Wissen für die Praxis

Max-Planck-Gesellschaft und Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten seit sechs Jahren in einem erfolgreichen Kooperationsprogramm zusammen

27. Oktober 2011

In 19 Kooperationsprojekten bringen die Max-Planck-Gesellschaft, die sich der erkenntnisorientierten Wissenschaft widmet, und die Fraunhofer-Gesellschaft, die ihre Forschung am Bedarf der Wirtschaft ausrichtet, Erkenntnisse der Grundlagenforschung rasch in die Anwendung. Sie schließen auf diese Weise eine Lücke in der Innovationskette der deutschen Wirtschaft.

Die großen Fortschritte in Medizin und Technik werden oft erst durch Ergebnisse erkenntnisorientierter Grundlagenforschung, wie sie die Max-Planck-Gesellschaft betreibt, möglich. Diese will in erster Linie die Natur besser verstehen, hat dabei aber durchaus auch mögliche Anwendungen im Blick. Forschen für die Praxis ist dagegen die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Gesellschaft. Um Ergebnisse der Grundlagenforschung schneller in die Anwendung zu bringen, haben die Max-Planck- und die Fraunhofer-Gesellschaft 2005 ein Kooperationsprogramm initiiert.

„Mit diesem Programm schließen wir eine Lücke in der Innovationskette“, sagt Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. „Die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft helfen so, die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands im internationalen Wettbewerb zu sichern.“

Neun der bisher 19 gemeinsamen Projekte sind bereits abgeschlossen oder enden in diesem Jahr. Beide Forschungsorganisationen unterstützen das Programm, das sich noch bis mindestens bis 2015 fortsetzt, jährlich mit bis zu vier Millionen Euro aus Mitteln des Paktes für Forschung und Innovation. In diesem Pakt haben Bund und Länder beschlossen, die Etats der außeruniversitären Einrichtungen kontinuierlich zu steigern, um Innovationen und Wachstum in Deutschland zu fördern. „Mit diesen Mitteln können wir die Zusammenarbeit intensivieren und im Wettlauf um die Zukunft in gemeinsamen Teams an den Start zu gehen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft.

Korrosionsschutz und Knochenimplantate

Die Projekte beschäftigen sich mit so unterschiedlichen Themen wie der Konstruktion einer kohärenten Röntgenquelle zur Analyse von Nanostrukturen, der Entwicklung aktiver Schichten für den Korrosionsschutz oder besonders verträglicher Implantate für Knochen- und Knorpeldefekte. „Als Partner mit je eigenen Stärken haben wir uns rasch darauf verständigt, wie wir unsere Kräfte in den Projekten zusammenführen und so auf Ziele ausrichten können, die wir alleine jeweils nicht erreichen könnten“, sagt Prof. Dr. Martin Stratmann, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Mit ihrem Kooperationsprogramm wollen die beiden Forschungsorganisationen auch dazu beitragen, die Herausforderungen zu meistern, die sich in der Welt angesichts einer wachsenden Bevölkerung und des Klimawandels stellen. „Unsere Zusammenarbeit könnte als Modell dienen, wie wir die nötigen Fortschritte erzielen können, um in Zukunft die medizinische Betreuung, die Energieversorgung und die Produktion von Nahrungsmitteln der Menschheit zu unterstützen“, sagt Ulrich Buller.

PH

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