Proxima Fusion sammelt 411 Millionen Euro ein
Die Rekordfinanzierung markiert einen wichtigen Meilenstein für Alpha, eine Demonstrationsanlage, die als Vorstufe eines Fusionskraftwerks in Deutschland gebaut werden soll.
Auf den Punkt gebracht:
- Proxima Fusion ist mit über 2,4 Milliarden Euro das höchstbewertete Fusionsunternehmen Europas und setzt auf den innovativen Stellarator-Ansatz.
- Die Finanzierung ist eine Voraussetzung für die Aktivierung öffentlicher Mittel des Freistaats Bayern.
- Die Finanzierung stärkt Deutschlands führende Rolle in der Stellaratorentwicklung und verbessert Europas Wettbewerbsfähigkeit bei kommerzieller Fusionsenergie.
Mit dem erfolgreichen Abschluss einer Rekordfinanzierungsrunde über 411 Millionen Euro hat Proxima Fusion einen entscheidenden Meilenstein für die Umsetzung des Fusionsdemonstrators Alpha erreicht. Die nun gesicherten privaten Mittel erfüllen eine zentrale Voraussetzung des am 26. Februar 2026 unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU) zwischen dem Freistaat Bayern, Proxima Fusion, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP): die Einwerbung privater Investitionen als Grundlage für die in Aussicht gestellte öffentliche Förderung durch den Freistaat Bayern. Eine weitere Voraussetzung für die Realisierung von Alpha ist die Finanzierung durch den Bund in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, die noch nicht zugesagt ist.
Mit einer Unternehmensbewertung von über 2,4 Milliarden Euro ist Proxima Fusion heute das höchstbewertete und bestfinanzierte Fusionsunternehmen Europas. Die Finanzierung bestätigt das Vertrauen internationaler Investoren in den Stellarator-Ansatz und in die gemeinsame Vision der Partner, den Demonstrator Alpha als entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerk in Bayern zu realisieren.
Das im Februar unterzeichnete MoU sieht vor, Alpha als Demonstrationsanlage nach dem Stellarator-Konzept in räumlicher Nähe zum IPP in Garching zu errichten. Dort soll die Anlage auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Großexperiments Wendelstein 7-X aufbauen und zentrale Technologien für ein späteres kommerzielles Kraftwerk validieren.
Mit der nun abgeschlossenen Finanzierung wurde die im Memorandum formulierte Bedingung, private Mittel in erheblichem Umfang einzuwerben, innerhalb von nur drei Monaten nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Damit wird die Grundlage geschaffen, die vorgesehenen öffentlichen Mittel des Freistaats Bayern für Alpha zu aktivieren und das Projekt zügig voranzutreiben – sofern der Bund seinen Finanzierungsanteil zusagt.
„Die erfolgreiche Finanzierungsrunde zeigt, dass unser gemeinsamer Ansatz aus wissenschaftlicher Exzellenz, industrieller Umsetzung und privatem Kapital international überzeugt. Sie ist ein wichtiger Schritt, um Alpha Realität werden zu lassen und Deutschland auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk nach dem Stellaratorprinzip entscheidend voranzubringen“, sagt Prof. Sibylle Günter, Wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik.
Bereits bei der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding hatte das IPP betont, dass Alpha die wissenschaftlichen Ergebnisse von Wendelstein 7-X gezielt in Richtung Kraftwerksentwicklung weiterführen soll. Anders als Wendelstein 7-X, dessen Schwerpunkt auf dem Nachweis des Dauerbetriebs liegt, soll Alpha insbesondere die Skalierung des Wärmeeinschlusses und der Wärmeabfuhr für ein kommerzielles Kraftwerk demonstrieren und damit eine wesentliche technologische Lücke auf dem Weg zur industriellen Nutzung der Fusionsenergie schließen.
Langfristig bildet Alpha die Grundlage für das geplante Pilotkraftwerk Stellaris, das nach den gemeinsamen Planungen von Proxima Fusion, RWE und dem Freistaat Bayern auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen entstehen könnte.
Mit der nun gesicherten Finanzierung erhält die im Februar vereinbarte Public-Private-Partnership entscheidenden Rückenwind. Sie unterstreicht zugleich Deutschlands führende Rolle in der Stellaratorforschung und stärkt Europas Position im internationalen Wettbewerb um die Entwicklung kommerzieller Fusionsenergie.












