Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht: Erhöhtes Risiko durch Waldbrände

Studie belegt negative gesundheitliche Folgen für Neugeborene

  • Eine Studie zeigt, dass Waldbrände in Spanien zu einem geringeren Geburtsgewicht und einem erhöhten Risiko für Frühgeburten führen.
  • Die durch Waldbrände verursachte Luftverschmutzung wirkt sich negativ auf Neugeborene aus, unabhängig vom sozioökonomischen Status der Familien.
  • Der Klimawandel steigert das Waldbrandrisiko im Mittelmeerraum, weshalb spezielle Schutzmaßnahmen für Schwangere notwendig sind.


Die Temperaturen klettern jedes Jahr im Sommer auf neue Rekordhöhen. In vielen Teilen Europas beginnt dann die gefährlichste Zeit des Jahres für Waldbrände. Was als Naturkatastrophe beginnt, hat weitreichende Folgen für die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Gebieten.

In ihrer aktuellen Studie haben Risto Conte Keivabu vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) und Maria Rubio Cabañez vom Centre for Demographic Studies (CED) und der Unabhängigen Universität Barcelona untersucht, wie sich Waldbrände auf Geburtsergebnisse in Spanien auswirken. Die Forschenden analysierten, wie sich die Nähe zu Waldbränden und die damit verbundene Luftverschmutzung auf die Gesundheit bei der Geburt auswirken.

Dazu werteten sie Daten von rund 3,4 Millionen Geburten zwischen 2008 und 2021 aus dem spanischen Nationalen Institut für Statistik aus. Diese beinhalten etwa 85 Prozent aller Geburten in Spanien in diesem Zeitraum. Bei ihren Analysen legten die Forschenden besonderes Augenmerk auf die Schwere der Exposition gegenüber Waldbränden, also wie stark werdende Mütter den Waldbränden ausgesetzt waren. Die Wissenschaftler*innen verglichen Schwangere in von Waldbränden betroffenen Gemeinden mit Schwangeren aus nicht betroffenen Gemeinden, um die Auswirkungen der Waldbrände auf die Geburtsergebnisse zu untersuchen.

Waldbrände haben negativen Einfluss auf Neugeborene

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl die Exposition gegenüber Waldbränden als auch gegenüber der dadurch verursachten Luftverschmutzung einen geringen, aber konsistenten negativen Einfluss auf die Geburtsergebnisse hat. Die geborenen Kinder haben ein geringeres Geburtsgewicht und die Gefahr von Frühgeburten steigt. Diese Auswirkungen zogen sich durch alle Bevölkerungsschichten. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen verschiedenen sozioökonomischen Statusgruppen gefunden.

„Der Klimawandel erhöht das Waldbrandrisiko im gesamten Mittelmeerraum. Es ist notwendig, die spezifischen Gefahren für Mütter und Neugeborene zu verstehen. Notfallpläne für Waldbrände sollten die Gesundheit dieser vulnerablen Gruppe ausdrücklich einbeziehen und sicherstellen, dass vertriebene Mütter weiterhin Zugang zu Schwangerschaftsvorsorge haben und Frühwarnungen erhalten, um die Rauchbelastung zu minimieren“, erklären Risto Conte Keivabu und Maria Rubio Cabañez.

Unterschätzte Auswirkungen

Die Forschenden geben auch zu bedenken, dass ihre Daten nur Lebendgeburten umfassen und die Nichtberücksichtigung von Totgeburten zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Auswirkungen führen kann. „Auch wenn die beobachteten negativen Auswirkungen auf die Geburtsergebnisse in ihrer Effektstärke relativ gering sind, sind sie doch sehr konsistent“, so Conte Keivabu.

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