physikalische Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität. 1986 wurde er dann als Direktor der Abteilung Physikalische Chemie an das Fritz Haber Institut der Max Planck Gesellschaft in Berlin berufen. Ertl hat das Gebiet der Oberflächenchemie in Deutschland begründet. Ziel seiner Untersuchungen war das Verständnis von Mechanismen in der heterogenen Katalyse. Einen Höhepunkt dieser Bemühungen bildete eine Reihe von Veröffentlichungen zum Mechanismus der Ammoniak-Synthese in den 1970er-Jahren. Das Verständnis dieses Mechanismus war seit Entdeckung des technisch und wirtschaftlich bedeutsamen Prozesses 1905 durch Fritz Haber ein begehrtes Forschungsobjekt gewesen. Für diese Arbeiten wurde Gerhard Ertl 2007 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

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