Echt Nobel - Die Nobelpreisträger der Max-Planck-Gesellschaft

Podcast 3. August 1985
© Max-Planck-Gesellschaft

Der Halbleiter-Held

Klaus von Klitzing wurde am 28. Juni 1943 in Schroda geboren. Er kam als Flüchtling mit seiner Familie 1945 nach Lutten (Landkreis Vechta). Am Artland-Gymnasium Quakenbrück (Landkreis Osnabrück) legte von Klitzing im Februar 1962 sein Abitur ab, um dann Physik an der TU Braunschweig zu studieren. 1972 legte er seine Doktorarbeit an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg vor, 1978 folgte die Habilitation. Zwei Jahre später berief die TU München von Klitzing auf eine Professur für Festkörperphysik. Im Frühjahr 1985 wurde er zum Direktor am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung nach Stuttgart berufen. Seine entscheidende Entdeckung machte von Klitzing in der Nacht zum 5. Februar 1980 am Hochfeld-Magnetlabor in Grenoble: Der Forscher fand heraus, dass der Stromfluss durch einen Halbleiter weitgehend durch ein Naturgesetz bestimmt wird. Quantisierter Hall-Effekt wird seine wegweisende Entdeckung genannt. Dieser Effekt ermöglicht erstmals, ein exaktes Maß für den elektrischen Widerstand festzulegen – als Naturmaß mit der Einheit Ohm. Der Quanten-Hall-Effekt war aber auch einer der Ausgangspunkte für die Nanoelektronik und die wissenschaftliche Erforschung der physikalischen Eigenschaften von Halbleitern weit unterhalb der Größenordnung heutiger Mikroelektronik. Für diese Entdeckung erhielt Klaus von Klitzing 1985 den Nobelpreis für Physik.

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